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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Juli 2015

„Ganzhirnbestrahlung sollte nicht regelhaft angewendet werden“

Kommentar von Prof. Dr. Claus Belka, München

Patienten mit 1-3 Hirnmetastasen profitierten, wenn sie zur stereotaktischen Radiochirurgie (SRS) auch eine Ganzhirnbestrahlung (WBRT) erhielten, zwar von einer besseren lokalen Kontrolle, jedoch verbesserte sich dadurch nicht das Gesamtüberleben, so das Ergebnis einer randomisierten Studie (NCCTG N0574), die Paul D. Brown, Texas, auf dem ASCO 2015 präsentierte. Die SRS allein ist assoziiert mit der Entwicklung weiterer Metastasen und eines Progresses. Die Hinzunahme einer WBRT verbesserte die lokale Kontrolle von 70 auf 90% und senkte die Entwicklungsrate neuer Metastasen von 50 auf 30%, doch es ergab sich kein Überlebensvorteil für die Patienten (n=213) der Studie.

Claus Belka, München„Ganzhirnbestrahlung sollte nicht regelhaft angewendet werden“

Kommentar von Prof. Dr. Claus Belka, München
Zum Artikel "Ganzhirnbestrahlung zusätzlich zu Stereotaktischer Radiochirurgie bringt keinen Überlebensvorteil"

Mit der neuen NCCTGN0574-Studie wird die Frage, inwieweit eine Ganzhirnbestrahlung zusätzlich zu einer Radiochirurgie von Hirnmetastasen sinnvoll ist, erneut angefeuert. Die Datenlage legt bislang nahe, dass die Hinzunahme einer Ganzhirnbestrahlung zur adäquaten Radiochirurgie die lokoregionäre Kontrolle im Hirn bei Patienten mit einer limitierten Hirnmetastasierung (1-3 Hirnmetastasen im MRT) verbessert. Die Bedeutung der zusätzlichen Ganzhirnbestrahlung für das Gesamtüberleben konnte nie eindeutig dokumentiert werden (Patchell 1998, Roos 2006, Aoyama 2006 und Kocher 2010). Als Ursache müssen im Wesentlichen Probleme durch konkurrierende Risiken der fortschreitenden Tumorerkrankung außerhalb des Gehirns angenommen werden.

In der jetzt vorliegenden Auswertung (Präsentation auf dem ASCO 2015) der o.g. Studie wird die Interpretation im Kern bestätigt, jedoch ergänzt durch Daten zur Neurokognition. Es zeigt sich, dass die zusätzliche Ganzhirnstrahlentherapie die Neurokognition im ersten Jahr negativ beeinflusst.

Die Autoren konkludieren daher, dass in der Situation eine Ganzhirnbestrahlung nicht regelhaft angewendet werden soll. Durch die vorliegende neue Studie werden Ergebnisse bereits vorliegender Studien zur Situation bei Patienten mit 1-3 (4) Hirnmetastasen bestätigt. Die Daten weisen nach, dass eine zusätzliche Ganzhirnbestrahlung somit eher zurückhaltend angewendet werden sollte, da bei den meisten Patienten – aufgrund höchstwahrscheinlich konkurrierender Risiken – die verbesserte Kontrolle im Hirnschädel keinen Überlebensbenefit erbringt.

In meiner persönlichen Wertung halte ich daher das Weglassen einer Ganzhirnbestrahlung insbesondere unter den Kautelen einer engmaschigen Nachsorge und schnellen Reaktion, falls es zum Neuauftreten von Metastasen kommt, für vollständig gerechtfertigt. Es muss jedoch bedacht werden, dass man sich bei Erkrankungen, bei denen die extrakranielle Kontrolle exzellent ist, im Einzelfall für eine andere Vorgehensweise entscheiden kann. Allerdings muss auch hier bei einer zerebralen Oligometastasierung das Auftreten einer weiteren zerebralen Metastase gegenüber dem Risiko einer Ganzhirnbestrahlung versus der Option einer erneuten Radiochirurgie, abgewogen werden.

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