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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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18. Oktober 2013

Fortgeschrittenes NSCLC: Ergebnisse der Phase-III-Studie LUME-Lung 1

Secondline-Therapie mit Nintedanib zeigt signifikanten Überlebensvorteil

M. Reck, Onkologischer Schwerpunkt, LungenClinic Großhansdorf.

Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) haben immer noch oft eine schlechte Prognose; trotz effektiver Erstlinien-Chemotherapien ist die Überlebenszeit durch den Progress der Erkrankung verkürzt, der bei allen Patienten in der Regel auftritt. Die Therapieoptionen in dieser Situation sind begrenzt: Zuletzt konnte eine Studie aus dem Jahr 2005 in der Zweitlinien-Therapie mit Erlotinib einen Überlebensvorteil im Vergleich zu Placebo zeigen (1, 2). Es existiert daher ein dringender Bedarf an effektiven Therapeutika (3). Aus diesem Grund sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie LUME-Lung 1 besonders beachtenswert: Der orale Angiokinase-Hemmer Nintedanib* erzielte in Kombination mit Docetaxel im Vergleich zu Docetaxel allein in der Zweitlinie eine signifikante Verlängerung des medianen Überlebens um 2,3 Monate bei Patienten mit der häufigsten Form des Lungenkrebses, dem Adenokarzinom (4).

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Die Dauer des Ansprechens auf eine Erstlinien-Chemotherapie beim NSCLC ist im Allgemeinen kurz, im Mittel kommt es 4-6 Monate nach Therapieende zum Progress (5). Für die Zweitlinien-Behandlung sind in Deutschland zurzeit drei Medikamente zugelassen: die beiden Chemotherapeutika Docetaxel und Pemetrexed (beim nicht-plattenepithelialen NSCLC) sowie der EGFR-Tyrosinkinaseinhibitor Erlotinib. Die medianen Überlebenszeiten liegen bei 7,9 bzw. 8,3 Monaten für die beiden Zytostatika im Vergleich (6). Für Erlotinib konnte gegenüber Placebo das mediane Überleben von 4,7 auf 6,7 Monate verlängert werden (1, 2).

2nd Line: Nintedanib/Docetaxel verlängert Gesamtüberleben

Auf der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden erstmalig die Ergebnisse der doppelblinden, randomisierten Phase-III-Studie LUME-Lung 1 vorgestellt. Sie prüfte die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Nintedanib* in Kombination mit Docetaxel nach Versagen einer Erstlinien-Chemotherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem/metastasiertem NSCLC gegenüber Placebo plus Docetaxel. In die Studie wurden 1.314 Patienten in Europa, Asien und Südafrika eingeschlossen. Die Patienten erhielten randomisiert entweder oral Nintedanib* 2× 200 mg pro Tag plus Docetaxel 1x täglich 75 mg/m2 alle 3 Wochen (n= 655) oder Placebo plus Docetaxel (n=659).

 

Abb. 1: LUME-Lung 1 - Überlebenswahrscheinlichkeit für Patienten mit Adenokarzinom.
 

Die Ergebnisse dieser Studie sind aufgrund der schlechten Ergebnisse der bisherigen Secondline-Therapien sehr erfreulich. Die Kombination aus Nintedanib* plus Docetaxel verbesserte gegenüber der Docetaxel-Monotherapie den primären Endpunkt der Studie, das progressionsfreie Überleben (PFS), signifikant unabhängig von der Histologie (3,4 vs. 2,7 Monate, HR=0,79, p=0,0019). Während in der Gesamtgruppe der Patienten kein signifikanter Unterschied der Überlebenszeit beobachtet wurde, konnte für vorbehandelte Patienten mit einem Adenokarzinom nach nun fast 10 Jahren erstmalig wieder eine Verbesserung des Gesamtüberlebens erzielt werden: Die Kombination Nintedanib* plus Docetaxel verlängerte gegenüber Docetaxel plus Placebo das mediane Überleben um 2,3 Monate auf über ein Jahr (12,6 vs. 10,3 Monate; HR=0,83; p=0,0359) (4).

Gute Verträglichkeit bestätigt

Die LUME-Lung-1-Studie bestätigt das gute Verträglichkeitsprofil von Nintedanib* aus früheren Studien. Die Nebenwirkungen waren in beiden Armen vergleichbar. Lediglich reversible Leberwert-Erhöhungen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe und Fatigue traten in der Nintedanib*-Docetaxel-Gruppe etwas häufiger als unter alleiniger Chemotherapie auf. Sie waren meist mild oder moderat ausgeprägt und ließen sich durch supportive Therapie oder Dosisreduktion gut handhaben. Typische Nebenwirkungen der Substanzklasse der Angiogenese-Inhibitoren, wie Hypertonie, thromboembolische Ereignisse und Blutungen, traten nur selten auf und waren im Kombinationsarm nicht häufiger als im Docetaxel-Arm. Mukositis und Hand-Fuß-Syndrome waren nicht in relevantem Umfang zu beobachten (4).

Fazit

Patienten mit der häufigsten Form des nicht-kleinzelligen Lungenkrebses, dem Adenokarzinom, lebten länger, wenn sie nach Versagen einer Erstlinien-Therapie Nintedanib* zusätzlich zum Chemotherapie-Standard Docetaxel bekamen. Der Überlebensvorteil von 2,3 Monaten ist gerade in der Zweitlinie bedeutungsvoll, einer Situation, in der sonst bereits Verbesserungen bzgl. Verträglichkeit und Lebensqualität als Therapiefortschritt gewertet werden. Die Kombinationstherapie zeigte zudem ein gut beherrschbares Nebenwirkungsprofil. Daher könnte Nintedanib* eine neue Behandlungsoption sein, die für diese Patienten dringend benötigt wird.


 

PD Dr. med. Martin Reck

Chefarzt des Onkologischen Schwerpunkts
LungenClinic Großhansdorf
Wöhrendamm 80
22927 Großhansdorf

E-Mail: m.reck@lungenclinic.de



Literaturhinweise:
(1) Shepherd FA et al. N Engl J Med. 2005; 353(2):123-32.
(2) Petrelli F et al. Expert Rev Anticancer Ther. 2012;12(10):1299-312.
(3) Burris H.A. Oncogene 2009;28(S1): 4-13.
(4) Reck M et al. J Clin Oncol 2013; 31: suppl; abstr LBA8011.
(5) Shepherd FA et al. J Clin Oncol 2000; 18: 2095-2103.
(6) Hanna N et al. J Clin Oncol. 2004; 22(9): 1589-97.


* Nintedanib ist bislang noch nicht zugelassen und befindet sich in der klinischen Entwicklung. Sicherheit und Wirksamkeit sind noch nicht vollständig nachgewiesen.

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