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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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19. Dezember 2011

Supportive Maßnahmen verbessern Lebensqualität und Therapiequalität

Supportive Behandlungen führen zu einer besseren Toleranz von Krebstherapien, sie verbessern die Lebensqualität der Patienten, lindern krankheitsbedingte Symptome und ermöglichen oftmals erst Dosiseskalationen, die das Behandlungsergebnis entscheidend verbessern. Spannende Ansätze aus diesem Bereich präsentierten die Referenten des 18. Münchener Fachpresse-Workshops „Onkologie und onkologische Supportivtherapie“.
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Emesis leitliniengerecht behandeln

Übelkeit und Erbrechen, hervorgerufen durch eine Chemotherapie, zählen zu den Nebenwirkungen, die Krebspatienten auch heute noch sehr fürchten. Dabei können den meisten Patienten diese durch eine leitliniengerechte antiemetische Therapie erspart bleiben. Als bahnbrechend bezeichnete Dr. Jörg Schilling, Berlin, die Einführung der 5-HAT3-Rezeptor-Antagonisten (5-HT3-RA), die viele Chemotherapien erstmals tolerierbar machten.

Risikopatienten werden mit einer Dreifachkombination aus 5-HT3-RA, Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonist und Dexamethason behandelt. Zu den Risikopatienten zählen z.B. junge Patientinnen mit Mammakarzinom. Sie reagieren besonders empfindlich auf eine AC (Anthrazyklin/Cyclophosphamid)-haltige Chemotherapie, bestätigte Schilling. Trotz des moderat emetogenen Potenzials der Einzelsubstanzen klassifizieren die kürzlich aktualisierten Leitlinien der ASCO AC-haltige Chemotherapien als hoch emetogen und empfehlen daher auch die Dreifachkombination [1]. Gute Erfahrungen konnte man mit dem 5-HT3-RA Palonosetron (Aloxi®) sammeln, den die Ärzte des BNGO (Bundesverband niedergelassene gynäkologische Onkologen) bereits seit 3 Jahren zu 25% in der Dreierkombination einsetzen.

Frühes Nebenwirkungsmanagement entscheidend

Therapien mit neuen Substanzen verursachen neue Nebenwirkungen wie etwa die gegen den HER2-Rezeptor gerichtete Therapie mit Lapatinib (Tyverb®) beim HER2-überexprimierenden metastasierten Mammakarzinom. Wichtig ist ein präventiv und früh einsetzendes Nebenwirkungsmanagement, sagte Dr. Stefan Paepke, München. So sollte die Patientin bereits bei ersten Anzeichen von Diarrhoe Loperamid (Imodium®) erhalten, damit die Behandlung mit Lapatinib auch wie geplant weitergeführt werden kann. Paepke betonte, dass bestimmte Subgruppen von Patientinnen besonders gut von Lapatinib profitieren. Bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom, die in der zulassungsrelevanten Studie EGF30008 mit Lapatinib und Letrozol behandelt wurden, verlängerte sich das progressionsfreie Überleben von 3,0 auf 8,2 Monate, wobei gerade prognostisch ungünstige Subgruppen wie Patientinnen mit Lebermetastasen oder mit mindestens 3 Metastasenlokalisationen den größten Benefit aufwiesen.

Zu einem schnellen und anhaltenden Wirkungseintritt führte die Kombination von Lapatinib mit Capecitabin oder Letrozol bei einigen rasch progredient und symptomatisch gewordenen Patientinnen. Zur Prävention und Linderung des Hand-Fuß-Syndroms unter Capecitabin hat sich laut Paepke Hanföl bewährt, das auch bei atopischer Dermatitis mit Erfolg eingesetzt wird.

In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass Lapatinib die Brustkrebszellen wieder empfindlich für Trastzumab macht [2]. Nachbeobachtungen der Studie 151 [3, 4] unterstützten dies klinisch, so dass mittels sequenzieller Gabe von Lapatinib und Trastuzumab die Remissionsdauer verlängert werden kann.

Eine Mukositis kann zu dramatischen Verläufen führen

Bis zu 70% der Krebspatienten entwickeln unter Radio- oder Chemotherapie eine Mukositis. In den meisten Fällen ist der Hefepilz Candida albicans der Erreger. Eine Mukositis ist dosislimitierend und birgt ein erhöhtes Sepsisrisiko. Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren kommt es mitunter zu dramatischen Verläufen, die innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen können, berichtete Prof. Petra Feyer, Köln.

Die AWMF*-Leitlinie empfiehlt lokale Antimykotika neben der systemischen Applikation. Am Anfang steht im Regelfall die topische Therapie der Candidose, so Feyer. Darreichungsformen sind meist Mundspülungen, Gele, Pastillen etc., die täglich 4-6 mal angewendet werden müssen. Patientenfreundlicher ist die Anwendung der mucoadhäsiven Miconazol-Buccaltablette Loramyc®. Die Tablette wird einmal täglich am Morgen nach dem Frühstück und dem Zähneputzen oberhalb des seitlichen Schneidezahns des Oberkiefers in die Eckzahngrube (Fossa canina) eingelegt. Die Buccaltablette setzt den Wirkstoff gleichmäßig und hochdosiert frei. Eine Phase-III-Studie an 306 Kopf-Hals-Patienten [5] konnte zeigen, dass 50 mg Miconazol-Buccaltablette im Vergleich zu 500 mg Miconazol-Gel signifikant besser abschnitt bei multilokalen Läsionen sowie bei Patienten mit normalem Speichelfluss und ohne Speichelfluss. Wegen der guten Compliance [6] würde Feyer bei der topischen Anwendung Loramyc® den Vorzug geben.

as

*Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

18. Münchener Fachpresse-Workshop „Onkologie und onkologische Supportivtherapie“, München, 10.11.2011

Literatur:
1. Basch E et al. Antiemetics: American Society of Clinical Oncology Clinical Practice Guideline Update. J Clin Oncol. 2011 Nov 1;29(31):4189-98
2. Scaltriti M. et al. Oncogene 2009; 28(6): 803-14
3. Spazzapan S. et al. J Clin Oncol 28:15s, 2010 (suppl; abstr 1082)
4. Gori S. et al. J Clin Oncol 29:2011 (suppl; abstr 568)
5. Bensadoun FJ, Cancer 2008
6. Glivorov J et al. Int J Radiation Oncology Biol Phys, 2010
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