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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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26. April 2017 Seite 1/4

Wachoperationen für gezieltes Sprachmonitoring bei links temporalen hirneigenen Tumoren

A. Akcocuk, F. T. Möllmann, C. Greiner, Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie, Niels-Stensen-Kliniken, Marienhospital Osnabrück.

Das Ausmaß der Resektion hirneigener Tumore scheint unter Berücksichtigung der Nachbehandlung einen prognostischen Einfluss auf den weiteren Krankheitsverlauf auszuüben (1-6). Insbesondere in eloquenten Bereichen des Gehirns ist eine konsequente Tumorresektion ohne Monitoring der funktionellen Bahnen mit der Gefahr verbunden, irreparable Schäden zu verursachen, welche die Lebensqualität des Patienten erheblich reduzieren. Die Wachoperation bietet die einzige Möglichkeit, die Sprachfunktion während der mikrochirurgischen Operation zu überprüfen und die Operationsstrategie danach auszurichten. Bei diesen Operationen kommen außerdem die Neuronavigation mit eingespielten funktionellen Bilddatensätzen sowie Methoden zur besseren intraoperativen Erkennung von Tumorgrenzen (5-Aminolävulinsäure-Fluoreszenzmethode) routinemäßig zum Einsatz. Dieser Artikel soll den aktuellen Stand der Methode anhand eines Fallbeispiels zeigen, bei dem sich die Patientin innerhalb von 14 Monaten zweimal einer Wachoperation unterzogen hat.
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Die leitliniengerechte und gleichzeitig patientenschonende Behandlung von primären, hirneigenen Tumoren ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Grundlage hierfür ist die histologische und molekularpathologische Diagnosestellung.

Neue Erkenntnisse über die molekulargenetischen Zusammensetzungen von Gliomen sowie die Bedeutung molekularer Marker führten aktuell zu einer Neuauflage der WHO-Klassifikation sowie zu neuen individualisierten (Target-Therapie) Behandlungsregimen (7).

Voraussetzung für eine adäquate Nachbehandlung ist die Diagnosesicherung und eine größtmögliche Tumorresektion, ohne das Auftreten neuer postoperativer Defizite. In den letzten Jahren konnten verschiedene Studien, insbesondere bei höhergradigen hirneigenen Tumoren, den Stellenwert des Resektionsausmaßes auf die progressionsfreie Überlebenszeit zeigen (1-6).

Zur Vermeidung postoperativer neurologischer Defizite waren zuletzt erhebliche technische Fortschritte beim intraoperativen Monitoring von Hirnfunktionen zu verzeichnen. So lassen sich routinemäßig eloquente sensible und motorische Bahnen im real-time Modus ableiten. Diese Untersuchungen sind in Narkose ohne Relaxierung gut durchführbar. Neben den kortikalen Afferenzen können auch die basalen Hirnnerven kontinuierlich überwacht werden.

Die Geschichte der Wachkraniotomie führt in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück (8). Die Entwicklung der intraoperativen kortikalen und subkortikalen Stimulation durch Penfield erlaubte erstmals eine genaue intraoperative Kartierung der zu operierenden Region. Durch die Elektrostimulation war es auch möglich, mit Elektroden eine kurzzeitige reversible elektrische „Entladung“ des zu operierenden Bereiches zu erlangen, um somit eine „Resektion“ durch elektrische Inaktivität vorzutäuschen (8). Einen wichtigen Raum beim Monitoring nimmt die Überwachung der Sprachfunktionen ein. Der Verlust der Sprache oder des Sprachverständnisses ist ein unbedingt zu vermeidendes Defizit. Das Sprachmonitoring ist allerdings nicht in Narkose möglich. Es ist notwendig, dass der Patient intraoperativ wach und kooperationsfähig ist. Die Durchführung einer Wachoperation ist in ihrer gesamten Organisationstruktur aufwendig und macht eine besonders enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aller beteiligten Disziplinen (Neurochirurgie, Anästhesie, OP-Pflege) notwendig.

Anhand eines exemplarischen Falles möchten wir diese Methodik vorstellen. Die Besonderheit ist dabei, dass sich die Patientin nach 12 Monaten ein zweites Mal einer Wachoperation unterzog.

 
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