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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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14. Februar 2017

Pembrolizumab beim NSCLC und bei Kopf-Hals-Tumoren wirksam

Die Checkpoint-Inhibition mit Pembrolizumab hat sich beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) und bei Kopf-Hals-Tumoren als mögliche Therapie etabliert. „Es gibt viel Neues und Spannendes zu berichten, das die klinische Praxis verändern wird“, so PD Dr. Thomas Wehler, Homburg, auf dem AIO-Kongress in Berlin.
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Pembrolizumab verlängert das PFS beim NSCLC

Bereits die KEYNOTE-001-Studie ließ eine klare Korrelation zwischen dem Tumoransprechen auf eine Checkpoint-Intervention und der Expression des programmed death-ligand 1 (PD-L1) erkennen, erklärte Wehler. Die Phase-II/III-Studie KEYNOTE-010, die den Anti-PD-1-Antikörper Pembrolizumab (KEYTRUDA®) in der Zweitlinie zur Zulassung gebracht hat, zeigte bei Patienten mit metastasiertem NSCLC, vorangegangener Platin-haltiger Chemotherapie und positiver (TPS ≥ 1%) sowie hoher Tumor-PD-L1-Expression (TPS ≥ 50%) nach 18 Monaten ein überlegenes Gesamtüberleben (OS) durch eine Pembrolizumab-Therapie im Vergleich zur Standardchemotherapie mit Docetaxel. Zudem konnte in dieser Studie eine klare Korrelation des Tumoransprechens mit der PD-L1-Expression beobachtet werden, was diese grundsätzlich als prädiktiven Biomarker bestätigt, so Wehler.

In der KEYNOTE-24-Studie wurde die Wirksamkeit von Pembrolizumab in der Erstlinie im Vergleich zur Standardtherapie erforscht (1). Insgesamt wurden 305 zuvor unbehandelte Patienten mit metastasiertem NSCLC, deren Tumoren eine hohe PD-L1-Expression (TPS ≥ 50%) aufwiesen, randomisiert den Behandlungsgruppen Pembrolizumab (200 mg alle 3 Wochen; n=154) und Platin-basierter Kombinationschemotherapie (4-6 Zyklen; n=151) zugeteilt. Pembrolizumab erzielte bei dieser Patientenpopulation eine Risikoreduktion der Krankheitsprogression/Mortalität von 50% (HR=0,50; 95%-KI: 0,37-0,68; p<0,001). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) im Pembrolizumab-Arm betrug 10,3 Monate (95%-KI: 6,7-nicht erreicht) verglichen mit 6,0 Monaten im Chemotherapie-Arm (95%-KI: 4,2-6,2). „Hinsichtlich des PFS ergab sich eine Kurve, die sich sehr früh, sehr klar separiert“, erklärte Wehler. „Das sind wirklich beeindruckende Daten für ein Erstlinien-Monotherapie-Regime mit geringen Toxizitäten“, so Wehler weiter. Nach 6 Monaten waren 62,1% der mit Pembrolizumab behandelten Patienten noch am Leben und ohne Krankheitsprogression (95%-KI: 53,8-69,4), im Vergleich dazu waren es unter Chemotherapie 50,3% Patienten (95%-KI: 41,9-58,2). Dieser Vorteil wurde konsistent über alle Subgruppen hinweg beobachtet. Zudem wurden unter Pembrolizumab insgesamt weniger Nebenwirkungen als unter Chemotherapie verzeichnet, erklärte Wehler. Zu den häufigsten Nebenwirkungen unter Pembrolizumab zählten Diarrhoe (n=22), Müdigkeit (n=16) und Fieber (n=16). Als Nebenwirkungen von Grad 3-5 unter Pembrolizumab traten Diarrhoe (n=6) und Pneumonitis (n=4) auf.

Der Anteil der Patienten, die alle Ein- und Ausschlusskriterien für eine Checkpoint-Inhibition erfüllen, liegt bei nur 10%, gab Wehler zu bedenken.

In der Zweitlinie sollten beim NSCLC weitere Parameter zur Behandlungsentscheidung herangezogen werden. „Wir müssen lernen, mit der Auswahl an Möglichkeiten umzugehen. Die Immunmodulation stellt eine Plattform für deutlich individuellere, zielgerichtete Konzepte dar, um auf diesem Weg erfolgreich zu sein“, schloss Wehler.


Kopf-Hals-Tumoren: Ansprechen auf Pembrolizumab

„Die Therapiemöglichkeiten bei Kopf-Hals-Tumoren sind relativ überschaubar“, bemerkte Dr. Sebastian Ochsenreither, Berlin. „In der Erstlinie besteht der Standard aus einer Kombination aus Cisplatin und Cetuximab, gefolgt von einer Cetuximab-Erhaltungstherapie. In der Zweit- und Drittlinie stehen uns Taxane zur Verfügung“, erläuterte Ochsenreither.

Dass Checkpoint-Inhibitoren bei Kopf-Hals-Tumoren wirksam sind, verdeutlichte die Phase-II-Studie KEYNOTE-055, die Pembrolizumab bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren mit einer Krankheitsprogression nach einer Platin- und Cetuximab-Therapie untersuchte. „Die Patienten sprachen auf Pembrolizumab an, aber im Moment ist diese Studie noch nicht ausreichend, da die Daten einfach noch zu jung sind“, erklärte Ochsenreither. „Das mediane OS, das 1-Jahres-OS und die Lebensqualität in der Zweitlinie sind unter einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren sicherlich besser als unter Chemotherapie. Allerdings sind viele Patienten primär refraktär, daher brauchen wir engmaschige Kontrollen und müssen frühzeitig über Therapieumstellungen nachdenken“, sagte Ochsenreither.

„Im Allgemeinen sprechen nur ca. 15% der Patienten mit einem Kopf-Hals-Tumor auf eine Cisplatin-Therapie an, jedoch hält dieses Ansprechen relativ lange an. Nach 12 Monaten leben noch ca. 70% der Patienten“, so Ochsenreither. Ungefähr zwei Drittel der Patienten zeigen sich refraktär zu dieser Therapie. „Daher sollte untersucht werden, ob es Kombinationsmöglichkeiten in der Zweitlinie gibt, und wie wir die Patienten besser selektieren können, um vorherzusagen, welcher Patient auf die Therapie anspricht und welcher nicht“, forderte Ochsenreither. Die Kombination von Taxanen mit Checkpoint-Inhibition wird derzeit in der Erstlinie untersucht.
(ma)
Symposium „Update Immunonkologie“, anlässl. d. 13. AIO-Herbstkongresses, 19.11.2016, Berlin; Veranstalter: MSD
Literatur:
(1) Herbst RS et al. Lancet 2016;387(10027): 1540-50.
(2) Reck M et al. N Engl J Med 2016;375(19): 1823-33.
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