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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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04. September 2014

4th European Post-Chicago Melanoma/Skin Cancer Meeting

Perspektiven in der Immuno-Onkologie

Seit Oktober 2013 ist Ipilimumab (Yervoy®) nun auch für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Melanoms zugelassen, und die Entwicklung geht weiter. Auf dem ASCO wurden beeindruckende Überlebensdaten in Kombination mit dem PD-1-Inhibitor Nivolumab präsentiert sowie erste Ergebnisse in der Adjuvanz beim Melanom im Stadium III.

Die Zulassung von Ipilimumab im Jahr 2011 zur Zweitlinientherapie brachte nach langer Stagnation erstmals Bewegung in die Therapie dieser aggressiven und nur mäßig auf Chemotherapie ansprechenden malignen Neoplasie. Die Aktivität von Ipilimumab ist unabhängig vom Vorliegen einer BRAF-Mutation, berichtete Prof. Dirk Schadendorf, Essen. Außerdem haben Patienten mit einer Lebenserwartung von 12 Wochen oder mehr, die alle 4 Dosen von Ipilimumab erhalten können, eine höhere Lebenserwartung. Deshalb beginnen mit der Zulassung zur Erstlinientherapie nun auch die Diskussionen über die Sequenztherapie bei Patienten mit einer BRAF-Mutation, so Schadendorf.

Welches Potenzial in Kombinationstherapien mit Ipilimumab steckt, zeigte eine Phase-III-Studie, die auf dem ASCO 2014 präsentiert wurde (Abstr. 9003^). Die Kombination des Anti-CTLA4-Antikörpers mit dem PD1-Inhibitor führte zu einer beeindruckenden 2-Jahres Gesamtüberlebensrate von 79% und einer über 80%igen Reduktion des Tumorvolumens bei den am besten ansprechenden Patienten. Die Mehrheit des Ansprechens ist andauernd, die mediane Dauer des Ansprechens noch nicht erreicht.

BRAF-Mutation oder niedrige oder fehlende PD-L1-Expression hatten keinen Einfluss auf die Aktivität. Die Inzidenz an Grad-3/4-Ereignissen war hoch, jedoch waren keine neuen, unerwarteten Toxizitäten aufgetreten und die Nebenwirkungen waren kontrollierbar.

Phase-II- und -III-Studien untersuchen aktuell Nivolumab + Ipilimumab vs. Nivolumab allein vs. Ipilimumab allein bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom (NCT01844505, NCT01927419). Die Kombination wird auch bei anderen Tumortypen untersucht.

Eine adjuvante Therapie von Patienten mit hohem Risiko (Melanom Stadium III) verbessert signifikant das krankheitsfreie Überleben (Abstr. LBA9008), berichtete Prof. Jean Jacques Grob, Marseille/Frankreich. Im Vergleich zu Placebo verbesserte es sich um 9 Monate (26,1 vs. 17,1 Monate; HR 0,75; p=0,0013). Der Effekt zeigte sich aber nur bei Patienten mit mikronodaler Erkrankung (Stadium III/N1) mit einer Hazard Ratio von 0,68, während bei Patienten im Stadium III/N2 die Hazard Ratio bei 0,83 lag. Ein Problem, gerade in der adjuvanten Situation, stellt die hohe Rate an Hypophysitis dar, sagte Grob. Bei 36,5% traten unter Ipilimumab immunabhängige Nebenwirkungen von Grad 3 auf und bei 5,5% von Grad 4. Weniger als 30% der Patienten konnten die geplante Dosis von 10 mg/kg Ipilimumab (4 Dosen in 3 Wochen Abstand, dann alle 3 Monate bis zu 3 Jahre lang) erhalten. Es wurden 5 Therapie-assoziierte Todesfälle berichtet. Möglicherweise hat die Dosis von 3 mg/kg ein besseres Nutzen/Risiko-Verhältnis, so Grob, hierzu werden die Ergebnisse aus der ECOG-Studie erwartet.

as

Satellitensymposium IV, Veranstalter BMS: "Clinical perspectives on the expanding role of immuno-oncology within melanoma", München, 26.6.2014

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