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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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24. Juni 2016

EAU 2016: Aktuelle Daten

mCRPC: Erneut Hinweise auf Vorteile von frühem Beginn der Therapie mit Abirateronacetat

Eine aktuelle Post-hoc-Subgruppenanalyse der Studie COU-AA-302 bekräftigt vorherige Hinweise, nach denen bestimmte Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) davon profitieren könnten, wenn sie die Therapie mit Abirateronacetat im Rahmen der Indikation früh nach Versagen der Androgendeprivation beginnen.
Zu einer der offenen Fragen in der Therapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) gehört der Zeitpunkt ihres Beginns. Die Leitlinie der European Association of Urology (EAU) hat noch bis 2013 empfohlen, im metastasierten Stadium vor Einsatz der modernen Medikamente für die mCRPC-Therapie nicht nur eine Androgendeprivation mit einem LHRH-Agonisten/Antagonisten (LHRHa) vorzunehmen, sondern nach deren Versagen einen Androgenrezeptorblocker zu addieren (maximale Androgenblockade) (1). Seit deren Aktualisierung 2014 kann bereits direkt nach Versagen der LHRHa eine mCRPC-Therapie mit einem der modernen Medikamente beginnen, wenn die anderen Kriterien für das Vorliegen einer Kastrationsresistenz erfüllt sind (biochemischer oder radiologischer Progress trotz Serumtestosteron-Werten auf Kastrationsniveau von < 50 ng/dl oder < 1,7 nmol/l) (2).

Eines dieser in den letzten Jahren zugelassenen Medikamente für die mCRPC-Therapie ist Abirateronacetat (Zytiga®). Es kommt in Kombination mit Prednison/Prednisolon unter anderem in der Therapie des nicht oder mild symptomatischen mCRPC nach Versagen der Androgendeprivation zum Einsatz, wenn eine Chemotherapie noch nicht indiziert ist (3). Für diesen Androgenbiosynthese-Inhibitor hatte bereits eine Post-hoc-Analyse der Daten der dritten Interimsanalyse der Zulassungsstudie COU-AA-302 Hinweise darauf geliefert, dass die Patienten besonders profitieren könnten, wenn sie die Therapie früh im Rahmen der Indikation erhalten (4). Darauf weist jetzt eine aktuelle hypothesengenerierende Post-hoc-Subgruppenanalyse ebenfalls hin, die auf den Daten der finalen Analyse der Studie basiert und auf dem diesjährigen EAU-Kongress vorgestellt wurde (5).

In der Studie COU-AA-302 hatten nicht bzw. mild symptomatische mCRPC-Patienten (n=1.088) Abirateronacetat oder Placebo erhalten – jeweils plus Prednison/Prednisolon (Abirateron vs. Placebo) (6). „In der aktuellen Post-hoc-Subgruppenanalyse haben wir auf Basis von Cox-Regressionsanalysen nach Prostatakarzinom-abhängigen Parametern gesucht, die einen signifikanten unabhängigen Einfluss auf das Überleben haben“, erklärt Erstautor Prof. Dr. Kurt Miller, Berlin. Dies waren der PSA-Wert, der Gleason-Score und der Schmerz, ermittelt anhand der Frage 3 des Brief Pain Inventory (BPI-SF) (5).


Gesamtüberleben 53,6 Monate

Basierend auf diesen Parametern wurden die Patienten zwei Gruppen zugeordnet: Die Günstige-Prognose-Gruppe (n=264) hatte keinen Schmerz (BPI-SF-Score: 0-1), einen PSA-Wert < 80 ng/ml und einen Gleason-Score < 8 zu Beginn. Die Ungünstige-Prognose-Gruppe (n=824) hatte milde Schmerzen (BPI-SF ≥ 2) und/oder einen PSA-Wert ≥ 80 ng/ml und/oder einen Gleason-Score ≥ 8 (5). Nach der Analyse lag das Gesamtüberleben unter Abirateron in der Günstige-Prognose-Gruppe bei 53,6 Monaten und konnte gegenüber Placebo signifikant um 11,8 Monate verlängert werden (vs. 41,8 Monate, HR=0,61; p=0,0055). In der Ungünstige-Prognose-Gruppe erzielte Abirateron ebenfalls eine Überlegenheit in Bezug auf das Gesamtüberleben, doch dieses war kürzer als in der Günstige-Prognose-Gruppe und der Unterschied zwischen beiden Studienarmen war geringer (31,2 vs. 28,4 Monate, HR=0,84; p=0,0321) (5).

„Die Analyse liefert Hinweise darauf, dass Patienten mit günstiger Prognose und früherem Beginn der Therapie besonders von Abirateronacetat profitieren können“, so das Fazit von Miller. Seines Erachtens gilt dies vor allem für Patienten ohne Schmerzen und mit einem nur mäßig erhöhten PSA-Wert (< 80 ng/ml), weil der Gleason-Score in einer vorherigen Studie nicht prädiktiv für das Ansprechen von Abirateron war und eine Reihe von weiteren Limitationen aufweist, so dass er im Behandlungsalltag kein zuverlässiger Prognosemarker ist (7). Miller hält jedoch weitere prospektive Studien für notwendig, um diese Ergebnisse zu untermauern.


Mit freundlicher Unterstützung der Janssen-Cilag GmbH
Petra Eiden, Berlin
Literatur:
(1) Heidenreich A et al. http://uroweb.org/guideline/prostate-cancer/. Letzter Abruf: 15.03.2016.
(2) Mottet N et al. http://uroweb.org/guideline/prostate-cancer/. Letzter Abruf: 15.3.2016.
(3) Aktuelle Fachinformation Zytiga®.
(4) Miller K et al. Akt Urol 2015;46:66-70.
(5) Miller K et al. EAU-Kongress 2016, 11.-15.03.2016, München: Poster 775.
(6) Ryan CJ et al. Lancet Oncol 2015; 16: 152-60.
(7) Fizazi K et al. Ann Oncol 2016; 27(4): 699-705.
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