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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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05. April 2012

DKK 2012

Therapie des Multiplen Myeloms wird immer vielfältiger

Bei nahezu jedem zweiten Patienten mit Multiplem Myelom liegt bei der Erstdiagnose eine Nierenfunktionseinschränkung vor, rund 16% weisen eine Niereninsuffizienz auf, und etwa 10% sind zu diesem Zeitpunkt bereits dialysepflichtig. Die „good news“ ist, dass es durch eine rasche therapeutische Intervention zu einer Erholung der Nierenfunktion kommen kann. Neue Substanzen wie Bortezomib können auch bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz ohne Dosisanpassung verabreicht werden.
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Eine Niereninsuffizienz ist eine häufige Myelom-assoziierte Komplikation. PD Dr. Stefan Knop, Würzburg, stellte dies während eines Symposiums auf dem DKK am Beispiel eines 60-jährigen MM-Patienten dar, der wegen uncharakteristischer gastrointestinaler Beschwerden symptomatisch wurde. Es wurde eine terminale Niereninsuffizienz diagnostiziert und eine Dialyse eingeleitet. Nach drei Monaten verschlechterte sich sein Zustand, er litt unter Schmerzen, hatte eine Anämie und eine Hyperkalzämie. Ein sekundärer Hyperparathyreoidismus konnte ausgeschlossen werden. Wegweisend für die Diagnose eines IgG-Myeloms und einer Myelomniere war schließlich eine Serumelektrophorese. Bei diesem Patienten konnte durch eine Hochdosischemotherapie und einmalige autologe Transplantation eine komplette Remission (CR) und Dialysefreiheit erreicht werden. Wie Knop bemerkte, haben Patienten, die gut auf eine Hochdosischemotherapie ansprechen, eine Chance von 39%, dialysefrei zu werden.

Nierenfunktion erholt sich besser unter VMT als unter MP

Für Patienten, die für eine Hochdosischemotherapie mit Knochenmarktransplantation nicht geeignet sind, ist in der Primärtherapie die Kombination von Bortezomib mit Melphalan und Prednison indiziert (VMT). In der VISTA-Studie erreichten 31% der niereninsuffizienten Patienten (Baseline CrCl <50 ml/min) unter VMP eine CR. Die Erholung der Nierenfunktion (entspricht einer Verbesserung der Werte auf GFR ≥60 ml/min unter Behandlung) war unter VMT höher als unter MP (44% vs. 34% bei Patienten mit Kreatinin-Clearance < 50 ml/min). Bortezomib kann unter engmaschiger Beobachtung ohne Dosisanpassung bis hin zur dialysepflichtigen Niereninsuffizienz verabreicht werden.

Als Monotherapie ist Bortezomib indiziert für die Behandlung von Patienten mit progressivem Multiplen Myelom, die mindestens eine vorangehende Therapie durchlaufen und die sich bereits einer Knochenmarktransplantation unterzogen haben oder die für eine Knochenmarktransplantation nicht geeignet sind. Es besteht die Möglichkeit des Retreatments mit derselben Substanz, berichtete PD Dr. Christian Scheid, Köln. Dies gilt auch für Bortezomib. Patienten der VISTA-Studie, die erfolgreich in der Primärtherapie mit VMP behandelt worden sind, sprachen zu 47,% im Retreatment wieder auf Bortezomib an, wobei 41% der Patienten eine komplette Remission erzielten. Eine Studie mit stark vorbehandelten Patienten konnte zeigen, dass bei Patienten, die unter einer vorherigen Rezidivtherapie mit Bortezomib eine CR erreicht hatten, die Ansprechrate im Retreatment sogar bei 75% lag.

Inzwischen gibt es auch eine fast schon verwirrende Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten mit Bortezomib, die gut zu handhaben sind, so zum Beispiel die Kombination mit Bendamustin oder neuen Antikörpern gegen das MM, bemerkte Scheid abschließend.

as

Satellitensymposium „Zeitgemäße Therapie des Multiplen Myeloms”, 23.02.2012, DKK 2012, Berlin; Veranstalter: Janssen-Cilag

Weitere Infos unter: http://www.journalonko.de/newsview.php?id=5572
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