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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Juli 2015

Spannende Daten aus dem Bereich Urologie

Interview mit Prof. Dr. Maximilian Burger, Regensburg.

Über seine persönlichen Highlights vom ASCO 2015 aus dem Bereich der Urologie sprach Prof. Maximilian Burger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Regensburg am Caritas-Krankenhaus St. Josef, mit JOURNAL ONKOLOGIE.

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Prof. Dr. Maximilian Burger, RegensburgJOURNAL ONKOLOGIE: Herr Prof. Burger, was waren für Sie die Highlights vom ASCO aus dem Bereich Urologie?

Burger: Vorneweg muss ich zugeben, dass ich gar nicht selber auf dem ASCO war. Es ist ja ehrlicherweise so, dass dieser Besuch zumindest drei Arbeitstage wegnimmt. Für viele Kliniker, gerade in operativen Fächern, ist das kaum darstellbar. Aber bevor Sie jetzt erwarten, dass ich Ihnen keine weiteren Fragen mehr beantworte und mich mit Unkenntnis rausreden will: ich muss auch gar nicht selber da gewesen sein, um gut informiert zu werden. Das ist auch anders möglich: Einmal ganz altmodisch durch den persönlichen Bericht – ich hatte zwei Mitarbeiter zur ASCO-Jahrestagung geschickt. Zum anderen bietet gerade der ASCO viele Informationen online. Hier sehe ich einen Trend für viele größere Kongresse, deren Webauftritte immer besser werden, um diesem Problem zu begegnen und die Bedeutung der Veranstaltung beizubehalten.

Meine persönlichen Highlights sind natürlich aus meinem Fachgebiet, der Urologie. Eine Arbeit, die ich mir auf meine Nachverfolgungsliste gesetzt habe, ist eine Phase-II-Studie mit Ramucirumab – ein humaner monoklonaler Antikörper gegen VEGFR2 – in der Secondline-Anwendung beim metastasierten Harnblasenkarzinom. In dieser Phase-II-Studie (1) zeigt sich nach Cisplatin-haltiger Erstlinientherapie für die Kombination mit Docetaxel ein progressionsfreies Überleben von 5,1 gegenüber 2,4 Monaten für Docetaxel alleine. Daten zum Gesamtüberleben stehen allerdings noch aus.

Eine wesentliche Erleichterung für unseren Alltag würde sich durch den Einsatz von validen Markern im Follow-up des Hodentumors ergeben. Wir müssen uns vor Augen halten, dass z.B. nur 60% der Patienten mit einem Hodentumor überhaupt Marker-positiv sind. Hier könnte die Bestimmung des Serum-Levels von zirkulierender microRNA miR-371-3p helfen, das in über 90% der Patienten in einer Serie von bisher immerhin ca. 150 exprimiert wird, wie sich in einer Studie von Dieckmann et al. (2) gezeigt hat. Die Serum-Level korrelieren einerseits mit dem Tumorstadium und andererseits mit dem Therapieansprechen.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Es wurden erste Studien mit Checkpoint-Inhibitoren u.a. beim Blasen- und Nierenzellkarzinom vorgestellt. Wie bewerten Sie die Ergebnisse?

Burger: Wenn man sich vor Augen hält, dass für Nivolumab Phase-II-Daten berichtet wurden, die besser sind als die mit den bereits recht guten Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs), und deren Response bisher in den meisten Fällen über ein Jahr anhält, ist das einfach spannend. Was man schon weiß, ist, dass Checkpoint-Inhibitoren gut verträglich und sehr effektiv sind, aber mit TKIs wegen der Nebenwirkungsprofile eher nicht zu kombinieren sind, was ja aufgrund der prinzipiell unterschiedlichen angegriffenen Tumormechanismen charmant gewesen wäre. Aber: die meisten Studien laufen ja noch, außer Protokollen gibt es nicht wirklich viel Handfestes. Wir müssen uns noch gedulden.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Die Phase-III-Studie ASSURE (3) zur adjuvanten Therapie mit Sorafenib oder Sunitinib bei Patienten mit Hochrisiko-Nierenzellkarzinom war ja negativ. Hatten Sie das erwartet?

Burger: Ehrlicherweise nicht. Gerade für die ungünstigeren Subgruppen hätte ich einen Benefit erwartet. Aber vielleicht bekommen wir nur gezeigt, wie wenig wir wirklich über Metastasierungsmechanismen wissen.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Bei Patienten mit lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom konnte durch die Integration von Docetaxel in der RTOG 0521 Phase-III-Studie (4) ein Überlebensvorteil nachgewiesen werden. Erste Ergebnisse zum Gesamtüberleben gibt es auch aus der STAMPEDE-Studie (5) mit Docetaxel +/- Zoledronat. Wie werden sich diese Ergebnisse auf die klinische Praxis auswirken? Sind sie „practice changing“?

Burger: Das kommt ganz darauf an, wen Sie fragen. Der internistische Onkologe wird das rundheraus bejahen. Ein Kommentar der DGHO beschreibt das gar als Änderung des Therapiestandards. Der Uroonkologe eher nicht, denn wenn man die hervorragende Lebensqualität unter alleiniger hormonablativer Therapie auch mit sekundärer Manipulation durch Abirateron und Co. sieht, ist man zurückhaltender. Beim jungen, fitten Patienten wird man das sicher erwägen. Beim klassischen Patienten mit primärer Metastasierung aber eher nicht. Es gilt also die übliche Plattitüde auch nach dem ASCO 2015: Man muss den ganzen Menschen im Auge behalten.


Vielen Dank für das Gespräch!

Literatur:

(1) Petrylak DP et al. J Clin Oncol 33, 2015; suppl 7; abstr 295.
(2) Dieckmann KP et al. J Clin Oncol 33, 2015; suppl 7; abstr 376.
(3) Haas, NB et al. J Clin Oncol 33, 2015 (suppl 7; abstr 403).
(4) Sandler HM et al. J Clin Oncol 33, 2015 (suppl; abstr LBA5002).
(5) James ND, et al. J Clin Oncol 33, 2015 (suppl; abstr 5001).

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