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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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23. April 2014

DKK 2014 - Prostatakarzinom

Prostatakarzinom - Moderne Taxantherapie bietet Überlebensvorteil

In der Therapie des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms stehen heute mehrere neue Substanzen und Sequenzen zur Verfügung. Allerdings ist der Stellenwert prädiktiver Marker zur individuellen Therapieauswahl weiterhin unklar. "Beim metastasierten Prostatakarzinom ist die moderne Taxantherapie daher weiterhin ein therapeutischer Eckpfeiler", sagte Dr. Burkhard Otremba, Oldenburg. Cabazitaxel ist ein modernes Taxan, das über die P-glycoprotein(PgP)-Efflux-Pumpe Resistenzen überwinden kann. In der TROPIC-Studie (1) zeigte Cabazitaxel nach Docetaxel einen signifikanten Überlebensvorteil, der in den kürzlich veröffentlichten Update-Daten auch nach 2 Jahren weiter bestand (Abb. 1) (2).

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Das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) ist ein heterogener Tumor (3), was die Behandlung mit Antihormontherapie erschwert. Es können sowohl Androgenrezeptor(AR)-positive als auch AR-negative Tumorzellen vorkommen, so dass beispielsweise Primärtumor und Metastasen unterschiedliche Tumorzellpopulationen aufweisen. "Sind Prostatakarzinom-Stammzellen AR-negativ, luminale sekretorische Zellen aber AR-positiv, gehen die AR-positiven Zellen durch die Antihormontherapie in die Apoptose, während die AR-negativen Zellen sich adaptieren", sagte Otremba. Darüber hinaus zeigen nicht alle Patienten ein Ansprechen auf eine antihormonelle Therapie: jeder Dritte spricht nicht auf Abiraterone, jeder Vierte nicht auf Enzalutamid an. Diese Non-Responder wie auch solche, die unter Docetaxel einen schnellen Progress erfahren, profitieren besonders von einer Chemotherapie mit Cabazitaxel.

Therapiesequenz nach Docetaxel?

Es stellt sich die Frage, welche Medikation nach LHRH-Versagen für welchen Patienten am geeignetsten ist. Docetaxel in der Erstlinie stellt die Therapie der Wahl bei symptomatischem mCRPC mit aggressivem Verlauf und hoher Tumorlast dar. "Schließt sich unmittelbar daran eine Cabazitaxel-Therapie an, wird den Patienten im Median ein Gesamtüberleben von 2,5 Jahren ermöglicht", sagte Otremba. Patienten, die für Cabazitaxel in Frage kommen, sollen einen ausreichend guten Allgemeinzustand (ECOG max. 2) mit guter Leber- und Nierenfunktion haben und sollten möglichst nicht extensiv chemotherapeutisch vorbehandelt sein, damit eine ausreichende hämatopoetische Reserve gewährleistet ist. Bei Patienten über 70 Jahre sollte ein geriatrisches Assessment durchgeführt werden. Eine retrospektive Auswertung (4) von 633 mit Docetaxel behandelten mCRPC-Patienten einer Versorgungsdatenbank hat gezeigt, dass mehr Patienten einer lebensverlängernden Drittlinientherapie zugeführt werden konnten, wenn sie in Zweitlinie mit Cabazitaxel statt mit Abiraterone behandelt wurden: von 31% Cabazitaxel-Behandelten in Zweitlinie kamen 14% in die Drittlinie mit Abiraterone, während es umgekehrt von 48% Abiraterone-Behandelten nur 7% waren, die in der Drittlinie Cabazitaxel erhielten. "Da stellt sich die Frage, ob die Chemotherapie wirklich als ultimative Reserve aufgehoben werden sollte", sagte Otremba. Die für den Patienten individuell beste Therapiesequenz wird weiter eruiert. Die laufende Phase-III-Studie FIRSTANA (NCT01308567) vergleicht z.B. Cabazitaxel/Prednison in der Erstlinie direkt mit Docetaxel/Prednison.

ab

Abb. 1: Update-Analyse der TROPIC-Studie (2).

Literaturhinweise:
(1) De Bono JS et al. Lancet 2010; 376(9747):1147-54.
(2) Bahl A et al. Ann Oncol 2013; 24(9):2402-8.
(3) Crnalic S et al. Endocr Relat Cancer 2010; 17(4):885-95.
(4) Schnadig I et al. Poster unter http://cdn.f1000.com/posters/docs/253895021

Sanofi-Satellitensymposium "Innovative zielgerichtete Therapien" im Rahmen des DKK, Berlin, am 21.02.2014

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