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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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05. März 2013

Serie: Zertifizierte Zentren - Teil 2

Zertifizierte Zentren: Das Kopf-Hals-Tumorzentrum am Universitätsklinikum Erlangen

Seit 2011 werden auch Organkrebszentren im Bereich Kopf-Hals-Tumoren durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert - ein weiterer Schritt auf dem Weg der Zentrenbildung in der onkologischen Versorgung, den die DKG bereits seit 2003 beschreitet. Als eines von bundesweit lediglich sieben Kopf-Hals-Tumorzentren, das die Anforderungen der DKG erfüllen, gehört seit Ende 2011 das Kopf-Hals-Tumorzentrum des Universitätsklinikums Erlangen zu den anerkannten Einrichtungen. An der Spitze steht Prof. Dr. med. Heinrich Iro, der auch Vorsitzender der Zertifizierungskommission Kopf-Hals-Tumoren der DKG ist und die Qualitätskriterien für Zentren interdisziplinär erarbeitet hat. Der Zusammenschluss der Kliniken für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist nun zentrale interdisziplinäre Anlaufstelle für Patienten mit bösartigen Neubildungen im Kopf-Hals-Bereich.

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Das neue Kopf-Hals-Tumorzentrum wird von der HNO-Klinik und der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Erlangen gemeinsam koordiniert. Zu den onkologischen Schwerpunkten zählen Lippenkarzinome, Mundhöhlenkarzinome, Oropharynxkarzinome, Hypopharynxkarzinome, Larynxkarzinome, Nasopharynxkarzinome, Speicheldrüsenkarzinome, CUP-Syndrome, Nasennebenhöhlenkarzinome sowie Schilddrüsenmalignome. Das Behandlungsangebot reicht von der Diagnose und Tumorausdehnungsbestimmung über die Therapie bis zur Nachsorge. Dazu gehört auch eine psychosoziale und psychoonkologische Betreuung. Im Tumorboard, der zentralen interdisziplinären Fallkonferenz des Zentrums, arbeiten Erlanger Experten aus der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Strahlentherapie, der Radiologie, der Pathologie, der internistischen Onkologie, der Nuklearmedizin und der Palliativmedizin zusammen.

Organerhalt im Fokus

Ein wichtiges Ziel bei der Behandlung im Erlanger Kopf-Hals-Tumorzentrum ist der Organerhalt, sodass der Betroffene weiterhin sprechen und schlucken kann. „Leider sind die Überlebensquoten der Patienten bei fortgeschrittenen Tumoren nach wie vor nicht besonders groß, die 5-Jahres-Überlebensquote liegt bei 40 bis 60%. An erster Stelle steht immer das Ziel, den Patienten zu heilen. Dabei versuchen die Experten die Lebensqualität des Patienten sowie die Funktion der Schluck- und Atemwege im Auge zu behalten. Das machen mittlerweile moderne Operationstechniken möglich, wie z.B. der Einsatz von Lasern oder Transplantaten mit mikrovaskulärem Gefäßanschluss. Zudem steht der HNO-Klinik seit September 2012 ein DaVinci-Roboter zur Verfügung. Bei den Operationstechniken selbst hat sich in den letzten 20 Jahren sehr viel getan: Tumore von Schlund und Kehlkopf können mittlerweile mithilfe von modernen Techniken transoral operiert werden. Außerdem lassen sich Defekte, die durch die Tumorentfernung entstanden sind, durch Transplantate ersetzen: „Wir verpflanzen z.B. Haut und Muskulatur vom Unterarm oder Oberschenkel in die Schluckstraße. Dank dieser aufwendigen Operationen tragen wir zu einer höheren Überlebenschance und Lebensqualität der Patienten bei“, so Prof. Iro.

Neue Techniken bieten neue Möglichkeiten

Die sogenannte anterolaterale Oberschenkellappen-Transplantation (Abb. 1) wird vom Erlanger Expertenteam seit rund drei Jahren praktiziert und erweitert das Spektrum rekonstruktiver Möglichkeiten - nur wenige Kliniken in Deutschland bieten das an. Das Gewebe des Oberschenkels ist extrem vielseitig, die Wundheilung geht vergleichsweise schnell, und aus kosmetischer Sicht ist eine Narbe am Oberschenkel besser zu verschmerzen als am Arm. Außerdem bietet der Oberschenkel bei größeren Defekten mehr Gewebematerial.
 

Abb. 1: Anterolaterale Oberschenkellappen-Transplantation bietet neue Möglichkeiten (mit freundlicher Genehmigung von Sebastian Stenz).
 

Eine wichtige Rolle spielt im Erlanger Zentrum auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen: Sie erkennen häufig die Rezidive und betreuen die Patienten am Heimatort. „Sie sind für uns sehr wichtig, deshalb kooperieren wir sehr eng mit ihnen. Wir geben den Betroffenen z.B. einen Tumorpass mit allen wichtigen Informationen mit. Denn die niedergelassenen Kollegen sind für uns Ansprechpartner für die weitere wohnortnahe Versorgung des Patienten. Als Klinik bieten wir ihnen deshalb auch regelmäßig Fortbildungen im onkologischen Bereich“, erklärt Prof. Iro. Niedergelassene Ärzte können außerdem regelmäßig Patienten im Tumorboard des Zentrums vorstellen. Dort wird dann für jeden Patienten ein individuelles Therapieschema festgelegt. Am Kopf-Hals-Tumorzentrum profitieren die Patienten außerdem von neuesten Forschungs- und Studienergebnissen.

Behandlung auf Basis der evidenzbasierten Leitlinien

Vorangegangen war der Zertifizierung ein 2-tägiges Auditverfahren durch das Institut OnkoZert, das im Auftrag der DKG die Krebszentren begutachtet. Für Prof. Iro ist die Zertifizierung ein logischer Schritt, der belegt, dass Erlangen Krankenversorgung und Forschung mit höchster Qualität bietet: „Zertifizierung ist ein Bestandteil von Qualität. Wir wissen, dass Zertifizierungsprozesse dazu beitragen, Qualität zu verbessern. Denn durch optimale Abläufe können Fehler schneller erkannt werden. Die Behandlungen verlaufen erfolgreicher. Ein weiterer Vorteil: Über Zertifizierungskriterien lernt man auch, dass es sinnvoll ist, bestimmte Quantitäten festzulegen. Beispielsweise sollen in einem Kopf-Hals-Tumorzentrum mindestens 75 Kopf-Hals-Tumoren pro Jahr behandelt werden. Warum? Je mehr wir behandeln, desto mehr Erfahrung bekommen wir und desto mehr können wir Abläufe standardisieren.“ Und Standardisierung hilft, die Qualität zu verbessern und zu optimieren. Heute ist jede onkologische Therapie multimodal, eine räumliche Trennung der verschiedenen Disziplinen macht für die Erlanger Experten deshalb wenig Sinn.

Auch bei der therapeutischen Herangehensweise an Kopf-Hals-Tumore hat sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass es nicht den einen Onkologen gibt, der alles behandeln kann, sondern ein interdisziplinäres Team, das therapiert. Denn in vielen Fällen nützt dem Patienten nicht nur eine Behandlungsmethode, sondern eine Kombination aus verschiedenen Modalitäten. Um die Heilung kümmern sich dann unterschiedliche Fachdisziplinen. Nicht zuletzt ist die enge und gute Kooperation zwischen der HNO-Klinik und der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik (Leitung: Prof. Friedrich Wilhelm Neukam) ein Erfolgsfaktor des Zentrums.

Zwar wäre es im Rahmen der Telemedizin vorstellbar, gewisse Verbindungen auch auf telemedizinische Weise herzustellen, prinzipiell ist es aber besser, Fachkompetenz verschiedener Fächer an einem Ort zu bündeln, um dem Patienten für seine Erkrankungen die bestmögliche Therapiekombination zu ermöglichen. Außerdem können die Betroffenen sicher sein, dass sie im Erlanger Kopf-Hals-Tumorzentrum auf Basis der evidenzbasierten Leitlinien und entsprechend dem aktuellen Stand des Wissens behandelt werden. Alle Entscheidungen über die Therapie werden zudem interdisziplinär getroffen.
 

Hals-Nasen-Ohren-Klinik - Kopf- und Halschirurgie

Die Hals-Nasen-Ohren-Klinik - Kopf- und Hals-Chirurgie ist eine Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg). Die Klinik unter Direktion von Prof. Dr. med. Heinrich Iro gehört zu den größten HNO-Kliniken Deutschlands.

Im Jahr 2012 wurden 5.142 Patienten stationär behandelt, hinzu kamen 30.730 ambulante Fälle.
 
Abb. 2: Die Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (mit freundlicher Genehmigung von Rainer Windhorst).
 

Die Klinik verfügt über 80 Planbetten in soeben modernisierter, komfortabler Ausstattung, 6 Operationssäle, eine eigene 5-Betten-Intensivstation und eine Hochschulambulanz.

Die HNO-Klinik bietet das gesamte diagnostische, konservativ therapeutische und operative Spektrum der HNO-Heilkunde und der Kopf-Halschirurgie an.

Schwerpunkte sind: Schädelbasis-chirurgie, implantierbare Hörgeräte, Mittelohr-Operationen, plastische und ästhetische Operationen, Nasennebenhöhlenchirurgie, Tumortherapie und Allergologie.

Die Klinik verfügt außerdem über besondere Expertise bei der Behandlung von Tinnitus und Schwindel. Sie unterhält zudem ein Speicheldrüsenzentrum und ein Schlaflabor.


Qualitätsmanagement als Baustein der Zertifizierung

Ein Grundstein für die Anerkennung als DKG-Tumorzentrum war auch die Zertifizierung der Erlanger HNO-Klinik nach DIN EN ISO 9001:2008, die wenige Monate vor dem OnkoZert-Audit erfolgte. Das Gütesiegel bietet Patienten eine klare Orientierungshilfe bei der Auswahl der Klinik und ist zudem die Grundlage für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Haus. Die HNO-Klinik ist eine der wenigen zertifizierten universitären HNO-Einrichtungen in Deutschland.

 

Abb. 3: Das Team des Kopf-Hals-Tumorzentrums Erlangen (mit freundlicher Genehmigung von Sebastian Stenz).
 

Mit dem Qualitätsmanagementsystem (QMS) verpflichtet sich die HNO-Klinik Erlangen dauerhaft zu Leistungen auf höchstem Niveau. Im Mittelpunkt stehen dabei immer der Patient und die Abläufe, die ihn betreffen. Durch einheitliche Richtlinien werden die Prozesse in den einzelnen Bereichen der Klinik strukturiert und bestmöglich gestaltet. Im ambulanten Klinikalltag bedeutet das z.B. kürzere Wartezeiten und eine patientenfreundliche Diagnostik durch möglichst wenige Untersuchungstermine. „Außerdem können wir durch das Qualitätsmanagement kontinuierlich beste Therapieergebnisse erreichen“, so Dr. Maximilian Traxdorf, behandelnder Arzt und Mitglied im QM-Team. Sämtliche Abläufe werden transparent gemacht; so können Fehler frühzeitig erkannt und vermieden werden. „Beispielsweise beugen wir mithilfe von OP-Sicherheitschecklisten Patientenverwechslungen vor“, erklärt Dr. Traxdorf. Um eine lückenlose Versorgung der Patienten während der gesamten Behandlung zu gewährleisten, legt das QMS der HNO-Klinik zusätzlich großen Wert auf die enge Zusammenarbeit mit den einweisenden Ärzten. Für eine hohe Qualität und die ständige Verbesserung der Abläufe wird das bestehende QMS jährlich überprüft. Nach drei Jahren steht - ebenso wie bei der DKG - die Re-Zertifizierung an.

 

 

Prof. Dr. med. Heinrich Iro

Klinikdirektor
Hals-Nasen-Ohren-Klinik - Kopf- und Halschirurgie
Waldstraße 1
91054 Erlangen

Tel.: 09131/8533 341
E-Mail: heinrich.iro@uk-erlangen.de
www.hno-klinik.uk-erlangen.de

 

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