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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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28. Juni 2013

Kasuistik I

Zweitlinientherapie einer Patientin mit metastasiertem Mammakarzinom

Mit nab-Paclitaxel und Trastuzumab nach Änderung des Her2-Status

Bei einer 57-jährigen Patientin wurde 01/2007 ein bifokales invasiv-duktales Mammakarzinom rechts diagnostiziert sowie eine ossäre Metastasierung in 10/2009 und eine Lebermetastase in 11/2010 (Kasuistik vorgestellt von PD Dr. M. Thill, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Brustzentrum, Agaplesion Markus Krankenhaus, Frankfurt am Main).

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Diagnose
01/2007: Bifokales invasiv-duktales Mammakarzinom rechts. cT2m (22 mm und 12 mm), cN1, cM0, G2, ER+, PR-, HER2-


Therapie und Verlauf


1/2007: Neoadjuvante Chemotherapie mit 4x Epirubicin und Cyclophosphamid (EC) q3w gefolgt von 4x Docetaxel. Im sonographischen Monitoring nach 4x EC nur noch flauer Tumorrest und diffuse Architekturstörung (daher Clipeinlage). Nach 4x Docetaxel sonographisch kein Tumorrest (Mamma/Axilla) nachweisbar (cCR).

07/2007: Segmentresektion rechts bei 11:00-01:00 Uhr oben außen, Axilladissektion

Postoperatives Stadium: ypT0, ypN0(0/14), cM0, G2, ER+, PR-, HER2-
Adjuvante Radiatio der rechten Restbrust

9/2007: Beginn einer endokrinen Therapie mit Anastrozol upfront

10/2009: Vorstellung in der Nachsorge mit Schmerzen in der LWS, Nachweis einer ossären Metastasierung LWK 4/5 im CT, keine Frakturgefahr, übriges Staging unauffällig, CA 15-3 130 U/l.


Maßnahmen


10/2009: Radiatio der LWS

11/2009: Umstellen der endokrinen Therapie auf Exemestan; Zoledronsäure 4 mg q4w

03/2010: Staging mit stable disease, CA 15-3 57 U/l

07/2010:
Staging mit stable disease, CA 15-3 59 U/l

11/2010:
Staging mit stable disease, CA 15-3 92 U/l, Nachweis einer 2 cm großen Lebermetastase im CT-Abdomen, SD der ossären Metastasierung, keine Symptome.


Maßnahmen

11/2010: CT-gesteuerte Stanzbiopsie der Lebermetastase. Metastase passend zum invasiv-duktalen Mammakarzinom, jedoch jetzt HER2-positiv (G2, ER IRS 12, PR IRS 12, HER2+)

11/2010: Umstellung der Therapie auf Vinorelbin (30 mg/m2, d1+8, q21d) und Trastuzumab, Weiterführen der Bisphosphonat-Therapie mit Zoledronat q4w

08/2011: Progression der hepatischen Filiae mit multiplen Metastasen, die symptomatisch sind.


Maßnahmen

08/2011: Beginn einer palliativen Chemotherapie mit nab-Paclitaxel 150 mg d1, 8, 15, q28d und Trastuzumab 2 mg d1, 8, 15, 21, q28d als Treatment-beyond-progression, Umstellung auf Denosumab.

11/2011:
Auftreten von Neutropenien bis 1.100 Leukozyten; Umstellung auf nab-Paclitaxel 100 mg/m2 mit guter Verträglichkeit bis einschließlich 5/2012.

02/2012: Partielle Remission der hepatischen Metastasen, SD der ossären Metastasen

5/2012: Weitere Remission der hepatischen Metastasen, SD der ossären Metastasen

Seit 5/2012: Endokrine Therapie mit Fulvestrant, außerdem Trastuzumab und Denosumab

09/2012: Stable disease.


Bei dieser Patientin konnte durch die Biopsie der Lebermetastase eine Änderung des HER2-Status nachgewiesen werden (von HER2- auf HER2+). Durch Taxan-Reexposition mit nab-Paclitaxel in Kombination mit Trastuzumab (beyond progression) und die Umstellung auf den RANKL-Inhibitor Denosumab wurde eine partielle und sich im Verlauf kontinuierlich verbessernde Remission der hepatischen Metastasen sowie eine Stabilisierung der ossären Metastasen erreicht. Aufgrund von Neutropenie erfolgte eine Dosisreduktion auf 100 mg/m2 mit guter Verträglichkeit sowie weiterer Remission der hepatischen Metastasen und SD der ossären Metastasen.

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