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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. September 2011

nab-Paclitaxel bietet Vorteile gegenüber herkömmlichen Taxanen

Interview mit Prof. Stefan Glück, Miami, USA

Taxane spielen seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in der Tumortherapie. Um sie infundierbar zu machen, werden jedoch Lösungsmittel benötigt, die zu Hypersensitivitätsreaktionen führen, die Pharmakokinetik negativ beeinflussen und auch die Toxizitäten erhöhen können. Vermeidbar sind diese Probleme durch die sog. nab-Technologie: Die Zytostatika werden in Albumin-Nanopartikel eingeschlossen und gezielt zum Tumor transportiert. nab-Paclitaxel (Abraxane®) ist bereits seit 2008 in der EU zugelassen zur Therapie des metastasierten Mammakarzinoms. In den zulassungsrelevanten Studien zeigte sich das Potenzial dieser Wirkstoff-Formulierung. Professor Glück beschreibt in einem Interview die Besonderheit von nab-Paclitaxel und den sich daraus ergebenden klinischen Nutzen für die Patienten.
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0 Prof. Stefan Glück, Miami

Herr Professor Glück, was macht nab-Paclitaxel (Abraxane®) so einzigartig im Vergleich mit anderen Taxanen?
Einzigartig ist die so genannte nab (nanoparticle albumin-bound)-Technologie, die es ermöglicht, Paclitaxel-Albumin höher zu dosieren ohne gleichzeitig mehr Nebenwirkungen zu induzieren. Des weiteren ermöglicht das Fehlen des Cremophors kürzere Infusionszeiten (1/6 der Zeit, d.h. 30 min vs. 3 h), weniger allergische Reaktionen und möglicherweise eine gezielte Aufnahme des Medikaments in die Tumorzellen.

Was bedeutet tumorgerichteter Mechanismus?
Durch das Caveolinsystem und das SPARC (Secreted Protein Acidic and Rich in Cysteine)-System ist die Wahrscheinlichkeit, dass das wirksame Medikament Paclitaxel in die Tumorzelle aufgenommen wird, höher als bei herkömmlichem Paclitaxel ohne die nab-Technologie.

Welchen Nutzen zieht man aus einer linearen Pharmakokinetik?
Eine schnelle Eliminierungszeit bedeutet schnellere Auflösung bzw. Rückbildung von Nebenwirkungen, insbesondere der sensorischen Neuropathie.

Welche klinischen Vorteile bietet Abraxane® im Vergleich mit herkömmlichem Paclitaxel?
Es zeigte sich mit 27% versus 13% eine mehr als doppelt so hohe Ansprechrate (in der Second-Line und weiteren Folgetherapien) und ein um fast 5 Wochen verlängertes TTP (Zeit bis zur Tumorprogression). Bei Patienten mit mindestens einer Vortherapie ergibt sich auch ein verlängertes Gesamtüberleben.

Zeigt nab-Paclitaxel auch eine überlegene Wirksamkeit gegenüber Docetaxel?
Ja, aber nur wenn es wöchentlich verabreicht wird, insbesondere in der Dosierung von 150 mg/m2 (für d1, 8, 15  q4w).

Wie lässt sich die wöchentliche Gabe im Vergleich mit der dreiwöchentlichen Gabe von Abraxane einschätzen?
Die Substanz zeigt in der wöchentlichen Gabe eine höhere Wirksamkeit, ohne dass gleichzeitig die Toxizität zunimmt.

Unter nab-Paclitaxel ist keine Prämedikation trotz einer 49% höheren Dosierung von Abraxane notwendig – wie sieht dementsprechend das Sicherheitsprofil und die Lebensqualität der Patientinnen unter Abraxane-Therapie aus?
Viele der Prämedikationen haben eigene Nebenwirkungen z.B. Zucker-Stoffwechsel-Störungen, körperliche Unruhe (Agitation), extrapyramidale Störungen, Kopfschmerzen und Konstipation. Trotz höherer Dosierung und ohne Prämedikation gibt es weniger allergische Reaktionen bei nab-Paclitaxel im Vergleich mit anderen Taxanen.

Wie bewerten Sie die Ergebnisse zur sensorischen Neuropathie unter nab-Paclitaxel, insbesondere unter dem Aspekt der Reversibilität?
Wir verabreichen eine um 49% höhere Dosierung und geben  das Medikament 3-6 Wochen länger; dies erklärt die höhere Inzidenz der sensorischen Neuropathie. Wegen der linearen Pharmakokinetik wird das Medikament jedoch schneller eliminiert und die Nebenwirkungen gehen schneller zurück. Langzeitschäden im Gegensatz zu herkömmlichem, lösungsmittelhaltigem Paclitaxel sind nicht beschrieben worden.

Welche Empfehlungen können Sie zur praktischen Anwendung von nab-Paclitaxel bei der Behandlung der mBC-Patientinnen aussprechen?
Im Gegensatz zu herkömmlichem Paclitaxel braucht man kein spezielles Infusionsbesteck und von der Benutzung eines Filters ist im Hinblick auf die Albuminbindung von Paclitaxel abzuraten.
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