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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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06. August 2014

Zusammenfassung Workshops/Kasuistiken

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Die Leiter der 4 Arbeitsgruppen "rapportierten" auch dieses Jahr die Diskussionspunkte, die bei einzelnen vorgestellten Kasuistiken den größten Raum einnahmen. Dr. Ingo Bauerfeind, Klinikum Landshut, stellte heraus, dass nah an den Standards therapiert wird und die "Unterschiede in der Behandlung nur noch sehr marginal sind“. Ein Thema, dass sich durch alle drei Kasuistiken gezogen hat und das „noch nicht gut beherrscht" wird, ist die Frage nach dem Zeitpunkt, ab wann die kausale Krebstherapie beendet wird und was best supportive care überhaupt bedeutet (Eine Kasuistik aus dieser Gruppe ist auf Seite 9 ausführlich dargestellt).

PD Dr. Cornelia Liedtke, Universität Lübeck, hob aus ihrer Gruppe einen Fall besonders hervor, eine Hormonrezeptor-positive Patientin mit multilokulären Metastasen und Typ-2-Diabetes. Unter Bevacizumab bekam sie Probleme, weil sie eine Zahnextraktion hatte, und unter Paclitaxel erlitt sie eine Hypersensitivitätsreaktion. "Jedes komplexe Problem hat eine klare, einfache - und unzutreffende - Antwort" zitierte sie den Satiriker H.L. Mencken. Dies gelte besonders bei Komborbiditäten wie Diabetes oder Thromboembolien, oder auch beim Rezeptor-Switch, der in einer weiteren Kasuistik vorkam. Es gibt nicht das eine, gültige Behandlungskonzept, jeder Fall muss interdisziplinär und ausgerichtet auf die individuelle Biologie des Tumors behandelt werden.

Für die dritte Arbeitsgruppe ging PD Dr. Eugen Ruckhäberle nochmals auf die drei vorgestellten Fälle ein (zwei davon sind im Kasuistikteil S. 10-11 aufgeführt), in denen es in erster Linie um Hypersensitivitätsreaktionen unter Paclitaxel ging sowie um Neuropathien unter nab-Paclitaxel, die mit Dosisreduktionen und der Gabe von G-CSF gut händelbar waren und auch keinen Nachteil für die Wirksamkeit der Chemotherapie bedeuteten. Bei der Gabe von nab-Paclitaxel ist keine Prämedikation mit Cortison notwendig, betonte Ruckhäberle, da einige Praxen dies offenbar dazugeben aus Angst vor allergischen Reaktionen wie bei Paclitaxel. Dies sei jedoch nicht der Fall: Von 110 Patienten einer Studie hatten 7 unter nab-Paclitaxel eine leichte allergische Reaktion (Hautrötung), es kam jedoch nie zur Dyspnoe oder einer schweren Schockreaktion, wie dies unter Paclitaxel, bedingt durch das Lösungsmittel, auftreten kann. nab-Paclitaxel hat außerdem den Vorteil, dass es eine höhere Wirkkonzentration mit hohen Ansprechraten erzielt und mit vielen Substanzen (Chemotherapie, Trastuzumab, Pertuzumab, Bevacizumab) kombinierbar ist, schloss er.

Stellvertretend für die vierte Arbeitsgruppe fasste Prof. Dr. Elmar Stickeler, Universitätsklinikum Freiburg, deren Kasuistik-Diskussionen zusammen. Besonders in den Vordergrund rückte er dabei die Frage nach dem Einsatz von molekularen Prognosetests. Der Konsens der Arbeitsgruppe war, dass diese durchgeführt werden können, allerdings sollten die möglichen Behandlungsstrategien bereits vor dem Vorliegen der endgültigen Testergebnisse festgelegt und mit der Patientin besprochen werden. In einem weiteren Fall mit einem HER2-positiven Mammakarzinom wurde die Frage nach dem Umgang mit einem positiven Lymphknoten vor der neoadjuvanten Therapie diskutiert. Ob die Axilla bestrahlt werden sollte, wurde kontrovers diskutiert. Die Arbeitsgruppe einigte sich jedoch auf das Vorgehen, die Operation der Axilla mit der Patientin zu besprechen.

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