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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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09. Oktober 2017

mCRPC: Gute Verträglichkeit von Abirateronacetat erneut untermauert

Daten, die auf dem ASCO Annual Meeting 2017 in Chicago, USA, vorgestellt wurden, untermauern die gute Verträglichkeit von Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon in der Erstlinientherapie des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC). Eine vergleichende, prospektive Phase-II-Studie lässt eine bessere Lebensqualität als unter Enzalutamid vermuten.
Die kürzlich präsentierte Analyse der Phase-II-Studie spricht erneut dafür, dass es Unterschiede in der Verträglichkeit von Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon (Abirateron/P, Zytiga®) und Enzalutamid geben könnte (1). Die beiden Wirkstoffe greifen auf unterschiedlichen Ebenen in die Androgenrezeptor-Signalkaskade ein und stellen eine Option für die Erstlinientherapie des nicht oder mild symptomatischen mCRPC dar (2).


Hinweis auf bessere Lebensqualität

In der Studie hatten 202 mCRPC-Patienten in der Erstlinientherapie randomisiert Abirateron/P oder Enzalutamid erhalten (1). Die Studienautoren ermittelten als sekundäre Endpunkte zu Studienbeginn, nach 12 und zum Teil nach 24 Wochen anhand von etablierten Fragebögen die Lebensqualität (Functional Assessment of Cancer Therapy-Prostate: FACT-P), die Kognition (Montreal-Cognitive Assessment: MoCA) und eine Depression (Patient Health Questionnaire: PHQ-9).

Die medianen Baseline-Werte der 3 Scores waren vergleichbar zwischen den beiden Studien-Armen (1). Im Verlauf zeigten sich jedoch Unterschiede. So verbesserten sich innerhalb von 12 Wochen der mediane FACT-P-Gesamtscore und somit die Lebensqualität im Abirateron/P-Arm (von 115 auf 129), während sich im Enzalutamid-Arm keine Änderung einstellte (konstant um 114). Der Unterschied zwischen Abirateron/P und Enzalutamid war in Woche 12 und Woche 24 signifikant (Abb. 1). Zugleich trat unter Enzalutamid im Vergleich zu Abirateron/P innerhalb von 12 Wochen bei mehr Patienten eine signifikante Verschlechterung der Depressivität ein (23% vs. 6%, p=0,003; n=161). Eine Verschlechterung der Kognition war in Woche 12 im Trend häufiger im Enzalutamid-Arm zu beobachten (13% vs. 5%, p=0,06; n=161).

 
Abb. 1: Bessere Lebensqualität im FACT-P-Gesamtscore unter Abirateron/P vs. Enzalutamid in der mCRPC-Erstlinientherapie in einer prospektiven Phase-II-Studie (mod. nach (1)).
Abb. 1: Bessere Lebensqualität im FACT-P--Gesamtscore unter Abirateron/P vs. Enzalutamid in der mCRPC-Erstlinientherapie in einer prospektiven Phase-II-Studie (mod. nach (1)).



Untermauerung früherer Analysen

Hinweise auf derartige Unterschiede zwischen den beiden Wirkstoffen hatten bereits 2 Analysen geliefert, die beim ASCO Annual Meeting 2016 vorgestellt worden waren. Hier zeigte eine retrospektive Auswertung der Daten von 3.003 mCRPC-Patienten, dass 12 Monate nach Therapiebeginn unter Abirateron/P (n=2.196) weniger Patienten ZNS-Nebenwirkungen sowie Fatigue entwickelt hatten als unter Enzalutamid (n=807) (3). Der Anteil mit ZNS-Nebenwirkungen lag zu diesem Zeitpunkt bei 30,3% vs. 37,5% (p=0,005), der Anteil mit Fatigue betrug 25,0% vs. 28,6% (p=0,013). In einer früheren Analyse der eingangs vorgestellten Phase-II-Studie, die auf den Daten von etwa der Hälfte der Patienten basierte, trat 12 Wochen nach Therapiebeginn unter Abirateron/P (n=57) im Vergleich zu Enzalutamid (n=57) bei signifikant weniger Patienten eine Verschlechterung der Depression (4% vs. 19%, p=0,035) ein (4). Ihre Kognition verschlechterte sich im Trend seltener (2% vs. 13%, p=0,059).


Wahl der Erstlinientherapie

Da es bislang keine prospektiven Studien gibt, die Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen Abirateron/P und Enzalutamid zeigen, spielen bei der Wahl zwischen den beiden Wirkstoffen auch andere Faktoren eine Rolle. Zu ihnen gehört die Verträglichkeit. Daher könnten Studien, die für Unterschiede in der Verträglichkeit zwischen Abirateron/P und Enzalutamid sprechen, einen Einfluss auf die Wahl der Erstlinientherapie des mCRPC haben. Denn eine bessere Lebensqualität, eine bessere Stimmungslage oder eine bessere Leistungsfähigkeit durch weniger Fatigue können eine hohe Bedeutung für die Patienten haben.


Eine Initiative der Janssen-Cilag GmbH, Neuss
Literatur:
(1) Khalaf D et al. J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 5036) & poster.
(2) Mottet N et al. Guidelines on Prostate Cancer. ©European Association of Urology 2017: https://uroweb.org/guideline/prostate-cancer/; letzter Abruf: 18.07.2017.
(3) Pilon D et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 5078) & poster.
(4) Parimi S et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 5059) & poster.
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