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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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30. September 2014

Therapie des mCRPC mit Abirateron

Bei Abirateron (Zytiga®) spricht eine Post-hoc-Analyse der Studie COU-AA-302 dafür, dass der Androgenbiosynthese-Hemmer beim mCRPC im Rahmen der Indikation womöglich früh zum Einsatz kommen sollte. Über dieses aktuelle Thema zum Prostatakarzinom diskutierten Experten auf einem Journalistenworkshop in der Hamburger Martini-Klinik.

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Nach einer Post-hoc-Analyse der Zulassungsstudie COU-AA-302 von Abirateronacetat (Zytiga®) profitieren die Patienten womöglich von einem frühen Beginn der Therapie im Rahmen der Zulassung (1, 2). Abirateronacetat hemmt die Androgen-Biosynthese - anders als die ADT - nicht nur in den Hoden, sondern auch in den Nebennieren und im Tumorgewebe, so dass es beim mCRPC noch wirken kann (3). Es ist in Kombination mit Prednison oder Prednisolon u.a. zugelassen zur Behandlung von mCRPC-Patienten mit nicht oder mild symptomatischem Verlauf nach Versagen der konventionellen Hormonmanipulationen, bei denen eine Chemotherapie noch nicht indiziert ist (3).

In der Phase-III-Studie COU-AA-302 hatten 1.088 entsprechende Patienten Abirateronacetat oder Placebo - je mit Prednison/Prednisolon - erhalten (Abirateron vs. Placebo). Nach im Median 27,1 Monaten lag das mediane Gesamtüberleben bei 35,3 vs. 30,1 Monaten (Hazard Ratio (HR) 0,79; p=0,0151). Es zeigte sich ein starker Trend für eine Überlegenheit von Abirateron, doch der Unterschied erreichte nicht das vorgegebene Signifikanzniveau von p=0,00354.

In der genannten Post-hoc-Analyse der COU-AA-302 wurde die Signifikanz allerdings in der sog. Günstige-Prognose-Gruppe erzielt, die aus 560 Patienten mit niedrigem PSA-Wert (≤ 114 ng/ml) und ohne tumorbedingte Schmerzen (Brief Pain Inventory Short Form, Frage 3: Score 0-1) bestand. Hier reduzierte Abirateron die Sterblichkeit signifikant um 39% (HR 0,608; p=0,0016) - nach 36 Monaten lebten unter Abirateron noch etwa 70% der Männer (1).

Die signifikante Überlegenheit bestätigte sich sowohl in der Gesamt- als auch in der Günstige-Prognose-Gruppe für den zweiten ko-primären Endpunkt, das radiologisch progressionsfreie Überleben, sowie alle sekundären Endpunkte (je p<0,05) (1, 2). So benötigten in der Günstige-Prognose-Gruppe unter Abirateron nach 36 Monaten beispielsweise etwa 55% der Männer noch keine Chemo- und etwa 60% noch keine Opiattherapie (1). Bei den übrigen Patienten, der Ungünstige-Prognose-Gruppe, senkte Abirateron die Mortalität nicht (HR 0,966; p=0,7776) (1).


Meet-the-clinic: "Behandlungsalltag: Was zählt beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC)?" Martini-Klinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, 25.06.2014.


Literaturhinweise:
(1) Dossier zur Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V: Janssen-Cilag GmbH, Abirateronacetat (Zytiga®), Modul 4 A. Stand 14.01.2013: www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/60/
(2) Rathkopf DE et al. Eur Urol. 2014. (Epub ahead of print).
(3) Aktuelle Fachinformation Zytiga®.

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