Donnerstag, 20. Juli 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
14. Februar 2017

Weichgewebesarkom: Großer Überlebensvorteil durch Olaratumab

Seit November 2016 steht Patienten mit fortgeschrittenem Weichgewebesarkom der monoklonale Antikörper Olaratumab zur Verfügung. Die Zulassung in Kombination mit Doxorubicin basiert auf den Ergebnissen der Phase-II-Studie JGDG, die ein 26,5-monatiges Gesamtüberleben unter Olaratumab (vs. 14,7 Monate in der Kontrollgruppe) zeigen.
Weichgewebesarkome machen etwa 1% aller Tumorarten im Erwachsenenalter aus. Aufgrund der Schwierigkeit, sie zu diagnostizieren, werden sie häufig nicht oder sehr spät entdeckt, und deshalb sind 10% der Patienten bei Diagnosestellung bereits im fortgeschrittenen Stadium, erläuterte PD Dr. Peter Reichardt, Berlin. Es gibt mehr als 70 Subtypen von Weichgewebesarkomen, die sich ganz erheblich in ihrer Biologie unterscheiden. Im fortgeschrittenen metastasierten Stadium liegt die 5-Jahres-Überlebensrate unter 10%, sagte Reichardt. Besteht der klinische Verdacht auf ein Sarkom, müssen zur Diagnose bildgebende Verfahren wie z.B. ein MRT herangezogen werden. Erhärtet sich der Verdacht, muss eine Biopsie durchgeführt werden. Diese gehöre laut Reichardt bereits in die Hand eines erfahrenen Sarkom-Experten. Anschließend sollte die Therapieentscheidung in einem multidisziplinären Tumorboard getroffen werden. Bei einem operativen Vorgehen muss die komplette Entfernung des Tumors mit tumorfreien Rändern erfolgen. Zudem sagte Reichardt, dass eine Strahlentherapie die Gesamtheilungsrate nicht verbessert. Die medikamentöse Therapie des Weichgewebesarkoms bediente sich bis vor einigen Jahren eines sehr schmalen Spektrums an Möglichkeiten: Anthrazykline, Ifosfamid und DTIC. Neuere zugelassene Substanzen sind Trabectidin, Pazopanib, Eribulin (nur für Liposarkome) und nun auch Olaratumab. Bislang zeigten Kombinationstherapien keine Verbesserung des Gesamtüberlebens (OS) (1, 2).


Erstmalig Verbesserung des OS

In der zulassungsrelevanten, randomisierten Phase-II-Studie erhielten Patienten mit fortgeschrittenem, inoperablem, metastasiertem Weichgewebesarkom, ohne vorherige Anthrazyklin-Therapie, eine Kombinationstherapie aus Olaratumab (15 mg/kg an Tag 1 und 8 von jedem 21-Tage-Zyklus, für 8 Zyklen) und Doxorubicin (75 mg/m2 an Tag 1) (n=66) und zum Vergleich Doxorubicin mono (n=67) (3). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS), der primäre Studienendpunkt, betrug 6,6 Monate unter der Kombinationstherapie aus Olaratumab und Doxorubicin und 4,1 Monate unter Doxorubicin allein (HR=0,67; 95%-KI: 0,44-1,02; p=0,0615). „Die große Überraschung war jedoch der dramatische Einfluss auf die Überlebenszeit“, so Reichardt. Unter der Kombinationstherapie Olaratumab/Doxorubicin erreichten die Patienten ein signifikant verlängertes medianes OS von 26,5 Monaten im Vergleich zu 14,7 Monaten unter Doxorubicin allein (HR=0,46; 95%-KI: 0,30-0,71; p=0,0003) (Abb. 1). „Das ist eine Sensation, denn so einen großen Überlebensunterschied gab es bei Sarkomen bis heute in keiner anderen Studie“, sagte Reichardt. Subgruppenanalysen zeigten, dass die Kombinationstherapie über alle Subgruppen hinweg von Vorteil ist. Unter Olaratumab/Doxorubicin betrug die Ansprechrate (ORR) 18,2% und unter Doxorubicin 11,9%. Die häufigsten Nebenwirkungen von ≥ Grad 3 unter Olaratumab/Doxorubicin waren Neutropenie (53,2% vs. 32,3%), Anämie (12,5% vs. 9,2%), Fatigue (9,4% vs. 3,1%) und muskuloskeletale Schmerzen (8,0% vs. 2,0%).
 
Abb. 1: Gesamtüberleben (OS) unter Olaratumab/Doxorubicin und Doxorubicin (mod. nach (3)).
Abb. 1: Gesamtüberleben (OS) unter Olaratumab/Doxorubicin und Doxorubicin (mod. nach (3)).



Versorgungssituation der Patienten

Anschließend wurde die Versorgungssituation von Sarkom-Patienten von Markus Wartenberg, Wölfersheim, Vereinssprecher und Manager der Patientenorganisation „Das Lebenshaus e.V.“, erläutert. Bezüglich seltener Tumoren seien die Verfügbarkeit und Qualität von Informationen für Patienten schwierig und müssten verbessert werden, so Wartenberg. Die Seltenheit dieser Tumore erschwere die Forschung und auch die Finanzierung. Wartenberg appellierte: „Sarkome gehören in Expertenhände, d.h. in interdisziplinäre, kompetente Sarkomzentren. Wir wollen das Wissen und das Bewusstsein für Sarkome erhöhen und gemeinsam mit den Experten die Versorgungssituation in Deutschland weiterhin verbessern“.
(ma)
Launch-Pressekonferenz „Im Fokus: Olaratumab erhält beschleunigte EU-Zulassung beim fortgeschrittenem Weichgewebesarkom“, AIO-Herbstkongress, 18.11.2016, Berlin; Veranstalter: Lilly
Literatur:
(1) Judson I et al. Lancet Oncol 2014;15(4):415-23.
(2) Ryan CW et al. J Clin Oncol 2016; pii: JCO676684. (Epub ahead of print).
(3) Tap WD et al. Lancet 2016;388:488-97.
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017