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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. März 2012

Zirkulierende Tumorzellen im Blut: Vielversprechender Marker beim Prostatakarzinom

Der Nachweis einzelner im peripheren Blut von Tumorpatienten zirkulierender Tumorzellen (CTCs) kann als Surrogatparameter für das Gesamtüberleben beim Prostatakarzinom verwendet werden. Mit Hilfe der Analyse dieser Krebszellen sollen Aussagen zum Krankheitsverlauf und zur Effektivität verschiedener Behandlungsoptionen getroffen werden können und somit individuellere Behandlungen für die Patienten ermöglicht werden.
Tumorzellen können bereits sehr früh vom Primärtumor in den Blutkreislauf abwandern, und zu einem späteren Zeitpunkt in Organen oder im Knochen zu Metastasen auswachsen. Bei Brust-, Darm- und Prostatakrebs konnte bereits in Studien eine prognostische Relevanz der CTCs nachgewiesen werden [1, 2, 3]. Prof. Klaus Pantel, Hamburg, stellte mit dem CellSearchTM-System eine Technik vor, mit deren Hilfe die einzelnen Tumorzellen aus dem Blut isoliert und charakterisiert werden können: „Die Schwierigkeit, eine einzelne Tumorzelle in 106-108 normalen Zellen im Blut nachzuweisen, konnte durch das CellSearchTM-System überwunden werden.“ Dabei handelt es sich um den einzigen von der FDA zertifizierten CTC-Test, bei dem die CTCs mit anti-EpCAM-Nanopartikeln gebunden und angereichert werden und anschließend mittels einer Computersoftware ausgewertet werden. Die Veränderung der CTC-Zahl unter Therapie kann als Indikator für ein individuelles Ansprechen der Patienten verwendet werden. Ein Vorteil gegenüber der Detektion von disseminierten Zellen im Knochenmark (DTCs) ist, dass die Blutabnahme für den Patienten weniger schmerzhaft ist und öfter durchgeführt werden kann, wodurch eine zeitnahe Therapieverlaufskontrolle ermöglicht wird, so Pantel. Er wies darauf hin, dass die CellSearchTM-Technik vorerst speziellen Zentren vorbehalten sein sollte, damit eine gleichbleibende diagnostische Qualität gewährleistet ist.

CTCs als prognostischer Faktor

Wie Dr. Ekkehardt Bismarck, Fürth, erläuterte, besteht ein Bedarf an zusätzlichen Biomarkern beim metastasierten Prostatakazinom. Der bisher sensibelste Marker, die Serumkonzentration an Prostata-spezifischem Antigen (PSA), weist verschiedene Nachteile auf. So gibt es keinen definierten Grenzwert für das Auftreten von Metastasen, und die PSA-Werte werden oft falsch-positiv oder falsch-negativ bestimmt. Des Weiteren ist der PSA-Wert kein starker prognostischer Faktor und kann außerdem nicht als Surrogatparameter für das Gesamtüberleben verwendet werden. Für CTCs konnte dagegen bereits ein prognostischer Wert nachgewiesen werden. So zeigte sich, dass der Nachweis von 5 oder mehr CTCs im Blut von Patienten mit metastasiertem Prostata- oder Mammakarzinom zu Studienbeginn mit einer signifikanten Verschlechterung des Gesamtüberlebens einhergeht im Vergleich zu weniger als 5 nachgewiesenen CTCs. Bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom und Knochenmetastasen wurden erhöhte Zahlen an CTCs (im Vergleich zu Viszeralmetastasen) gefunden. „Daher könnten CTCs potenziell als früher Marker für Knochenmetastasen verwendet werden“, sagte Bismarck. Zusätzlich könnte ein Nachweis von CTCs im Anfangsstadium der Erkrankung die Wahl der bestmöglichen Therapie erleichtern.

Zoledronsäure könnte direkten Einfluss auf CTCs haben

Aufgrund positiver Beobachtungen bereits bei Brustkrebs-Patientinnen, bei denen unter 3-monatiger Zoledronsäure-Behandlung die CTC-Level signifikant gesunken sind, wird dies nun aktuell auch für das Prostatakarzinom untersucht. So wird in der multizentrischen, prospektiven, einarmigen Phase-IV-Studie CICERO-Z der Effekt von Zoledronsäure auf CTCs als Indikator für eine direkte Antitumor-Wirkung beim kastrationsrefraktären metastasierten Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen getestet. Als primärer Studienendpunkt wurde der Anteil der Patienten mit verminderten CTCs 12 Wochen nach der ersten Zoledronsäure-Infusion festgelegt.

„Der Nachweis von CTCs im peripheren Blut könnte eine sinnvolle Option für den klinischen Alltag sein, um die Risikoeinschätzung der Patienten bereits vor dem Auftreten klinisch erkennbarer Metastasen zu verbessern und das Therapiemonitoring zu optimieren“, sagte Bismarck abschließend.

sr

Literatur:
1. Cristofanilli M et al. N Engl J Med. 2004; 351(8):781-791.
2. Cohen SJ et al. J Clin Oncol. 2008; 26(19):3213-3221.
3. De Bono JS et al. Clin Cancer Res. 2008; 14:6302.

Presseworkshop „Die Bedeutung zirkulierender Tumorzellen beim Prostatakarzinom“, 26.01.2012, Hamburg; Veranstalter: Novartis Oncology
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