Donnerstag, 14. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
06. Dezember 2016

mCRC: Rechts- oder linksseitig als Prognosekriterium

Die Analyse der Studien FIRE-3 und CRYSTAL haben für linksseitige metastasierte Kolorektalkarzinome (mCRC) 38,0 bzw. 28,0 Monate Gesamtüberleben sowie ca. 18,3 und 23,0 Monate bei rechtsseitigen Tumoren gezeigt. Prognostisch prädiktiv war dabei die Anti-EGFR-Therapie mit Cetuximab für linksseitige Tumoren. Zudem ließ sich ein nicht signifikanter Trend für einen Vorteil von einer Anti-VEGF-Therapie mit Bevacizumab bei rechtsseitigen Tumoren beobachten, so PD Dr. Sebastian Stintzing, München (1). Wir wissen heute, dass rechts- und linksseitige Kolorektalkarzinome tumorbiologisch und prognostisch unterschiedlich sind. Ca. ein Drittel aller mCRC liegen rechtsseitig.
Anzeige:
 
 
„Linksseitige Tumoren sind assoziiert mit einem westlichen Ernährungsstil. Im absteigenden Teil des Colon entsteht durch die Fermentation von rotem Fleisch Ammoniak, das die DNA schädigt. Rechtsseitige Tumoren werden hingegen über den Biofilm getriggert, der über einen langen Zeitraum die mukosale Barriere überwinden und dort ein Karzinom auslösen kann. Tumoren im Colon transversum kommen mit einer Inzidenz von 2-3% sehr selten vor, es wird embryonalentwicklungstechnisch der rechten Seite zugeschlagen, letztlich ist aber die splenische Flexur die Grenze“, erläuterte er.

Bereits 2014 waren von Dienstmann et al. auf dem ASCO-Kongress 4 Subgruppen definiert worden, bei denen ebenfalls die Linksseitigkeit als prognostisch günstiger auffiel (Tab. 1) (2).
 
Tab. 1: Subtypisierung beim metastasierten Kolorektalkarzinom (mod nach (1, 2). MSI=Mikrosatelliteninstabilität; CIN=Chromosomeninstabilität, MSS=Mikrosatellitenstabilität

Subtyp

Charakteristika

Prognose

Inzidenz (%)

CMS 1

immunogen; MSI, älter bei Diagnose, häufiger Frauen, BRAF-mutiert

intermediär

14

CMS 2

kanonisch; hohe CIN, MSS, TP53-mutiert, EGFR-Amplifikation

besser

37

CMS 3

metabolisch; niedrige CIN, KRAS-mutiert, PIK3CA-mutiert, IGFBP2-Überexpression

intermediär

13

CMS 4

mesenchymal; CIN/MSI heterogen, jünger bei Diagnose, NOTCH3/VEGFR2-Überexpression

schlechter

23

rechtsseitig

Tumor in Appendix, Zökum, Colon ascendens, Leberflexur (Colon transversum)

schlecht (in Abhängigkeit des CMS-Subtyps, häufig ist CMS 1)

20-25

linksseitig

Tumor in Milzflexur, Colon descendens, Colon Sigmoideum oder Rektum

gut/besser (in Abhängigkeit des CMS-Subtyps, häufig ist CMS 2)

75-80



Die den Consensus Molecular Subtypes (CMS) zugrundeliegende molekulare Tumorbiologie listet Charakteristika auf, für die in der Routine allerdings noch keine standardisierten Messungen existieren. „Bis diese vorliegen, ist die Unterscheidung zwischen rechts und links beim mCRC schon ein prognostisch wichtiger Parameter.“ Nach der retrospektiven Analyse von FIRE-3 und CRYSTAL sollen 2017 auch Daten zur Rechts- und Linksseitigkeit in der VELOUR-Studie folgen.
(ab)
Pressegespräch „Innovative Therapiekonzepte beim metastasierten Kolorektalkarzinom“, DGHO-Kongress, 14.10.2016, Leipzig; Veranstalter: Sanofi
Literatur:
(1) Stintzing S et al. JAMA 2016.
(2) Dienstmann R et al. Nature Medicine (2015) doi:10.1038/nm.3967.
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017