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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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28. Mai 2013

mRCC: Zweitlinientherapie mit Everolimus bewährt sich im Therapiealltag

Interview mit PD Dr. med. Victor Grünwald, Medizinische Hochschule Hannover.

Everolimus (Afinitor®) ist für die Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC) nach Versagen einer gegen VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) gerichteten Therapie zugelassen. Auch unter Praxisbedingungen profitieren Patienten mit fortgeschrittenem RCC, die während oder nach einer gegen VEGF gerichteten Therapie progredient sind, von dem mTOR-Inhibitor. Dies zeigte die seit Kurzem als Vollpublikation veröffentlichte 2. Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie (NIS) CHANGE (Charakterisierung von Afinitor® nach gezielter Ersttherapie). In dieser wurden die Daten von 196 mit Everolimus behandelten Patienten (Gesamtpopulation) aus 79 deutschen Zentren dokumentiert, die zwischen 08/2009 und 09/2011 mind. 3 Monate beobachtet wurden.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Worin sehen Sie den Nutzen einer nicht-interventionellen Studie (NIS) wie CHANGE?

Grünwald: In den Zulassungsstudien sind immer nach bestimmten Kriterien ausgewählte Patienten eingeschlossen. In einer NIS werden Erfahrungen aus der Praxis gewonnen an Patienten, die nicht selektioniert sind, und ein Vergleich zeigt, wie sehr diese die Erfahrungen aus der Zulassungsstudie widerspiegeln.

JOURNAL ONKOLOGIE: In der Studie RECORD 1 lag das progressionsfreie Überleben (PFS) mit Everolimus nach Vorbehandlung mit 1 TKI bei 5,4 vs. 1,9 Monaten im Placeboarm und 4,0 vs. 1,8 Monate nach 2 TKI. In der NIS CHANGE lag die Zeit bis zur Tumorprogression (TTP) bei 7 Monaten. Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?

Grünwald: Der Schwerpunkt einer NIS liegt nicht so sehr auf der Bestimmung der Effektivität. Diese kann in einer Zulassungsstudie besser bestimmt werden, weil es dort i.d.R. einen Vergleichsarm gibt und vorher Kriterien definiert werden, die für die Effektivitätsbestimmung zum Tragen kommen sollen.

Die NIS CHANGE hat sehr klar gezeigt, dass Everolimus in der Zweitlinie eine klinisch relevante Effektivität hat, die sicherlich vergleichbar mit RECORD 1 ist und dass man Patienten mit mRCC auch im Therapiealltag mit Everolimus in der Zweitlinie effektiv behandeln kann. Die Verträglichkeit ist auch bei einem weniger selektionierten Patientengut gegeben, wie man an den Toxizitätsdaten sehen kann. Somit hat Everolimus seinen Stellenwert im Therapiealgorithmus des mRCC.

JOURNAL ONKOLOGIE: Hatten Sie dieses Ergebnis erwartet? Welche Konsequenzen für die Praxis ziehen Sie daraus?

Grünwald: Dass das Ergebnis der NIS CHANGE so gut ausfällt, habe ich nicht erwartet. Wir setzen das sog. TKI-Sandwich mit Erfolg ein, führen in der 1. und 3. Linie die Behandlung mit einem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) durch und setzen in der 2. Linie Everolimus ein. Dies ist Standard bei uns.

JOURNAL ONKOLOGIE: Kann eine TKI-Pause zu einem besseren Ansprechen auf einen TKI in der Drittlinie führen?

Grünwald: Es gibt sicher verschiedene Ebenen, auf denen sich eine Resistenz gegen einen TKI entwickelt. Ein Teil der Resistenzmechanismen ist reversibel, so dass die VEGF-Sensitivität - durch eine TKI-Pause - in der Drittlinie erhalten bleibt. Insofern glaube ich, dass man durch die alternierende Hemmung von verschiedenen Zielen (change of mode of action) günstiger fährt als mit einem anderen Vorgehen. Aber es gibt noch keine Studie, die das so untermauern würde. Neuere Studien konnten auch die Wirksamkeit eines weiteren TKI in der Zweitlinie mit ähnlichen Ergebnissen belegen. Ohne die einzelnen Resistenzmechanismen wirklich zu verstehen, wird es schwer werden eine abschließende Antwort zu haben.

JOURNAL ONKOLOGIE: Was ist für Sie persönlich das Wichtigste bei der Therapieentscheidung?

Grünwald: Der Patient steht immer im Vordergrund. Wichtig ist v.a.: Welche Begleiterkrankungen hat der Patient, wie kommt er mit einer Substanz zurecht? Die Effizienz der einzelnen Substanzen ist ähnlich, dadurch bekommt die Verträglichkeit einen ganz anderen Stellenwert und kann ein Faktor in der Auswahl der Folgetherapie sein. Wir reden nicht mehr darüber, was die effektivste Substanz ist. Letztlich geht es um die individuelle Verträglichkeit und Therapietreue. Jeder Patient reagiert anders und hat andere Bedürfnisse. Mit den heutigen Substanzen können wir auf diese Situationen reagieren und einen ersten Schritt Richtung Individualisierung gehen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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