Donnerstag, 14. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
03. Juli 2017

Polycythaemia vera: JAK-Inhibition senkt Thrombose-Risiko und verbessert Symptome

Wichtigstes Therapieziel bei Polycythaemia vera (PV) ist die Reduktion des Thromboserisikos. In der Phase-III-Studie RESPONSE-2 war der JAK-Inhibitor Ruxolitinib (Jakavi®) bei PV-Patienten, die gegen Hydroxyurea (HU) resistent und/oder intolerant sind sowie noch keine Splenomegalie aufweisen, gegenüber der besten verfügbaren Therapie (BAT=best available therapy) überlegen bezüglich Hämatokrit- und Symptom-Kontrolle (1). Außerdem benötigten weniger Patienten eine Phlebotomie und mehr Patienten erzielten eine vollständige hämatologische Remission.
Die Polycythaemia vera zählt zu den seltenen Erkrankungen, ist aber die häufigste myeloproliferative Erkrankung, erklärte Prof. Dr. Martin Griesshammer, Bochum. Therapieziele sind die Kontrolle der Hyperproliferation von Erythro-, Leuko- und Thrombozyten, die Reduktion des Thrombose-Risikos sowie die Symptom-Linderung. Die Behandlungsempfehlungen richten sich nach dem Thrombose-Risiko (2): Bei niedrigem Risiko werden low-dose ASS und Aderlass, bei hohem Risiko zusätzlich HU empfohlen. Zur Hämatokrit-Kontrolle sind während der HU-Behandlung oft mehrere Phlebotomien erforderlich. Die Hämatokrit-Werte können mit Phlebotomien relativ gut kontrolliert werden, bemerkte Griesshammer, typische Symptome wie Juckreiz oder Knochenschmerzen persistieren jedoch (3). Auch führen die Phlebotomien zu einem Eisenmangel und den damit verbundenen Komplikationen. Zudem werden Thrombo- und Leukozytose, die das Thrombose-Risiko ebenfalls erhöhen, nicht ausreichend adressiert. Eine kürzlich publizierte spanische Registerstudie (3) zeigte, dass PV-Patienten unter HU-Therapie mit ≥ 3 Phlebotomien pro Jahr (n=85) eine schlechtere Hämatokrit-Kontrolle und ein deutlich höheres Thrombose-Risiko im Vergleich zau Patienten mit 0-2 Phlebotomien pro Jahr (n=448) hatten (Abb. 1).
 
Abb. 1: Wahrscheinlichkeit der Thrombose-Entwicklung (nach (3)). HU=Hydroxyurea
Abb. 1: Wahrscheinlichkeit der Thrombose-Entwicklung (nach (3)). HU=Hydroxyurea


Die Studie verdeutlicht, dass mehr als 2 Phlebotomien pro Jahr zusätzlich zu einer HU-Therapie nicht dazu beitragen, die Therapieziele bei PV zu erreichen, so Griesshammer. Erzielt ein PV-Patient unter HU-Behandlung nach 2 Phlebotomien pro Jahr keine ausreichende Blutbild-Kontrolle, sollte an eine mögliche HU-Resistenz gedacht werden, bei der ein Wechsel zur Zweitlinientherapie mit dem JAK-Inhibitor Ruxolitinib (Jakavi®) angezeigt ist. In der Phase-III-Studie RESPONSE-2 (1) wurde die Wirksamkeit von Ruxolitinib bei dieser Gruppe gegenüber BAT nach Wahl des Prüfarztes untersucht. Die Patienten erhielten niedrig dosiertes ASS, außer, wenn Kontraindikationen bestanden. Es waren nur Patienten mit nicht palpierbarer Milz eingeschlossen. 28 Wochen nach Studienbeginn erreichten mehr Patienten im Ruxolitinib-Arm eine Hämatokrit-Kontrolle (62,2% vs. 18,7% unter BAT), unabhängig davon, ob eine Resistenz oder Intoleranz gegen HU bestand. Der Anteil der Patienten, die bis Woche 28 keine Phlebotomie benötigte, war doppelt so hoch im Ruxolitinib-Arm (81,1 vs. 40,0%). Zudem erzielten mehr Studienteilnehmer unter Ruxolitinib als unter BAT eine vollständige hämatologische Remission (23% vs. 5,3%) und ein höherer Anteil der Patienten im Ruxolitinib-Arm erzielte eine relevante Verbesserung der Symptomlast. Ruxolitinib ermöglicht als Zweitlinientherapie somit eine effektive und anhaltende Kontrolle der Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten und senkt damit das Thromboembolie-Risiko. Eine rechtzeitige Umstellung von einer HU-Therapie mit belastenden Phlebotomien bietet PV-Patienten verbesserte Behandlungsperspektiven und kann die Lebensqualität steigern, so Griesshammers Resümee.


Mit freundlicher Unterstützung der Novartis Pharma GmbH
(as)
Literatur:
(1) Passamoni F et al. Ruxolitinib Proves Superior to Best Available Therapy in Patients with Polycythemia Vera (PV) and a Nonpalpable Spleen: Results from the Phase IIIb RESPONSE-2 Study. 21st Congress of the EHA 9.-12. Juni 2016, Kopenhagen.
(2) Barbui T et al. Survival and disease progression in essential thrombocythemia are significantly influenced by accurate morphologic diagnosis: an international study J Clin Oncol 2011;29:761-770.
(3) Alvarez-Larrán A et al. Risk of thrombosis according to need of phlebotomies in patients with polycythemia vera treated with hydroxyurea. Haematologica 2017:102:103-9.
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017