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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. November 2013

DGHO 2013

Weitere Behandlungsoption für das rezidivierte/refraktäre Multiple Myelom und MDS

Mit dem neuen IMiD Pomalidomid (Imnovid®) steht seit kurzem eine weitere Therapieoption beim rezidivierten/refraktären Multiplen Myelom (MM) zur Verfügung. Neu zugelassen für die Therapie transfusionsbedürftiger MDS-Patienten mit Niedrig- oder Intermediär-1-Risiko in Verbindung mit isolierter 5q-Deletion wurde kürzlich Lenalidomid (Revlimid®).

Therapieziel beim MM ist eine möglichst lang anhaltende Remission, erläuterte PD Dr. Katja Weisel, Leiterin des Myelomzentrums in Tübingen. Das Ansprechen auf eine Folgetherapie wird aber mit der Zeit immer kürzer. doppelt refraktäre Patienten bleiben weniger als 2 Monate auf einem Therapieregime.

In der Phase-III-Studie MM003 [1), in der Pomalidomid in Kombination mit niedrig dosiertem Dexamethason (LoDEX) mit einer hochdosierten Dexamethason-Monotherapie (HiDEX) bei 455 stark vorbehandelten Patienten verglichen wurde, hatten 31% der Patienten im Pomalidomid/LoDEX-Arm noch eine partielle Remission erreicht vs. 10% unter HiDEX. Im Median hatten diese Patienten 5 Vortherapien, darunter obligat Lenalidomid und Bortezomib.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 10 Monaten war das progressionsfreie Überleben (PFS) in der Pomalidomid-Gruppe signifikant länger als in der HiDEX-Gruppe, ebenso das Gesamtüberleben (OS) trotz einer hohen Crossover-Rate von 50% (12,7 vs. 8,1 Monate). Mehr als 70% der Patienten waren doppelt refraktär auf Lenalidomid und Bortezomib, auch sie profitierten mit einem verlängerten PFS und OS. Patienten mit Hochrisikozytogenetik oder Einschränkung der Nierenfunktion zeigten vergleichbare Ansprech- und Überlebensraten. Der Vorteil von Pomalidomid war auch unabhängig von der Vortherapie.

Die Kombination aus Pomalidomid und LoDEX bezeichnete Weisel als gut verträglich. Hauptnebenwirkungen sind hämatologischer Art. Das Therapieschema ist analog zu dem von Lenalidomid. Zu beachten sind eine Thromboseprophylaxe sowie bei ausgedehnt vorbehandelten Patienten und Leukopenie eine frühzeitige antibiotische Prophylaxe. Bei Neutropenie Grad III/VI empfahl Weisel den Einsatz von G-CSF mit dem Ziel, die Pomalidomid-Dosis beibehalten zu können.

Myelodysplastisches Syndrom

MDS-Patienten mit 5q-Deletion haben eine verkürzte Lebenserwartung, die durch einen Transfusionsbedarf und zusätzliche zytogenetische Veränderungen noch weiter verschlechtert wird. An Lenalidomid wurde bereits seit 10 Jahren sehr intensiv geforscht, sagte Dr. Aristoteles Giagounidis, Duisburg, und jetzt endlich würde diese effektive Therapieoption transfusionbedürftigen MDS-Patienten mit 5q-Deletion nicht mehr vorenthalten.

In der Phase-III-Studie MDS-004 [2), die 205 Patienten der MDS-Risikogruppen "niedrig" und "intermediär-1" mit transfusionsbedürftiger Anämie und 5q-Deletion umfasste, zeigte sich eine signifikante Überlegenheit von 10 mg und 5 mg Lenalidomid gegenüber Placebo. Die jetzt zugelassene Dosis von 10 mg erwies sich dabei als wirksamer im Vergleich zur niedrigeren. 50 bzw. 25% der Patienten erzielten ein komplettes oder partielles zytogenetisches Ansprechen, während dies im Placeboarm bei keinem Patienten der Fall war (jeweils p<0,001). Gleichzeitig besserte sich in beiden Lenalidomidgruppen signifikant die Lebensqualität gegenüber Placebo.

as

Literaturhinweise:
(1) San Miguel J, et al. Lancet Oncol 2013; doi:pii: S1470-2045(13)70380-2.
(2) Fenaux P. et al. Blood 2011; 118: 3765-3776.

Quelle: Pressekonferenz „Update: Myelom und MDS, Wien, 19.10.2013; Veranstalter: Celgene
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