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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Mai 2009 Editorial

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 15.000 Menschen am Nierenzellkarzinom. Da diese Tumorerkrankung als Chemotherapie-resistent gilt, war lange Zeit die unspezifische Immuntherapie mit Interferon-alfa (IFN-alfa) der Therapiestandard. Aufgrund der geringen Ansprechrate und der oft starken Nebenwirkungen bestand jedoch ein großer Bedarf an neuen Behandlungsoptionen.
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Nach einer langen Phase des Stillstands führten die zielorientierten Therapieoptionen zu einer sprunghaften Verbesserung bei der Behandlung von Patienten mit einem Nierenzellkarzinom. So konnte mit Temsirolimus (Torisel®) erstmals das Gesamtüberleben von Hochrisiko-Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom signifikant gegenüber der bisherigen Standardtherapie verlängert werden.

Torisel® ist seit November 2007 als erster mTOR-Inhibitor in der Onkologie in Europa zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms bei Patienten mit hohem Risiko zugelassen. Auch bei weiteren Tumorentitäten wie beispielsweise dem Mantelzell-Lymphom wird der mTOR-Inhibitor geprüft. Die Zulassung beruht auf der Phase-III-Studie ARCC (A Global Trial for Ad-vanced Renal Cell Carcinoma), die 626 Hochrisiko-Patienten mit mRCC einschloss [1]. Diejenigen, die mit Temsirolimus behandelt wurden, lebten signifikant länger als Patienten unter der bisherigen Standardtherapie mit IFN-alfa (10,9 vs. 7,3 Monate). Zudem konnte auch das progressionsfreie Überleben signifikant verbessert werden (5,5 Monate vs. 3,1 Monate).
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Bild: Prof. Dr. Jürgen Gschwend, München

Ein Viertel aller Patienten mit mRCC war bislang aus Studien meist ausgeschlossen: In der Zulassungsstudie von Temsirolimus waren dagegen Hochrisiko-Patienten mit allen Histologien vertreten, so auch das vernachlässigte Patientenkollektiv mit Tumoren der nicht-klarzelligen Histologie. Auch für sie konnte im Vergleich zu IFN-a mit Temsirolimus eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens und des progressionsfreien Überlebens nachgewiesen werden. Damit ist Temsirolimus die einzige Substanz, für die aus einer Phase-III-Studie Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit für nicht-klarzellige Histologien existieren.

Temsirolimus zeigte in Studien hohe Wirksamkeit bei gleichzeitig guter Verträglichkeit und signifikant höherer Lebensqualität. Unerwünschte Ereignisse unter dem mTOR-Inhibitor betrafen überwiegend das metabolische System und ließen sich gut beherrschen. Klassentypische Effekte der Tyrosinkinase-Inhibitoren wie das Hand-Fuß-Syndrom oder Kardiotoxizitäten wurden unter Temsirolimus nicht beobachtet.

Das gute Sicherheitsprofil und einfache Therapiemanagement wird durch die einmal wöchentliche intravenöse Gabe unterstützt. Durch einen intensivierten Arzt-Patienten-Kontakt können mögliche auftretende Nebenwirkungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ein weiterer Vorteil der i.v.-Therapie sind die pharmakologischen Eigenschaften. So reicht die nur einmal wöchentliche Applikation aus, um eine hohe initiale Konzentration im Blutplasma zu erreichen, die eine starke antitumorale Wirkung im Gewebe entfalten kann. Anders als bei der oralen Gabe fällt die Konzentration im Blutplasma nach Verabreichung schnell wieder ab. Die T-Lymphozyten-Funktion kann sich dadurch innerhalb von etwa 24 Stunden normalisieren und das körpereigene Immunsystem ist schnell wieder aktiv.

Die Einsatzmöglichkeiten der mTOR-Inhibition sind vielfältig. Zwei Kasuistiken aus dem klinischen Alltag zeigen beispielhaft die hohe Wirksamkeit einer Temsirolimus-Therapie bei gutem Erhalt der Lebensqualität von Hochrisiko-Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom.

Quelle:


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