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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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29. Dezember 2012

DGHO 2012

Psychoonkologie, individualisierte Therapie und Stammzelltherapie stellen die Best Abstracts

Aus allen in diesem Jahr bei den Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie eingereichten Abstracts wählte ein Expertengremium die 5 besten aus. Diese wurden auf der DGHO-Jahrestagung in Stuttgart im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Die Themen umfassten eine Analyse der aktuellen Nutzung pysychoonkologischer Angebote, Studien zu individualisierten Therapieansätzen beim Lungenkarzinom bzw. bei GIST sowie neueste Forschungsergebnisse im Bereich der Stammzelltherapie. Bei der Beurteilung der Abstracts standen die wissenschaftlich-methodische Qualität und die Relevanz für die Patienten im Vordergrund.

Angebote der Psychoonkologie werden kaum genutzt

Dr. Anna Beraldi, München, stellte ein Kooperationsprojekt mehrerer Münchener Tumorzentren mit dem Tumorregister München vor, bei dem in einer repräsentativen Umfrage unter Patienten mit Kolonkarzinom verschiedener Stadien 3 Monate nach ihrer stationären Behandlung untersucht wurde, wie hoch ihre psychische Belastung ist, wie hoch ihre Kenntnis, Akzeptanz und Nutzung psychosozialer Angebote ist und ob sie wissen, welche psychosozialen Angebote sich in ihrer Wohnortnähe befinden. Außerdem wurde untersucht, ob regionale Unterschiede erkennbar sind.

30% der befragten Patienten gaben an, unter psychischer Belastung zu leiden, 12% hatten erhöhte Angstgefühle und 15% litten unter einer Depression. Mehr als die Hälfte (52%) kannten keine psychosozialen Angebote und nur 56% zeigten ihnen gegenüber Akzeptanz. Lediglich 1% der Befragten nutzte entsprechende Hilfsangebote.

Im Stadt-Land-Vergleich zeigte sich, dass Patienten aus ländlichen Gebieten besser informiert waren und ein besseres Verhältnis zu ihrem Hausarzt hatten. Allerdings gab es umso weniger wohnortnahe Hilfsangebote, je kleiner der Wohnort war. Als Konsequenz daraus sollte die Rolle des Hausarztes gestärkt, die Öffentlichkeitsarbeit ausgebaut und die Transparenz der Angebote gefördert werden, so Beraldi.

Konsolidierung beim NSCLC optimiert Krankheitskontrolle


Ebenfalls als Best Abstract wurden die Ergebnisse der Phase-III-Studie GILT (German Intergroup Lung Trial Group) ausgezeichnet, in der die Konsolidierungstherapie beim inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) nach einer Radiochemotherapie mit Best Supportive Care (BSC) verglichen wurde.

„Da viele der Patienten mit einem nicht operablen NSCLC nach Radiochemotherapie ein systemisches Rezidiv erleiden, stellte sich die Frage, ob eine anschließende Konsolidierungstherapie sinnvoll ist“, erklärte Prof. Rudolf M. Huber, München, die Rationale der Studie. So wurden in der GILT-Studie 279 Patienten mit NSCLC Stadium III zunächst mit einer simultanen Radiochemotherapie mit Vinorelbin oral (NVBo) plus Cisplatin (P) behandelt; anschließend wurden 201 Patienten mit mindestens stabiler Erkrankung (72%) randomisiert und erhielten entweder eine Konsoliderung mit NVBo+P und BSC oder nur BSC allein. Mit einer Ansprechrate von 55,6% und einer Krankheitskontrollrate von 78,5% belegte die Studie erneut die hohe Effektivität der simultanen Radiochemotherapie mit NVBo+P bei niedriger Toxizität und zeigte zudem, dass eine zusätzliche Konsolidierung mit NVBo+P die Kontrollrate im Vergleich zu BSC noch einmal signifikant steigert. Eine Veränderung im progressionsfreien und im Gesamtüberleben konnte jedoch nicht beobachtet werden.

Regorafenib verlängert PFS signifikant bei GIST-Patienten


Der orale Multikinaseinhibitor Regorafenib hat in einer doppelblinden Phase-III-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem gastrointestinalen Stromatumor (GIST) Überlegenheit gegenüber Placebo demonstriert. Der Studienleiter PD Dr. Peter Reichardt, Bad Saarow, stellte die Ergebnisse der Phase-III-Studie GRID (GIST - Regorafenib In Progressive Disease) vor.

An dieser Studie nahmen 199 Patienten mit metastasiertem und/oder nicht resektablem GIST teil, die nach einer Behandlung mit Imatinib und Sunitinib progredient geworden sind, oder die entsprechenden Substanzen nicht vertragen hatten. Sie wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert zu entweder Regorafenib + BSC (n=133) oder Placebo + BSC (n=66). Bei Krankheitsprogression konnte entblindet und in den Verum-Arm gewechselt werden.

Beim primären Endpunkt, dem PFS, zeigte sich mit 4,8 Monaten (Regorafenib) vs. 0,9 Monaten (Placebo) ein hoch signifikanter Vorteil für den Multikinaseinhibitor (HR=0,27; CI 0,19-0,39; p<0,0001) (Abb. 1). Nach 3 bzw. 6 Monaten waren im Regorafenib-Arm noch 60% bzw. 38% progressionsfrei (Placebo: 11% bzw. 0%). Beim Gesamtüberleben gab es (bei einer Cross-over-Rate von 85%) einen Trend zugunsten von Regorafenib. Wie Reichardt berichtete, hatten Patienten, die erst durch ein Cross-over in den Verum-Arm gekommen sind, keinen Überlebensnachteil. Aufgrund dieser Ergebnisse rechnet Reichardt mit einer baldigen Zulassung von Regorafenib in Europa.
 

Abb. 1: GRID-Studie: Signifikant verbessertes progressionsfreies Überleben (PFS) unter Regorafenib vs. Placebo.
 

Verbesserte Remissionskontrolle durch allogene Stammzellen

Ein weiteres Themengebiet, das 2 der besten Abstracts hervorbrachte, betrifft die Forschung der Stammzelltherapie.Zum einen handelt es sich um die Arbeit von Dr. Christoph Röllig, Dresden, und seinem Team, die in der Studie SAL-AML-2003 den Einfluss der allogenen Stammzelltransplantation eines geeigneten Spenders auf die Prognose von AML-Patienten, die eine Mutation im Nucleophosmin-1-Gen (NPM1+) aufweisen, untersuchten.

78 NPM+ Patienten bekamen im Anschluss an eine Induktionschemotherapie eine allogene Stammzelltransplantation von Geschwistern und 224 erhielten entweder eine Konsolidierung mit Cytarabin oder autologe Stammzellen. Nach 3 Jahren lag das rezidivfreie Überleben (RFS) bei 72% in der Spendergruppe vs. 47% in der Nicht-Spendergruppe (p=0,0002). Somit konnte die Stammzelltransplantation im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie das Risiko eines Rückfalls signifikant senken (HR=0,48; p=0,002). Die Gesamtüberlebensrate zeigte nach 3 Jahren einen Trend zu Gunsten der allogenen Stammzelltransplantation (71% vs. 60%).

Autologe Stammzelltherapie verbessert Krankheitskontrolle


Eine allgemeingültige Standardtherapie gibt es nicht für Patienten mit einem T-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom (T-NHL). Meistens wird in der Primärtherapie eine Chemotherapie nach dem CHOP-Schema oder verwandten Schemata eingesetzt. PD Dr. Reinhard Marks, Freiburg, und Kollegen, wollten mit Hilfe einer retrospektiven Studie klären, ob eine frühe Therapieintensivierung in Kombination mit einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) die Prognose dieser Patienten verbessert. Dazu wurden insgesamt 113 Patienten mit unterschiedlichen T-NHL-Subtypen ausgewertet.

Bei Patienten mit peripherem T-Zelllymphom, nicht anders spezifiziert (PTCL, NOS), betrug die Rezidivrate nach kompletter Remission 15,1% mit ASCT und war signifikant niedriger als für Patienten ohne ASCT (68,0%; p=0,0046). Eine ähnliche Tendenz der Ergebnisse ergab sich bei Patienten mit Angioimmunoblastischem T-Zelllymphom (AITL). Die Gesamtüberlebensraten nach 5 Jahren waren je nach Lymphomsubtyp unterschiedlich und rangierten zwischen 62 und 45%.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass eine Hochintensivtherapie bei T-NHL die Krankheitskontrolle verbessern kann“, erklärte Marks, fügte aber hinzu, dass zahlreiche Therapieversager innerhalb der Gruppen nahe legten, dass die zum Teil unverstandene Lymphombiologie von ebenso großer Bedeutung für das langfristige Ansprechen sei wie die Intensität der Primärtherapie.

sk

Pressekonferenz „Zukunft der Onkologie: Forschungsklima verbessern, internationale Zusammenarbeit stärken“, 20.10.2012

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