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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Oktober 2015

18. Europäischer Krebskongress (ECC) 2015

Pneumonitis unter Immuntherapeutika erfordert hohe Aufmerksamkeit und Expertise

Bei etwa 5% der Patienten, die mit PD-1- und PD-L1-Inhibitoren behandelt werden, kommt es zu einer Pneumonitis, die in der Mehrzahl der Fälle jedoch leicht verläuft. In den meisten Fällen kann die unerwünschte Wirkung durch Therapieunterbrechung und/oder Steroidtherapie erfolgreich behandelt werden. In Einzelfällen kann sich die Pneumonitis jedoch trotz Immunsuppression verschlechtern und zum Tod führen.

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Eine Pneumonitis, also eine fokale oder diffuse Entzündung des Lungenparenchyms, ist eine zwar seltene, aber schwere unerwünschte Wirkung bei der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren, die tödlich enden kann. Weil es derzeit nur wenige Daten zu den klinischen und radiologischen Zeichen sowie zur Therapie und ihrer Wirksamkeit gibt, führten Jarushka Naidoo und Kollegen am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York eine retrospektive Suche mit den Daten von allen Patienten durch, die in diesem Zentrum einen PD-1- oder PD-L1-Inhibitor erhalten hatten.

 

Pneumonitis bei 5% der Patienten 

Zwischen 2009 und 2014 waren rund 650 Patienten mit einem PD-1- oder PD-L1-Inhibitor behandelt worden. Hiervon entwickelten 33 (5%) eine Pneumonitis. 4 Patienten verstarben, und zwar einer an der Pneumonitis und 3 an Infektionen. An einem NSCLC waren 13 Patienten, an einem Melanom 12 Patienten erkrankt. 13 Patienten hatten den Checkpoint-Inhibitor als Erstlinientherapie, 13 als Zweitlinientherapie und 7 in weiteren Therapielinien erhalten. Bei 14 Patienten wurde er in Monotherapie eingesetzt. 

Meist war die Pneumonitis nicht sehr schwer ausgeprägt, Schweregrad 1 lag bei 16 Patienten, Grad 2 bei 10 Patienten vor. Bei 6 Patienten kam es zu einer Pneumonitis vom Grad 3 und bei einem Patienten lag eine Grad-5-Pneumonitis vor. Die Nebenwirkung trat auch noch nach mehr als 200 Tagen nach Therapiebeginn auf (Abb. 1). Die Zahl der verabreichten Dosen schien keine Rolle zu spielen: 15 Pneumonitis-Patienten hatten weniger als 5 Dosen erhalten, 10 Patienten waren mit 5-10 Dosen behandelt worden und 8 Patienten hatten mehr als 10 Dosen bekommen.

Abb. 1: Zeitlicher Verlauf der Entstehung einer Pneumonitis bei Patienten, die mit PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren behandelt worden sind, nach (1).
Abb. 1: Zeitlicher Verlauf der Entstehung einer Pneumonitis bei Patienten, die mit PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren behandelt worden sind, nach (1).

 

Therapie mit Steroiden

Bei 10 Patienten wurde die Therapie abgesetzt. 6 Patienten mit Grad-1-Pneumonitis und je 2 mit Grad-2-und Grad-3-Pneumonitis erhielten orale Glukokortikoide. Intravenöse Glukokortikoide wurden bei 6 Patienten mit Grad-2- und bei 3 Patienten mit Grad-3-Pneumonitis eingesetzt. Andere Immunsuppressiva wie Infliximab, Cyclophosphamid oder Mycofenolatmofetil wurden bei 2 Patienten mit Grad-2- und je einem Patienten mit Grad-3- und Grad-5-Pneumonitis angewendet. 

Bei 20 Patienten konnte die Pneumonitis völlig ausgeheilt und bei 7 Patienten verbessert werden. Bei 6 Patienten verschlechterte sich der Zustand. 

Nach dem radiologischen Befund konnten 5 Subtypen klassifiziert werden, und zwar ähnlich einer kryptogenen organisierenden Pneumonie (n=7), Milchglaszeichnung (n=12), Hypersensitivitätstyp (n=6), interstitieller Typ (n=4) und Pneumonitis anderer Ursache (n=4). Radiologisch wurden 17 Patienten als leicht erkrankt, 9 als mäßig schwer und 7 als schwer erkrankt eingestuft. Die radiologische Einstufung korrelierte mit dem Auftreten von Husten und dem Bedarf an Steroiden.

Dr. Susanne Heinzl (sh)
Literatur:

(1) Naidoo J et al. ECC 2015, Wien, Abstract 503.

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