25. März 2014

Editorial

Ausgabe 02 / 2014

Liebe Leser,
In dem Journal Onkologie - Ausgabe 2/2014 werden wir mit einer Serie von Artikeln zur Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms beginnen. Frau Dr. Seckinger und Herr Dr. Hose berichten über die molekulare Diagnostik beim Multiplen Myelom. In ihrem Beitrag wird aufgezeigt, dass das Myelom eine heterogene molekulare Signatur besitzt. Insbesondere Daten von der FISH-Diagnostik und zunehmend von der Genexpressionsdiagnostik werden zur Prognose-Bestimmung des Multiplen Myeloms genutzt. Erste Sequenzierungsergebnisse des Genoms der Myelomzellen haben das Tor zu einer spezifischen Therapie geöffnet.
 

 

Herr Dr. Hillengass, Herr Dr. Merz und Herr Prof. Dr. Delorme berichten in ihrem Beitrag über die Fortschritte in der Diagnostik durch die Bildgebung bei der Myelomerkrankung. Während durch die Projektionsradiographie erst der stark zerstörte Knochen erkannt wurde, ist es heute möglich, durch das Low-dose-CT frühe Knochendestruktionen zu detektieren. Zusätzlich kann das Knochenmark mit MRT und PET-CT untersucht werden, sodass der Stoffwechsel der diffusen und/oder herdförmigen Myelomerkrankung abgebildet werden kann. Diese spezifische radiologische Diagnostik hat bereits auch prognostische Wertigkeit beim Multiplen Myelom erlangt. Verlaufs- und Kontrolluntersuchungen beim Multiplen Myelom sind Inhalt des Beitrags von Herrn Prof. Dr. Scheid. Über die Fortschritte bei der Rezidivtherapie unter besonderer Berücksichtigung der neuen Medikamente und deren Kombinationen wird Herr Prof. Dr. Schmidt-Wolf berichten. Der Start einer Rezidivtherpie ist mit dem Patienten abzustimmen und schwere Organschädigungen durch das Myelom sind zu verhindern.

Die Myelomerkrankung kann zunehmend besser behandelt werden. Ziel der Behandlung junger Myelompatienten (< 70 Jahre) ist das Erreichen einer kompletten Remission. Für ältere Myelompatienten wird durch die Einbeziehung neuer Medikamente die Remissionsrate erhöht. Die langfristige Erhaltung der Remission ist Gegenstand laufender Studien. Erfreulicherweise sind viele Medikamente unterschiedlicher Substanzklassen in der klinischen Erprobung.

Wir freuen uns, dass Herr Prof. Dr. Weis durch seinen Beitrag über die psychosoziale Unterstützung durch ambulante Krebsberatungsstellen uns informativ weiterbildet.

Herr Dr. Otto beschreibt und diskutiert potentielle Prognosemarker des frühinvasiven Harnblasenkarzinoms.

Ich bin überzeugt, dass die Zusammenstellung dieses Heftes sie weiterbildet und den aktuellen Wissensstand darstellt.


Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt
Leiter der Sektion Multiples Myelom