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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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04. November 2016

RCC: Nivolumab verlängert als erster PD-1-Inhibitor das Überleben

Kürzlich erfolgte die Zulassung des programmed death(PD)-1-Inhibitors Nivolumab als Monotherapie bei Erwachsenen zur Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (RCC) nach einer Vortherapie. Die Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie CheckMate -025 zeigten einen signifikanten Vorteil von Nivolumab gegenüber Everolimus hinsichtlich des Gesamtüberlebens (OS) von RCC-Patienten.
Nivolumab (Opdivo®) wurde als erster Checkpoint-Inhibitor zur Behandlung des RCC zugelassen, berichtete Prof. Dr. Jürgen Gschwend, München. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der offenen, randomisierten Phase-III-Studie CheckMate -025, in der Patienten mit fortgeschrittenem RCC nach einer antiangiogenen Vortherapie 1:1 randomisiert entweder Nivolumab (3 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen als 60-minütige Infusion) oder Everolimus (10 mg täglich oral) erhielten, erklärte Prof. Dr. Jens Bedke, Tübingen. Die Therapie wurde jeweils fortgesetzt bis zu einer Krankheitsprogression oder bis zum Eintritt einer inakzeptablen Toxizität. Patienten, die mit Nivolumab behandelt wurden, erzielten ein medianes OS von 25,0 Monaten im Vergleich zu 19,6 Monaten unter Everolimus (HR=0,73, 98,5%-KI: 0,57-0,93; p=0,0018). „Der primäre Studienendpunkt, das OS, wurde mit einer 5,4-monatigen Verbesserung unter Nivolumab erreicht und war unabhängig von der PD-L1-Expression“, fasste Bedke zusammen. Die objektive Ansprechrate (ORR) unter Nivolumab lag bei 25,1% (95%-KI: 21-29,6) im Vergleich zu 5,4% unter Everolimus (95%-KI: 3,4-8,0). „Hinsichtlich der Ansprechcharakteristika konnten unter dieser Therapie zwei sehr interessante Phänomene beobachtet werden: Zum einen tritt ein Ansprechen sehr rasch (nach 8-16 Wochen) und anhaltend ein und zum anderen hält das Therapieansprechen in einigen Fällen an, selbst wenn die Therapie abgesetzt wurde“, sagte Bedke. So zeigten 47,6% der Patienten, die auf Nivolumab ansprachen, ein anhaltendes Ansprechen von bis zu 27,6 Monaten. Das PFS unter Nivolumab betrug 4,6 Monate und zeigte keinen Unterschied im Vergleich zu Everolimus.

Die Untersuchung der Lebensqualität (QoL) ergab, dass mit Nivolumab behandelte Patienten während der gesamten Dauer der Therapie Vorteile hinsichtlich der krankheitsbezogenen Symptome und der Lebensqualität im Vergleich zu Everolimus hatten. Dies ist in der Gesamtbewertung der Nivolumab-Therapie als äußerst positiv zu beurteilen, sagte Bedke.

Das Sicherheitsprofil von Nivolumab im Rahmen der CheckMate -025-Studie war mit vorherigen Studien vergleichbar. Schwere unerwünschte Nebenwirkungen traten bei 47% der mit Nivolumab behandelten Patienten auf, erläuterte Prof. Dr. Marc-Oliver Grimm, Jena. Das relativ neue Nebenwirkungsspektrum der immunvermittelten Nebenwirkungen umfasst Hautausschlag, Kolitis, Endokrinopathien (v.a. Schilddrüse, aber auch Nebenniere, Pankreas oder Hypophyse), Hepatitis, Pneumonitis und Nephritis.

Zusammenfassend seien Nebenwirkungen sehr selten, berichtete Grimm. Immunvermittelte Nebenwirkungen können in allen Organsystemen auftreten und sollten durch Anamnese und laborchemische Kontrollen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Eine Therapieunterbrechung könne unter Umständen erfolgen, eine Dosisanpassung allerdings nicht, so Grimm. Als weiteren Punkt erläuterte Grimm das Problem der Pseudoprogression: Der Tumor kann in seltenen Fällen (3-10%) durch die Einwanderung von Immunzellen zunächst größer werden. Zur Unterscheidung einer Pseudoprogression von einer Progression seien zunächst die Symptome der Patienten zu beobachten. „Sind die Symptome gleichbleibend oder geht es dem Patienten sogar besser, ist dies ein Hinweis auf eine Pseudoprogression“, sagte Grimm. Eine Biopsie sollte analysiert werden, um ein Tumorwachstum von einer Infiltration durch Immunzellen zu unterscheiden.
(ma)
Satellitensymposium „Immunonkologie beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom: Neue Chancen und Herausforderungen – Therapie im Wandel“, DGU-Kongress, 29.09.2016, Leipzig; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb
Literatur:
(1) Motzer RJ et al. N Engl J Med 2015; 373 (19):1803-13.
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