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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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04. November 2016

mCRPC: Abirateronacetat verlängert das Gesamtüberleben

In der auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) vorgestellten randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie COU-AA-302 wurde unter Abirateronacetat ein Gesamtüberlebensvorteil von Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) gezeigt.
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In Fällen, in denen herkömmliche Hormontherapien bei mild symptomatischer Tumorerkrankung versagen, stehen mCRPC-Patienten nun Next-Generation-Hormontherapien wie z.B. Abirateronacetat (Zytiga®) zur Verfügung. „Abirateronacetat hat in dieser Situation klare Überlebensvorteile gezeigt“, erklärte Prof. Dr. Axel Merseburger, Lübeck. Die multizentrische, doppelblinde Phase-III-Studie COU-AA-302 randomisierte Patienten mit progredientem, Chemotherapie-naivem mCRPC auf Abirateronacetat/Predniso(lo)n (n=546) oder Placebo/Predniso(lo)n (n=542) (1). Als ko-primäre Endpunkte dienten das radiologisch progressionsfreie Überleben (rPFS) und das Gesamtüberleben (OS). Nach 49,2 Monaten zeigte sich im Hinblick auf das mediane OS mit 34,7 Monaten eine signifikante Überlegenheit von Abirateronacetat gegenüber Placebo mit 30,3 Monaten (HR=0,81; 95%-KI: 0,70-0,93; p=0,0033). Darüber hinaus verdoppelte sich das rPFS im Abirateronacetat-Arm mit 16,5 Monaten gegenüber 8,2 Monaten im Placebo-Arm signifikant (HR=0,52; 95%-KI: 0,45-0,61; p<0,0001). Merseburger beschrieb die Daten als „sensationell“. Die signifikante Überlegenheit von Abirateronacetat gegenüber Placebo zeigte sich auch in allen sekundären Endpunkten der Studie: Zeit bis zum Beginn einer Opiat- oder Chemotherapie, Zeit bis zur ECOG-PS-Verschlechterung und bis zur PSA-Progression. Hinsichtlich der Verträglichkeit fügte Merseburger hinzu, dass eine gute Langzeitverträglichkeit beobachtet werden konnte. Zudem sei das kardiovaskuläre Sicherheitsprofil auch bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren akzeptabel, betonte PD Dr. Henrik Suttmann, Hamburg. Eine Post-hoc-Analyse der COU-AA-302-Studie einer „günstigen“ und „ungünstigen“ Prognosegruppe (2) ergab, dass grundsätzlich alle Patienten von der Abirateronacetat-Therapie profitieren. Allerdings ist ein früher Therapiestart von Vorteil, erklärte Suttmann.

Die Expression des Androgenrezeptors (AR)-V7 ist ein Hinweis auf eine Resistenz gegenüber Abirateronacetat und Enzalutamid und könnte somit als potenzieller Biomarker die Therapieentscheidung erleichtern (3). „Ein Wechsel des Wirkmechanismus auf eine Chemotherapie kann sinnvoll sein, aber es gibt auch Patienten, die trotz AR-V7-Expression auf Abirateronacetat und Enzalutamid ansprechen“, sagte Merseburger. Zusammenfassend zeigt Abirateronacetat sowohl in klinischen Studien als auch im Behandlungsalltag eine gute Verträglichkeit und Lebensqualität. Die Patientenzufriedenheit und die Machbarkeit der Therapie ist sicherlich als gut zu beurteilen, schloss Suttmann. Derzeit läuft eine erste prospektive, randomisierte, offene Phase-II-Studie zum sequenziellen Einsatz der Next-Generation-Hormontherapien (https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02125357). Erste Ergebnisse werden Anfang 2017 erwartet.
(ma)
Fachpressekonferenz „Praxis und Theorie: Erstlinientherapie des mCRPC mit Zytiga®“, DGU-Kongress, 29.09.2016, Leipzig; Veranstalter: Janssen-Cilag
Literatur:
(1) Ryan CJ et al. Lancet Oncol 2015.
(2) Miller K et al. EAU 2016; Abstract 775.
(3) Azoitei A et al. J Steroid Biochem Mol Biol 2016.
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