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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

30. Oktober 2008 Editorial

Die Inzidenz des Prostatakarzinoms hat in den westlichen Industrienationen deutlich zugenommen. Das Prostatakarzinom gehört heute weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. In Deutschland beispielsweise werden derzeit jedes Jahr knapp 41.000 Prostatakarzinome neu diagnostiziert.
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Das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, steigt mit dem Alter. Im Mittel sind die Männer bei Erstdiagnose gut 70 Jahre alt. 85% aller Prostatakarzinome treten bei Männern jenseits des 65. Lebensjahres auf.

Bedingt durch das in der Regel höhere Lebensalter des Mannes bei Erstdiagnose sowie abhängig vom Tumorstadium und von der Aggressivität des Tumors ist das Prosta-takarzinom häufig nicht die Todesursache der betroffenen Männer. Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom haben beispielsweise eine 5-Jahres-Überlebenschance von 90-97%. Das gilt allerdings nicht für Patienten mit Fernmetastasen und hormonrefraktärem Karzinom. Ihre 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit liegt nur noch bei etwa 10%.

Über viele Jahre standen für Patienten mit metastasiertem hormonrefraktären Prostatakarzinom (mHRPC) keine lebensverlängernden Therapiemaßnahmen zur Verfügung. Die Chemotherapie mit Mitoxantron/Prednison linderte zwar die krankheitsbedingten Beschwerden, erzielte aber in klinischen Studien keinen signifikanten Überlebensvorteil für die Patienten [1]. Dies hat sich mit der Zulassung von Docetaxel für die Behandlung des mHRPC geändert. Die Chemotherapie mit Docetaxel – in Kombination mit Prednison – hat erstmals nicht nur die tumorbedingten Beschwerden reduziert, sondern auch die mediane Überlebenszeit der Patienten signifikant verlängert [2,3].

Voraussetzung für den Einsatz der Chemotherapie mit Docetaxel ist, dass der Tumor auf eine hormonelle Behandlung nicht mehr ausreichend anspricht. Das gilt auch für sekundäre hormonelle Therapie-maßnahmen, die im Anschluss an die chirurgische oder medikamentöse Kastra-tion durchgeführt werden. Hinweise auf ein hormonrefraktäres Prostatakarzinom (HRPC) sind ein Testosteronspiegel im Blut auf Kastrationsniveau (≤ 20ng/dl), drei PSA-Messungen in 2-wöchentlichen Abständen mit ansteigenden Werten um jeweils etwa 50% oder Krankheitsprogress trotz Antiandrogen-Entzugsbehandlung über mindestens vier Wochen [4].

Die Chemotherapie mit Docetaxel wird in klinischen Studien weiter validiert, um durch Schedule-Modifikationen bzw. neue Kombinationspartner den therapeutischen Effekt weiter zu steigern.

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