Dienstag, 22. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
04. August 2014

Update EAU-Leitlinie: Früherer Beginn der mCRPC-Therapie?

Die Aktualisierung der Leitlinie der European Association of Urology (EAU) 2014 könnte sich auf die Therapie des metastasierten Prostatakarzinoms auswirken: Die Definition für das Vorliegen eines metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) wurde geändert. Das hat unter Umständen einen Einfluss auf den Beginn der mCRPC-Therapie, zum Beispiel mit Abirateronacetat (Zytiga®)

Anzeige:
 
 

In der EAU-Leitlinie von 2014 wird weiterhin empfohlen, beim metastasierten Prostatakarzinom primär eine Androgendeprivationstherapie (ADT) vorzunehmen (1). Diese besteht in der Regel aus einer medikamentösen Kastration (LHRH-Antagonisten/-Agonisten). Doch die Definition des mCRPC, bei dem die konventionellen Hormonmanipulationen nicht mehr wirken, hat sich geändert (1). In der Version von 2014 ist ebenso wie schon 2013 ein biochemischer Progress ein Kriterium für das Vorliegen eines mCRPC (1, 2). 2013 wurde allerdings noch gefordert, dass zudem eine Kombination aus LHRH-Therapie und Antiandrogen sowie ein Antiandrogenentzug oder eine sekundäre Hormonmanipulation erfolgt sein musste (2).

Aufgrund der Fortschritte in der mCRPC-Therapie und der geringen Evidenz für die bislang üblichen Hormonmanipulationen entfällt dieses Kriterium jetzt. Stattdessen wird nun auch ein radiologischer Progress als Hinweis auf das Vorliegen eines mCRPC gewertet (1). Das könnte einen Einfluss auf den Beginn der mCRPC-Therapie haben, für die in den letzten Jahren mehrere Wirkstoffe zugelassen wurden.

Zugleich spricht eine Post-hoc-Analyse der Zulassungsstudie COU-AA-302 von Abirateronacetat (Zytiga®) dafür, dass die Patienten vermutlich von einem frühen Beginn der Therapie im Rahmen der Zulassung profitieren (3, 4). Abirateronacetat hemmt die Androgen-Bio-synthese - anders als die ADT - nicht nur in den Hoden, sondern auch in den Nebennieren und im Tumorgewebe, so dass es beim mCRPC noch wirken kann (5). Es ist in Kombination mit Prednison oder Prednisolon u.a. indiziert zur Behandlung von mCRPC-Patienten mit nicht oder mild symptomatischem Verlauf nach Versagen der konventionellen Hormonmanipulationen, bei denen eine Chemotherapie noch nicht indiziert ist (5).

Benefit bei frühem Einsatz von Abirateron

In der Phase-III-Studie COU-AA-302 hatten 1.088 entsprechende Patienten Abirateronacetat oder Placebo - je mit Prednison/Prednisolon - erhalten (Abirateron vs. Placebo). Nach im Median 27,1 Monaten lag das mediane Gesamtüberleben bei 35,3 vs. 30,1 Monaten (Hazard Ratio (HR) 0,79; p=0,0151). Es zeigte sich ein starker Trend für eine Überlegenheit von Abirateron, doch der Unterschied erreichte nicht das vorgegebene Signifikanzniveau von p=0,0035 (4).

In der genannten Post-hoc-Analyse wurde die Signifikanz allerdings in der sog. Günstige-Prognose-Gruppe erzielt, die aus 560 Patienten mit niedrigem PSA-Wert (≤ 114 ng/ml) und ohne tumorbedingte Schmerzen (Brief Pain Inventory Short Form, Frage 3: Score 0-1) bestand. Hier reduzierte Abirateron die Sterblichkeit signifikant um fast 40% (HR 0,608; p=0,0016) - nach 36 Monaten lebten unter Abirateron noch etwa 70% der Männer (3).

Die signifikante Überlegenheit bestätigte sich sowohl in der Gesamt- als auch in der Günstige-Prognose-Gruppe für den zweiten koprimären Endpunkt, das radiologisch progressionsfreie Überleben, sowie alle sekundären Endpunkte (je p<0,05) (3, 4). So benötig-ten in der Günstige-Prognose-Gruppe unter Abirateron nach 36 Monaten beispielsweise etwa 55% der Männer noch keine Chemo- und etwa 60% noch keine Opiattherapie (3). Bei den übrigen Patienten, der Ungünstige-Prognose-Gruppe, senkte Abirateron die Mortalität nicht (HR 0,966; p=0,7776) (3). Das könnte dafür sprechen, nach Versagen der ADT im Rahmen der Zulassung unmittelbar eine Androgeneliminationstherapie (AET) mit Abirateron anzuschließen.

Petra Eiden

Mit freundlicher Unterstützung der Janssen-Cilag GmbH, Neuss.

Literaturhinweise:
(1) Mottet N et al. ©European Association of Urology Update April 2014. www.uroweb.org/guidelines/online-guidelines/. Zugriff am 24.4.2014.
(2) Heidenreich A et al. ©European Association of Urology 2013, Update March 2013: www.uroweb.org/guidelines/online-guidelines. Zugriff am 22.5.2013.
(3) Dossier zur Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V: Janssen-Cilag GmbH, Abirateronacetat (Zytiga®), Modul 4 A. Stand 14.01.2013: www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/60/
(4) Rathkopf DE et al. Eur Urol 2014. doi: 10.1016/j.eururo.2014.02.056. (Epub ahead of print).
(5) Aktuelle Fachinformation Zytiga®.

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CML
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017