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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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10. März 2017 Seite 1/2

Die Rolle der Bakterien bei der Darmkrebsentstehung

Der Verdacht, ganz bestimmte Darmbakterien könnten an der Entstehung von Darmkrebs beteiligt sein, wurde schon vor vielen Jahren zum ersten Mal geäußert. Inzwischen sind 3 Spezies die Hauptverdächtigen. Andererseits gibt es auch die Hypothese, dass nicht allein einzelne Organismen, sondern die Zusammensetzung unserer Darmflora mit ausschlaggebend für die Tumorgenese ist. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, meinte Prof. Dr. Cynthia Sears, Baltimore, USA, die ihre Untersuchungen an Biofilmen vorstellte – Bakterienkolonien, die im Darm in die innere dichte Schleimschicht eingedrungen sind und überwiegend im rechten Kolon zu finden sind.
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Es gibt überzeugende Hinweise darauf, dass einzelne Bakterienspezies bei der Entstehung von Kolonkarzinomen eine Rolle spielen. Zum Kreis der Verdächtigen gehören toxinbildende Stämme von Bacteroides fragilis (ETBF, enterotoxigenic bacteroides fragilis), Escherichia coli pks und Fusobacterium nucleatum.

Beim Bacteroides-fragilis-Toxin (BFT) handelt es sich um eine Metalloprotease, die in 3 Isoformen vorkommt. BFT1 spielt bei Durchfallerkrankungen eine Rolle und BFT2 offensichtlich bei der Tumorgenese im Kolon. Der Keim ETBF hat vermutlich früh Einfluss auf die Tumorentwicklung, wie ein Tierversuch zeigte: Wird der Darm bestimmter Mausmutanten (multiple intestinal neoplasia mice) mit ETBF kolonisiert, so entwickeln die Tiere innerhalb von 2-3 Monaten Tumoren, die als Cluster im distalen Kolon auftreten, berichtete Sears. Schon innerhalb einer Woche bilden sich Mikro-Adenome und bereits nach 2 Wochen war bei der Mehrzahl die Tumorgenese initiiert. Wird das Gen für die BFT-Bildung entfernt, dann läuft diese Sequenz nicht ab.

Der zweite Verdächtige, E. coli pks, besitzt ein Gen, das ein DNA-schädigendes Toxin codiert, Polyketin-Peptid oder Colibactin genannt. Auch E. coli pks führte zur Tumorbildung bei den Mäusen, jedoch waren diesmal die Tumoren relativ gleichmäßig im Darm verteilt. Ähnlich verhielt es sich bei einer Kolonisierung mit Fusobacterium nucleatum.

Viele Menschen sind mit unterschiedlichen Isotypen von ETBF kolonisiert. Bei Patienten mit Kolonkarzinom sind es Sears zufolge aber deutlich mehr – zwischen 85-90%. Etwa 60% der CRC-Patienten sind positiv für E. coli pks vs. ca. 20% der Kontrollen, ca. 30% für Fusobacterium, das in den Kontrollen nicht entdeckt wurden.
 
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