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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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06. Februar 2012

Roche Penzberg: ein integrierter Standort für die Arzneimittelentwicklung in der Onkologie

D. Rüttinger, M. Weisser, O. Krieter, C. Meisel, Pharma Research and Early Development, Roche Diagnostics GmbH, Penzberg.

Das oberbayerische Penzberg beheimatet das größte biotechnologische Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionszentrum des Roche-Konzerns innerhalb Europas. Seit einem Jahr werden von hier aus nun auch klinische Studien der Phasen 1 und 2 in verschiedenen onkologischen Indikationen geplant und geleitet.
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Standortgeschichte

Anders als viele ehemalige Bergbaustandorte hat Penzberg die Schließung der letzten Grube 1966 gut verkraftet: Wo früher der Förderturm stand, befindet sich heute einer der größten Biotechnologie-Standorte Europas (Abb. 1). 1944, während des zweiten Weltkrieges, hatte sich das Unternehmen Boehringer Mannheim entschlossen, Teile seiner Forschungseinrichtungen aus Sicherheitsgründen von Mannheim nach Tutzing am Starnberger See zu verlegen. Nachdem es in Tutzing zu eng wurde, erfolgte 1972 die Grundsteinlegung für ein neues Werk auf einem brachliegenden Bergwerksgelände im nahen Penzberg. 1998 übernahm Roche die Boehringer Mannheim GmbH. Seither wurde der Standort von 2.500 Mitarbeitern im Jahre 1998 auf heute über 4.800 ausgebaut. Penzberg ist heute der einzige Standort im Konzern, an dem Forschung, Entwicklung und Produktion von Pharma und Diagnostics an einem Standort vertreten sind.

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Abb. 1: Der Roche-Konzern in Penzberg. (Foto: Roche).

Globale Roche Phase 1 Pipeline

Zum 30. September 2011 befanden sich 31 onkologische Projekte in Phase 1 der klinischen Testung (einschließlich Roche-Genentech und Chugai) (Tab. 1). Hiervon werden derzeit mehrere Projekte von Penzberg aus geleitet. Allein 2011 gelang es, in Penzberg drei sogenannte EIH („entry-into-human“) Meilensteine zu erreichen, das heißt Erstanwendungen der entsprechenden Moleküle am Patienten. Diese Reihe soll sich auch 2012 fortsetzen und Roche Penzberg als integrierten Standort der klinischen Entwicklung fest etablieren.

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Tab. 1: Projekte in Phase 1 der klinischen Testung. (Quelle: Roche R&D Pipeline, Overview Status Sept. 30, 2011).

Klinische Projekte in Penzberg

Im Juni 2011 wurde erstmals ein Patient mit einem monoklonalen Antikörper gegen das CD44-Oberflächenantigen auf Tumorzellen innerhalb einer onkologischen Phase-1-Studie (clinicaltrials.gov identifier NCT01358903) unter Penzberger Leitung behandelt. CD44 ist ein transmembranöses Glykoprotein, das erstmals 1980 als Oberflächenmarker auf T-Lymphozyten, kortikalen Thymozyten und Granulozyten beschrieben wurde [1]. Heute weiß man, dass CD44 insbesondere auf Plattenepithelkarzinomen, aber auch auf sogenannten „tumor-initiating cells“ verschiedener solider Tumore exprimiert wird. Unter anderem ist dabei für das Lungen-, Brust- und kolorektale Karzinom eine negative prognostische Relevanz einer CD44-Überexpression beschrieben, eine Tatsache, die insbesondere der Funktion von CD44 während der Metastasierung (Zelladhäsion und -invasion) zugeschrieben wird [2].

Im Dezember 2011 folgte die Behandlung des ersten Patienten mit einem humanisierten Antikörper gegen den human epidermal growth factor receptor 3 (HER3) (clinicaltrials.gov identifier NCT01482377). HER3 ist ein Mitglied der sog. Human Epidermal Growth Factor Receptor (HER) Familie, zu der auch HER1 (EGFR) und HER2 gehören. HER3 wird auf vielen epithelialen Tumoren exprimiert und spielt in der Progression und Resistenzentwicklung dieser Tumoren gegenüber anderen zielgerichteten Therapien eine wichtige Rolle [3-5]. Ähnlich wie für CD44 werden auch hier bereits in der Phase 1 Patienten aufgrund molekularer Marker auf Tumorproben für die Studienteilnahme ausgewählt (Companion Diagnostics Program).

Ebenso im Dezember 2011 fand schließlich die klinische Erstanwendung eines monoklonalen Antikörpers gegen den colony stimulating factor 1-Rezeptor (CSF1R) statt. CSF1R ist besonders auf sogenannten TAMs (tumor associated macrophage) exprimiert, die eng mit einer supportiven Funktion für den Tumor innerhalb des Tumor-„microenvironments“ in Verbindung gebracht werden [6] (clinicaltrials.gov identifier NCT01494688).

Weitere Programme befinden sich bereits in der späten Phase der präklinischen Prüfung oder sollen 2012 erstmals klinisch erprobt werden.

Ausblick

Die Expertisen der Diagnostic und Pharma Division und daraus entstehende Synergien lassen sich durch die unmittelbare Nachbarschaft am Standort Penzberg besonders gut nutzen, um innovative Medikamente zur Tumortherapie zu entwickeln und bereits in der frühen Phase der klinischen Entwicklung die Konzernstrategie der personalisierten Medizin umzusetzen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Diagnostics und Pharma zeigt sich hier unmittelbar, indem die begleitenden diagnostischen Tests („Companion Diagnostics“) zum Nachweis der für den Einschluss der Patienten erforderlichen und potentiell prädiktiven Biomarker von Roche Diagnostics parallel zur Entwicklung der therapeutischen Antikörper zur Verfügung gestellt werden. Auch bei allen anderen therapeutischen Molekülen unseres Portfolios kommt das Companion Diagnostics Konzept so früh wie möglich zur Anwendung. Darüber hinaus soll vor allem die Zusammenarbeit mit Kliniken und Instituten auf den Gebieten der Translationalen Forschung und frühen klinischen Entwicklung in Deutschland ausgebaut werden.

3 PD Dr. Dominik Rüttinger

Translational Medicine Leader Oncology
Pharma Research and Early Development
Roche Diagnostics GmbH
Nonnenwald 2
82377 Penzberg

Tel.: +49 - (0)8856 60 19705
Fax: +49 - (0)8856 60 79 19705
Email: dominik.ruettinger@roche.com


Literatur:
1. Dalchau R, Kirkley J, Fabre JW. Eur J Immunol 1980; 10:737-744.
2. Seiter S, Arch R, Reber S, et al. J Exp Med 1993; 177:442-445.
3. Sithanandam G, Anderson LM. Cancer Gene Ther 2008; 15:413-448.
4. Engelman JA, Zejnullahu K, Mitsudomi T, et al. Science 2007; 316:1039-1043.
5. Sergina NV, Rausch M, Wang D, et al. Nature 2007; 445:437-441.
6. Reber S, Komitowski D, Hofmann M, et al. Eur J Immunol 2011; 41:2470-2525.
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