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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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10. Dezember 2013

AIO Herbstkongress 2013

Untersuchung von Tumorgewebe und zirkulierender Tumor-DNA sowie Volumetrie als neue Ansätze

Gefragt nach dem "State of the Art" der Translationalen Forschung, konnte Prof. Thomas Seufferlein, Ulm, die Bedeutung der Bioinformatik nicht genug hervorheben, beispielsweise bei der molekularen Profilierung. "Wir wissen, dass sich beim kolorektalen Karzinom in einem von 40 Fällen eine ALK-Überexpression (1) findet durch eine Fusion mit Gen C2orf44, das bedeutet, es lohnt sich, die Patienten auf ALK zu testen - doch dafür wird ein bioinformatischer Algorithmus benötigt."

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Eine umfassende molekulare Charakterisierung des Cancer Genom Atlas Network in 2012 (2) durch Exomsequenzierung, Promotormethylierung, mRNA- und microRNA-Expression etc. machte es möglich, eine bestimmte Signalpräferenz eines Tumors herauszulesen: So sind 16% der Tumoren hypermutiert (v.a. B-raf-Mutationen, Hypermethylierung) und 84% hypomutiert (v.a. 24 mutierte Gene wie KRAS, PiK3CA, SOX9). "Die Diagnostik wird einfacher werden, weil weniger Tumor-Material benötigt wird, und man wird ein Setting aller Genveränderungen anstelle von Einzelbefunden diagnostizieren können", so Seufferlein.

Erleichtert wird die Therapiestratifizierung künftig auch durch die Tumorvolumetrie, die einen wichtigen Stellenwert haben wird, da das Ausmaß des Therapieansprechens ein Marker für das Gesamtüberleben ist (3). Die Standard-RECIST-Angaben CR, PR und SD sind für diese Korrelation nicht ausreichend, die "morphologic response" ist ihnen überlegen. "Die Bildgebung wird von den Radiologen noch zu wenig genutzt, vermutlich auch, weil momentan eher Strahlenmediziner über dieses Programm verfügen", konstatierte Seufferlein.

"Zu zirkulierenden Tumorzellen gibt es widersprüchliche Ergebnisse hinsichtlich der prognostischen Bedeutung, so ergab die LAPC-LA207-Studie, dass CTC-Positivität mit kürzerem Überleben korreliert (p=0,04), während die Dasatinib-Studie keine Korrelation fand (4)", sagte er. Da auf 7 ml Blut nur eine CTC kommt, ist es sehr schwierig, diese Zellen zu zählen. Eine bessere Quantifizierung auch im Verlauf des Therapiemonitorings könnte durch die Messung zirkulierender freier Tumor-DNA ermöglicht werden (5). "Dieses nicht-invasive Verfahren wird vermutlich künftig die Biopsie ergänzen, wenn nicht sogar ersetzen. Die Problematik der herkömmlichen Biopsie besteht darin, dass zum einen der Patient darunter leidet und dass es zum anderen keinen standardisierten Gehalt an Tumorzellen in der Probe gibt, manche Biopsie enthält nur Bindegewebe", sagte Seufferlein. Die Messung der zirkulierenden freien Tumor-DNA eignet sich jedoch nicht für alle Tumorarten, vermutlich komme sie nur bei gynäkologischen Tumoren in Frage, weil hier mehr Tumor-DNA ins Blut abgegeben wird.

"Die molekulare Screeningstudie SPECTAColor der EORTC", sagte Dr. Stefan Kasper, Essen, "screent alle KRAS-Patienten im Stadium IV, die je nach Ergebnis auch parallel in mehrere Studien gleichzeitig eingeschlossen werden können, was Kosten spart. Bislang kostet ein präemptives molekulares Profiling pro Patient 790,- EUR nach GOÄ, und von allen Getesteten können nur 5% in 'Biomarker-driven' Studien eingeschlossen werden. Künftig wird man Informationen hier deutlich effektiver bündeln können", schloss Kasper (6).

ab

Literaturhinweise:
(1) Lipson et al.Nat Med. 2012 Feb 12;18(3):382-4. doi: 10.1038/nm.2673.
(2) Cancer Genom Atlas Network in Nature 2012, 487, 330-337 doi:10.1038/nature11252.
(3) Shindoh J et al. J Clin Oncol. 2012 Dec 20;30(36):4566-72. doi: 10.1200/JCO.2012.45.2854.
(4) Bidard F. C. et al., Ann Oncol (2013) 24 (8): 2057-2061.doi: 10.1093/annonc/mdt176.
(5) Murtaza M et al., Nature 2013 May 2;497(7447):108-12. doi: 10.1038/nature12065. Epub 2013 Apr 7.
(6) Wolf J et al. Breast Cancer Res Treat. 2013.

Plenum-Session "Translationale Forschung", 14.11.2013

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