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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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08. Juli 2011

Hämatologisch-onkologische Erkrankungen

Unterscheidung von Fieberursachen bei ambulanten neutropenischen Patienten mit Procalcitonin (PCT)

Als Folge einer medikamentösen Tumorbehandlung kann es zu einer Neutropenie (Granulozyten ≤ 500/µl) kommen. Dies betrifft in erster Linie Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen [1]. Die Ursachen von Fieberepisoden während Neutropenie sollten sicher und schnell eingegrenzt und diagnostiziert werden, denn eine Infektion kann in dieser klinischen Situation lebensbedrohlich verlaufen. Procalcitonin kann zur Entscheidung beitragen, ob ein Patient mit Fieber während Neutropenie weiter ambulant behandelt werden kann, oder ob er stationär aufgenommen werden muss. Der PCT-Wert weist auf den Schweregrad bakterieller Infektionen hin.
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Häufig ist Fieber das einzige Anzeichen für eine Infektion bei Neutropenie. Neben einer Infektion können aber auch Medikamente, Blutprodukte oder die Grunderkrankung selbst zu Fieber führen [1]. Andererseits haben nicht alle neutropenischen Patienten mit einer bakteriellen Infektion Fieber. Trotz aller modernen Diagnostikverfahren kann nur etwa bei der Hälfte der Patienten eine Fieberursache mit hinreichender Sicherheit diagnostiziert werden. Der definitive Ausschluss einer Infektion in dieser klinischen Situation ist i.d.R. schwierig und erfolgt oft erst im späteren Verlauf einer Fieberepisode. Eine Infektion kann jedoch die Prognose der Patienten nicht nur durch die damit verbundene höhere Mortalität beeinträchtigen: Infektionen können auch zu Verzögerungen der Therapie führen, die letztlich den Erfolg der Tumortherapie in Frage stellen können.

Auch bei Patienten mit Fieber bei der Erstdiagnose einer malignen Erkrankung kann der PCT-Test hilfreich sein: Hier kann eine bakterielle Infektion von Fieber aufgrund einer hohen Krankheitsaktivität, beispielsweise bei Patienten mit einem aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom oder mit einem Morbus Hodgkin, abgegrenzt werden [2, 3, 4].

Verbleib der Patienten in ambulanter Behandlung

Bei der Entscheidung, ob ein Patient mit einer Infektion während einer Neutropenie-Episode ambulant behandelt werden kann, kann ein individueller Risiko-Index des Patienten, der die zu erwartende Dauer der Neutropenie und Parameter des MASCC-Scores beeinhaltet, bestimmt und bei der Bewertung der klinischen Situation herangezogen werden [5]. Giamarellou et al. [4] analysierten die Korrelation des PCT-Werts mit der Art und dem Schweregrad der Infektion bei 158 Patienten mit Fieber während Neutropenie. In der Studie hatte PCT eine Sensitivität von 83,3%, eine Spezifität von 100% und einen positiven Vorhersagewert von 100% bei der Diagnose einer schweren Sepsis. Bei einem Wert von < 0,5 ng/ml ist gemäß der Studie von Giamarellou eine Infektion eher unwahrscheinlich. M. Meisner setzt den Grenzwert für die Diagnose einer schweren Infektion bei Patienten mit Neutropenie bei 0,25 ng/ml an [6]. Wiederholte PCT-Messungen können Hinweise auf die Effektivität des gewählten Antibiotikum geben. Sinkende PCT-Werte unter Antibiose weisen auf eine erfolgreiche Therapie der Infektion hin.

Der Test auf Procalcitonin (PCT)

PCT ist ein hochsensitiver Biomarker, dessen Wert mit dem Schweregrad einer bakteriellen Infektion korreliert. Bei einer bakteriellen Infektion wird die PCT-Synthese durch Zytokine und bakterielle Toxine induziert [7]. 3-6 Stunden nach Infektionsbeginn steigen die PCT-Werte an, das Maximum ist nach 8-24 Stunden erreicht (Halbwertszeit: 22-35 Stunden). Beim CRP ist das Maximum des Wertes erst nach ca. 24-48 Stunden erreicht. CRP kann bei Tumorpatienten auch unabhängig von einer Infektion gebildet werden (Abb. 1) [2].

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Abb. 1: Bestimmung der PCT- und CRP-Plasmakonzentration bei Patienten mit hämatologisch-onkologischen Erkrankungen und CRP-Erhöhung > 8 mg/l: mit Infektionen, mit medikamentenassoziiertem Fieber oder mit Tumoren (mit starker Tumormasse oder Lymphomen mit B-Symptomen) (nach Schüttrumpf S. et al. Clin Infect Dis 2006;43:468-473).

1. Buchheidt D. et al.: Chemother J 2010;19:101-10
2. Schüttrumpf S. et al.: Clin Infect Dis 2006;43:468-473
3. Schüttrumpf S. et al.: Ann Hematol 2003;82:98-103
4. Giamarellou H. et al.: Clin Microbiol Infect 2004;10:628-633
5. The Multinational Association for Supportive Care in Cancer (MASCC): http://www.qxmd.com/calculate-online/hematology/febrile-neutropenia-mascc
6. Meisner M.: Procalcitonin – Biochemie und klinische Diagnostik, 2010
7. Ghillani P. P. et al.: Cancer Res 1989; 49:6845-6851

Mit freundlicher Unterstützung der Thermo Fisher Scientific GmbH
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