24. Juni 2013

Bevacizumab verlängert Gesamtüberleben bei rezidiviertem Zervixkarzinom signifikant

ASCO 2013: 29. Mai - 03. Juni 2013, Chicago, USA - Zervixkarzinom

Ausgabe 05 / 2013

Eine Standardchemotherapie plus Bevacizumab erhöht bei Frauen mit fortgeschrittenem und rezidiviertem Zervixkarzinom die Ansprechrate und verlängert das progressionsfreie (PFS) und Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zur alleinigen Standardchemotherapie signifikant, ohne dabei die Lebensqualität zu beeinträchtigen. Dies ist das Ergebnis der geplanten Interimsanalyse der randomisierten Phase-III-Studie GOG 240, die Krishnansu S. Tewari in der Plenarsitzung vorstellte. Damit ist Bevacizumab die erste Substanz, die das Gesamtüberleben von Frauen mit rezidiviertem Zervixkarzinom signifikant verlängern konnte.

Für Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidiviertem Zervixkarzinom gibt es nur wenige Therapieoptionen. Standardtherapie ist Paclitaxel plus Cisplatin. Die Studie GOG 240 verglich zwei Chemotherapieregime (Paclitaxel plus Cisplatin und Paclitaxel plus Topotecan) ohne oder mit Bevacizumab in einer Dosis von 15 mg/kg. Primärer Endpunkt der Studie war das OS, sekundäre Endpunkte PFS und Ansprechrate. Die Behandlung wurde beendet bei Krankheitsprogression, nicht tolerierbarer Toxizität oder nach Erreichen einer kompletten Remission. Mehr als 70% der Patientinnen in beiden Gruppen waren bereits mit einer Platin-basierten Chemotherapie vorbehandelt. 17% waren metastasiert.
 

Abb. 1: Gesamtüberleben in der GOG 240-Studie unter Chemotherapie vs. Chemotherapie + Bevacizumab (Bev).
 

Insgesamt erhielten 225 Patientinnen eine alleinige Chemotherapie und 227 Patientinnen eine Chemotherapie in Kombination mit Bevacizumab.

Nach einem medianen Follow-up von 20,8 Monaten betrug das mediane Gesamtüberleben in der Gruppe, die Bevacizumab erhalten hatte, 17 Monate im Vergleich zu 13,3 Monaten in der Chemotherapiegruppe (HR=0,71, p=0,0035). Tewari: "Dies entspricht einer klinisch relevanten Verlängerung des Gesamtüberlebens von 3,7 Monaten." Das mediane Überleben der Patientinnen, die Paclitaxel + Cisplatin + Bevacizumab erhielten, lag bei 17,5 Monaten vs. 14,3 Monaten (Paclitaxel + Cisplatin; p=0,0348) und unter Paclitaxel + Topotecan + Bevacizumab 16,2 Monate vs. 12,7 Monate ohne Bevacizumab (p=0,0896).

Das mediane PFS mit Bevacizumab lag bei 8,2 Monaten im Vergleich zu 5,9 Monaten in der Chemotherapie-Gruppe (HR=0,67; p=0,0002), die Ansprechrate erhöhte sich mit Bevacizumab auf 48% im Vergleich zu 36% in der Chemotherapie-Gruppe (p=0,00807). 28 Frauen aus der Bevacizumab-Gruppe hatten eine komplette Remission erzielt vs. 14 in der Chemotherapie-Gruppe.Einen Vorteil hatten auch Frauen mit Rezidiv im Becken, die bereits mit Strahlentherapie vorbehandelt waren.

Es waren in jeder Gruppe 4 therapieassoziierte Todesfälle aufgetreten. Patienten mit Bevacizumab hatten häufiger thromboembolische Ereignisse (8% vs. 1%), gastrointestinale Fisteln < Grad 3 (3% vs. 0%), urogenitale Fisteln < Grad 3 (2% vs. 0%), Bluthochdruck Grad 2 oder höher (25% vs. 2%) und Neutropenie Grad 4 (35% vs. 26%). Die gesundheitsbezogene Lebensqualität unterschied sich in beiden Gruppen nicht signifikant.

Nach Einschätzung von G. E. Konecny, Los Angeles, ist GOG 240 eine Studie, die die Therapie des Zervixkarzinoms verändern wird.

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ASCO 2013, LBA#3