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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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11. September 2015

Bewegungsprogramme für Krebspatienten: Sport verbessert Chemotherapietoleranz

Regelmäßiger Sport beugt Krebserkrankungen vor. Doch auch wer erkrankt ist, kann durch vermehrte sportliche Aktivität und Krafttraining seine Prognose deutlich verbessern. Sport während der Chemotherapie sorgt auch für eine bessere Verträglichkeit.

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Eine hohe körperliche Aktivität vor und nach der Krebsdiagnose senkt das Sterberisiko von Brustkrebspatientinnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse (1), die Dr. Daniela Schmid, Regensburg, im Rahmen des Senologiekongresses vorstellte. In diese Meta-Analyse gingen 16 Studien von Brustkrebspatientinnen und 7 Studien von Patienten mit Kolorektalkarzinom ein. Patientinnen mit dem höchsten körperlichen Aktivitätslevel vor der Diagnose hatten im Vergleich zur Gruppe mit dem niedrigsten Aktivitätslevel ein um 23% niedrigeres Gesamt- und brustkrebsspezifisches Mortalitätsrisiko (RR=0,77). Bei Patientinnen, die nach der Diagnose körperlich aktiv waren, halbierte sich das Gesamtmortalitätsrisiko beinahe (RR=0,52) und das brustkrebsspezifische Mortalitätsrisiko war um 28% reduziert im Vergleich zu Patientinnen, die wenig körperlich aktiv waren (RR=0,52 bzw. 0,72). Bei den Patienten mit Kolorektalkarzinom verhielt es sich ähnlich. Das Sterberisiko reduzierte sich auch bei Patienten, die erst nach der Diagnose ihre körperliche Aktivität steigerten im Vergleich zu jenen, die inaktiv blieben.

Dr. Joachim Wiskemann, Heidelberg, empfahl mit Sport und Bewegungstherapie möglichst früh zu beginnen, und zwar bereits schon während der Chemotherapie. Eine verbessert Kraft und Ausdauer beugt Niedergeschlagenheit und Depressionen vor und erhöht sogar die Chemotherapietoleranz. Auch für Patientinnen mit Lymphödem ist ein Krafttraining nicht tabu, allerdings sollten währenddessen Kompressionsstrümpfe getragen werden. „Sport ist ein wichtiges Medikament, das zur Therapie des Mammakarzinoms dazugehört“, betonte Wiskemann. Dies müsse noch mehr im Bewusstsein der Öffentlichkeit ankommen.

„Wir müssen differenzierte Bewegungsprogramme einsetzen“, sagte der Kölner Sportwissenschaftler Dr. Freerk Baumann. Diese sind abhängig vom Ziel. Bei der Fatigue ist es wichtig, die Intensität des Ausdauer- und Krafttrainings an die Intensität der Fatigue anzupassen – je ausgeprägter die Fatigue, um so geringer die Intensität des Trainings. Das Krafttraining bei Lymphödem sollte immer individualisiert durchgeführt werden. Patienten mit einer Polyneuropathie profitieren von einem sensomotorischen Training, das Taubheitsgefühle reduzieren kann. Durch Kraft- und Ausdauertraining können selbst die für die Patientinnen sehr belastenden Arthralgien unter Aromatasehemmertherapie reduziert werden.

as
Wiss. Sitzung „Individualisierte Sport- und Bewegungstherapie beim Mammakarzinom“, 35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie, 26.06.2015, Leipzig
Literatur:

(1) Schmid D et al. Ann Oncol (2014) doi: 10.1093/annonc/mdu012 First published online: March 18, 2014.

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