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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. September 2016

Praxisrelevante Therapieoptionen in Hämatologie, Onkologie und Supportivtherapie

Auf dem 32. Münchener Fachpresse-Workshop, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert, wurden die Höhepunkte der ASCO-, EHA- und MASCC-Kongresse zur Behandlung von kolorektalem Karzinom, chronischer lymphatischer Leukämie und Tumorschmerz vorgestellt. Des Weiteren wurden onkologische Supportivtherapien wie beispielsweise die leitliniengerechte Antiemese behandelt.
mCRC: Aktuelle Therapieoptionen

Die Behandlungsmöglichkeiten des metastasierten kolorektalen Karzinoms (mCRC) haben bedeutend zugenommen, erläuterte Prof. Dr. Hans-Joachim Schmoll, Halle. Die TRIBE-Studie zeigte ein signifikant verlängertes progressionsfreies und Gesamtüberleben unter FOLFOXIRI + Bevacizumab gegenüber FOLFIRI + Bevacizumab (1). „Für die meisten Patienten mit mCRC sollte heute FOLFOXIRI + Bevacizumab Standard sein“, erklärte Schmoll. Die Wirksamkeit der unterschiedlichen Therapien sei nicht nur abhängig vom Mutationsstatus, sondern auch von der Lokalisation des Tumors im Kolon. Eine Analyse der CALGB/SWOG Studie 80405 zeigte, dass ein rechtsseitiges CRC im Stadium III und IV eine ungünstigere Prognose aufweist als ein linksseitiges (2). Cetuximab erwies sich bei linksseitigen Tumoren als günstiger. Bevacizumab dagegen bei rechtsseitigen Tumoren. Tumoren mit hoher Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-High-Tumoren) sprechen gut auf Checkpoint-Inhibitoren an, Mikrosatelliten-stabile Tumoren (MSS) hingegen auf eine Kombination des Anti-PD-L1-Antikörper Atezolizumab und des MEK-Inhibitors Cobimetinib, so Schmoll (3). Für Patienten, die gegenüber bisherigen Therapien refraktär sind oder diese nicht vertragen, wurde mit Trifluridin/Tipiracil (LONSURF®) vor kurzem ein wirksames und sehr gut verträgliches orales Zytostatikum zugelassen.


CLL: Therapiespektrum im Wandel

Neue Substanzen haben in den letzten Jahren die Therapieoptionen der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) erweitert, so Prof. Dr. Clemens-Martin Wendtner, München. Therapiestandard in der Erstlinie bei fitten Patienten < 65 Jahre bleibt das FCR(Fludarabin/Cyclophosphamid/Rituximab)-Schema und bei älteren Patienten Bendamustin und Rituximab (BR). Weniger fitten Patienten wird laut Wendtner eine Kombination aus Chlorambucil mit Obinutuzumab oder Ofatumumab oder dosisreduziert BR oder Ibrutinib empfohlen. Bei Hochrisikopatienten mit 17p-Deletion oder TP53-Mutation empfehlen die Leitlinien Ibrutinib und den PI3K-Inhibitor Idelalisib. Bei der Behandlung der rezidivierten CLL werden Ibrutinib oder Idelalisib + Rituximab empfohlen. Im Falle eines Spätrezidivs sei auch eine Wiederholung der Erstlinien-Chemoimmuntherapie möglich. Mit dem BCL-2-Inhibitor Venetoclax, dessen EU-Zulassung Ende 2016/Anfang 2017 erwartet wird, konnten bei Patienten mit rezidivierter/refraktärer CLL bereits mit einer Monotherapie vielversprechende, lang anhaltende Ansprechraten und teilweise tiefe Remissionen erreicht werden (4).


Tumorschmerz und Antiemese

Mit der intravenösen Opiat-Titration könne bei Patienten mit sehr starken Tumorschmerzen eine durchschnittliche Schmerzreduktion von 60% erzielt werden, so Dr. Norbert Schürmann, Moers. „Der Patient erwartet keine Schmerzfreiheit, nur eine deutliche Reduktion der Schmerzen“, betonte Schürmann. Zur anschließenden Neueinstellung der Schmerztherapie stellt die orale Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (TARGIN®) eine flexibel titrierbare und individuell anpassbare Möglichkeit dar.

Da Chemotherapien heutzutage fast ausschließlich ambulant durchgeführt werden und auch neuere zielgerichtete Substanzen emetogen seien, ist eine sorgfältige Antiemese von großer Bedeutung, so Dr. Friedrich Overkamp, Hamburg. „Eine professionelle Antiemese bleibt unverändert wichtig, denn die negativen Auswirkungen von Übelkeit und Erbrechen wie Dehydrierung, muskuläre Effekte, Mangelernährung, Unterbrechung oder Abbruch der Chemotherapie sowie natürlich die Beeinträchtigung der Lebensqualität können und müssen vermieden werden“, postulierte Overkamp. Eine einfache und patientenfreundliche Option einer leitliniengerechten Antiemese bietet NEPA (AKYNZEO®). Die orale Einmalgabe von Palonosetron und Netupitant ermöglicht eine hoch wirksame Antiemese über einen ganzen Zyklus moderat und hoch emetogener Chemotherapien. Bei über 80% der Patienten kann auf diese Weise Erbrechen vermieden werden.


Supportivtherapie

Adipositas, wenig körperliche Aktivität und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln während der Chemotherapie stehen im Zusammenhang mit schweren, anhaltenden Chemotherapie-induzierten peripheren Neuropathien (CIPN) (5). Körperliche Aktivität beugt einer CIPN vor (6). Calmangafodipir zeigte einen positiven Effekt in der Prävention der Oxaliplatin-induzierten peripheren Neuropathie (7), während sich bei Taxan-induzierter Neurotoxizität gefrorene Handschuhe und Socken als wirksam erwiesen (8).
(ma)
Literatur:
(1) Loupakis F et al. N Engl J Med 2014; 371(17): 1609-18.
(2) Venook AP et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 3504).
(3) Bendell JC et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 3502).
(4) Stilgenbauer S et al. ASH 2015; LBA-6.
(5) Greenlee H et al. J Clin Oncol 2016, 34 (suppl; abstr 10002).
(6) Kleckner I et al. J Clin Oncol 2016, 34 (suppl; abstr 10000).
(7) Glimelius B et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 10018).
(8) Hanai A et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr 10022).
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