Freitag, 24. November 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
02. Dezember 2015

Faktoren, die die Therapiewahl beim mCRC beeinflussen

mCRC: „Bevacizumab/FOLFOXIRI: hocheffektive First-Line-Therapie für fitte Patienten“

Interview mit Dr. Manfred Welslau, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie & Onkologie, Aschaffenburg.

Für die First-Line-Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) stehen Kombinationstherapien unterschiedlicher Intensität zur Verfügung. Ein entscheidendes Kriterium für die Therapiewahl ist unter anderem die körperliche Verfassung des Patienten.

Manfred WeslauJOURNAL ONKOLOGIE: Was sind aus Ihrer Sicht Kennzeichen eines mCRC-Patienten mit guter, „fitter“ Konstitution mit Blick auf die Therapie?

Welslau: In diesem Sinne „fitte“ Patienten sind in der Regel nicht älter als 70 Jahre, haben einen guten ECOG-Performance-Status und nur wenige Komorbiditäten in Bezug auf Herz, Lunge und Niere – es sind die aktiven Patienten, die auch einer komplexen Therapie gegenüber aufgeschlossen sind. Das chronologische Alter des Patienten ist weniger wichtig als das biologische Alter; vielmehr zählen Konstitution und Therapiewunsch des Patienten.


JOURNAL ONKOLOGIE: Warum ist die Abklärung der körperlichen Verfassung so wichtig für die Therapiewahl mit Bevacizumab?

Welslau: Patienten mit inoperablem mCRC können heute mit einer First-Line-Therapie aus Antikörper/Chemotherapeutika Überlebenszeiten von 40 Monaten und mehr erreichen. Bei fitten Patienten kann die Chemotherapie intensiviert werden, etwa indem FOLFIRI (Folinsäure/5-Fluorouracil/Irinotecan) mit Oxaliplatin zu FOLFOXIRI aufgestockt wird. Die Kombination aus Bevacizumab (Avastin®) und FOLFOXIRI ist eine hocheffektive First-Line-Therapie für diese Patienten. Es lassen sich damit langanhaltende Remissionen erreichen, was vermutlich auf die kontinuierlich hohe Intensität der Therapie zurückzuführen ist. Für diesen „Input“ müssen die Patienten ausreichend gerüstet sein. Es ist deshalb enorm wichtig, neben der obligatorischen Bestimmung des RAS-Mutationsstatus und der Operabilität auch die „Fitness“ des Patienten zu erfassen. Der einzuschlagende Therapieweg hängt stark von den individuellen Voraussetzungen des Patienten ab – das heißt, die Therapie ist heute weitgehend personalisiert.


JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Patienten profitieren gemäß aktueller Studien besonders von der Kombinationstherapie mit Bevacizumab/FOLFIRI bzw. FOLFOXIRI?

Welslau: Bevacizumab kann beim mCRC mit jedem Chemotherapie-Regime kombiniert werden. Das aktuelle Update der TRIBE-Studie (1) zeigt, dass Patienten mit RAS-Wildtyp und Nicht-Vorliegen einer BRAF-Mutation (all-wt) von einer Chemotherapie in Kombination mit Bevacizumab besonders stark profitieren. Das längste Gesamtüberleben wurde mit Bevacizumab/FOLFOXIRI erreicht und betrug im Median 41,7 Monate (all-wt) bzw. 37,1 Monate (RAS-wt). Auch mit Bevacizumab/ FOLFIRI wurden Überlebenszeiten von über 30 Monaten bei all-wt-Patienten erreicht.

Welches der beiden Therapieregime ausgewählt werden sollte, hängt maßgeblich von der eingangs erwähnten körperlichen Verfassung der Patienten ab – FOLFOXIRI ist effektiver, aber auch belastender für den Patienten, wobei letzteres zumeist den un-erwünschten Wirkungen der intensi-vierten Chemo- therapie geschuldet ist.


JOURNAL ONKOLOGIE: Wie sind Ihre persönliche Erfahrungen mit Avastin®?

Welslau: Da mit Bevacizumab beim mCRC in allen Therapielinien und unabhängig vom Mutationsstatus behandelt werden kann, hat dieser Antikörper in unserer Praxis ein breites Anwendungsgebiet. Wir verwenden Bevacizumab seit seiner Zulassung und haben umfangreiche Erfahrungen mit dem VEGF-Antikörper. Er zeichnet sich durch hohe Effektivität bei vergleichsweise geringer Toxizität aus, insbesondere die von Patienten gefürchtete Hauttoxizität entfällt. Wir informieren die Patienten über die zu erwartenden, unerwünschten Effekte der verschiedenen Antikörper und treffen dann gemeinsam eine Entscheidung bezüglich der Therapie.

Auch bei Patienten mit RAS- und all-wt-Tumoren setzen wir Bevacizumab ein und bieten „fitten“ Patienten die Kombination Bevacizumab/FOLFOXIRI an – aufgrund der hohen Wirksamkeit.


Vielen Dank für das Gespräch!


Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG

Das Interview führte Dr. Beate Grübler, Hannover
Literatur:

(1) Cremolini C et al. Lancet Oncol 2015;16(13): 1306-1315.

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
NET
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs