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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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03. September 2013

mRCC: Leitlinienempfehlung für die Sequenz TKI - mTOR-Inhibitor bestätigt

Interview mit Prof. Dr. med. Axel S. Merseburger, Medizinische Hochschule, Hannover.
 

In der Phase-III-Studie RECORD-1 wurde bereits die Wirksamkeit von Everolimus beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) nach Progress unter einer gegen VEGF-gerichteten Therapie gezeigt (progressionsfreies Überleben (PFS) unter Everolimus 4,9 Monate vs. 1,9 Monaten unter Placebo; HR=0,33; p<0,001) (1). In einer von Calvo et al. durchgeführten post-hoc-Analyse zeigte sich bei den Patienten, die zuvor nur einen TKI erhalten hatten, ein medianes PFS von 5,4 Monaten unter Everolimus vs. 1,9 Monaten unter Placebo (HR=0,32; p<0,001) (2). Die auf dem ASCO vorgestellte Phase-II-Studie RECORD-3 verglich die Sequenz Sunitinib - Everolimus mit Everolimus - Sunitinib (3).

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Prof. Dr. med. Axel S. Merseburger, Hannover

JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Prof. Merseburger, haben die Ergebnisse der RECORD-3-Studie den Stellenwert von Everolimus in der Zweitlinie beim mRCC zusätzlich bestätigt?

MERSEBURGER: Die RECORD-3-Studie war eines der Highlights auf dem diesjährigen ASCO. Das primäre Studienziel - der Nachweis der Nichtunterlegenheit von Everolimus vs. Sunitinib in der Erstlinie - wurde zwar verfehlt. Gleichzeitig haben die Daten damit aber den Stellenwert von Everolimus in der Zweitlinie zusätzlich bestätigt. Nach einem Follow-up von 13 Monaten lag nach einer Interimsanalyse das mediane Gesamtüberleben für die Sequenz Sunitinib - Everolimus bei 32 Monaten im Vergleich zu 22,4 Monaten für die Sequenz Everolimus - Sunitinib. Der Unterschied war zwar statistisch nicht signifikant, aber es bestand ein starker Trend. Zusammenfassend haben die RECORD-3-Daten die Leitlinienempfehlung für die Sequenz Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) - mTOR-Inhibitor bestätigt.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welchen Stellenwert hat Everolimus als Zweitlinientherapie inzwischen in der Praxis erreicht bzw. die Sequenz TKI - Everolimus - TKI.

MERSEBURGER: Die Sequenz TKI - mTOR-Inhibitor - TKI ist im Praxisalltag sicherlich angekommen. In einigen größeren Behandlungszentren ist auch TKI - TKI - mTOR-Inhibitor eine Option, die eingesetzt wird. Für diese Sequenz gibt es aber bisher noch keine so gute Studienlage. Nach Sunitinib-Erstlinientherapie ist auch der TKI Axitinib in der Zweitlinie zugelassen und in den Leitlinien als Option aufgeführt. Nach der prospektiven Phase-III-Studie AXIS wirkt Axitinib nach Sunitinib- oder Zytokinvorbehandlung bei Progress signifikant besser als Sorafenib.

JOURNAL ONKOLOGIE: Worauf kommt es an bei der Entscheidung mTOR-Inhibitor oder TKI?

MERSEBURGER: Patienten, die unter TKIs starke Nebenwirkungen haben, profitieren meist von einem Wechsel des Wirkmechanismus, - d.h. von Everolimus. Wir setzen in Einzelfällen auch die Sequenz TKI - TKI ein, z.B. wenn ein Patient sehr lange stabil unter Erstlinientherapie mit einem TKI war oder der Eindruck besteht, dass der TKI zu früh abgesetzt wurde.

Auch der Zulassungsstatus spielt bei der Therapieauswahl eine Rolle. Die Empfehlung für Axitinib als Zweitlinie gilt z.B. nicht, wenn in der Erstlinie Pazopanib eingesetzt wurde. Da Zytokine im klinischen Alltag als Erstlinie praktisch nicht mehr als alleinige Substanz gegeben werden, kann Axitinib nur nach Sunitinib-Erstlinientherapie eingesetzt werden. Die im Behandlungsspektrum breiter einzusetzende Sequenz vom Zulassungsstatus her ist daher TKI - mTOR-Inhibitor.

JOURNAL ONKOLOGIE: Ist Everolimus besser verträglich als ein TKI?

MERSEBURGER: Es gibt Patienten, die den mTOR-Inhibitor gar nicht bemerken, andere wiederum leiden unter Nebenwirkungen wie Stomatitis, Müdigkeit und Durchfall, die aber meist gut kontrollierbar sind. Wichtig in der Therapie des mRCC ist ein optimales Nebenwirkungsmanagement, damit die Therapie möglichst lange, ohne relevante Nebenwirkungen und ohne Absetzen der Substanz durchgeführt werden kann. Wir können die Tumorerkrankung zwar nicht heilen, aber für die Patienten damit eine bessere Lebensqualität und in der Therapiesequenz längeres Gesamtüberleben erreichen.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Erfahrungen konnten Sie im Praxisalltag mit der Sequenz Sunitinib - Everolimus sammeln?

MERSEBURGER: Prinzipiell konnte ich gute Erfahrungen mit dieser Sequenz sammeln. Zum Teil haben die Patienten lange stabile Erkrankungsverläufe.

Vielen Dank für das Gespräch!

Literaturhinweise:
(1) Motzer RJ, et al. Cancer 2010; 116: 4256-4265.
(2) Calvo E, et al. Eur J Cancer 2012; 48(3): 333-339.
(3) Motzer RJ, et al. ASCO 2013 - oral presentation: Abstr. #4504.

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