Donnerstag, 14. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
23. Juni 2016

PSMA in der Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms

L. Skrobek1, A. Hegele1, M. Luster2, R. Hofmann1, A. Pfestroff2, 1Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Urologie und Kinderurologie, 2Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Nuklearmedizin.

Im Fall eines biochemischen PSA(prostataspezifisches Antigen)-Rezidivs nach lokaler Behandlung des Prostatakarzinoms (PCa) ist es eine große Herausforderung, das Rezidiv frühzeitig zu lokalisieren. Die Positronen-Emissions-Tomographie(PET)/CT mit Cholin (C-11 bzw. F-18) gilt bislang als zuverlässigste bildgebende Methode, stößt aber bei niedrigen PSA-Werten an ihre Grenzen. Der Ansatz, das von PCa-Zellen exprimierte prostataspezifische Membranantigen (PSMA) nuklearmedizinisch nachzuweisen, scheint diesbezüglich vielversprechend. Obwohl die Methode erst seit wenigen Jahren verfügbar ist, könnte sie in Zukunft nicht nur in der Rezidivdiagnostik, sondern auch im Rahmen der Behandlung des PCa eine wichtige Rolle spielen. Im Folgenden sollen daher der Hintergrund und die aktuelle Datenlage zum PSMA, sowohl in der Diagnostik mittels Gallium-68-PSMA-PET/CT als auch als Radio-Liganden-Therapeutikum mit Lutetium-177, vorgestellt und diskutiert werden.
Diagnostik: Ga-68-PSMA-PET/CT

Gallium-68 an einen Liganden des PSMA zu koppeln, gilt in den letzten Jahren als vielversprechendster Ansatz in der Diagnostik des PCa. PSMA eignet sich ausgezeichnet als nuklearmedizinische Zielstruktur, da das Enzym bei den meisten PCa-Zellen ca. 1.000-fach stärker exprimiert wird als in gesunden Prostatazellen und es im restlichen Körper nicht oder nur schwach nachzuweisen ist (1, 2). Dabei geht die PSMA-Expression auch durch eine Androgendeprivation oder die Entwicklung einer Kastrationsresistenz nicht verloren (3). Die Liganden binden an der extrazellulären PSMA-Domäne an das Motiv Glutamat-Harnstoff-Lysin und sind meist an den Chelator HBED-CC gekoppelt, welcher Ga-68 komplexiert.

Obwohl die Methode erst vor wenigen Jahren entwickelt wurde und seit 2011 beim Patienten zur Anwendung kommt, wurde sie in den letzten Jahren rasch verbreitet. Die bisherigen Studienergebnisse weisen auf eine Überlegenheit des PSMA-PET/CT gegenüber anderen bildgebenden Verfahren wie z.B. dem F-18- bzw. C-11-Cholin-PET/CT hin. So konnten 2014 in einer retrospektiven Analyse von 37 Patienten mit biochemischem PSA-Rezidiv (28 nach radikaler Prostatektomie und 9 nach Radiatio mit Androgendeprivation), welche innerhalb eines Monats beide Untersuchungen erhielten, deutlich mehr Patienten mit Metastasen und insgesamt eine höhere Anzahl von Läsionen durch das PSMA-PET identifiziert werden. 78 Metastasen bei 32 Patienten wurden durch das PSMA-PET/CT nachgewiesen, während sich im Cholin-PET/CT nur 56 Metastasen bei 26 Patienten darstellten (4). Der Unterschied war statistisch signifikant (p=0,04) und alle Cholin-PET/CT-positiven Metastasen wurden auch durch das PSMA-PET/CT erkannt. Diese Ergebnisse konnten 2015 durch eine der wenigen prospektiven Arbeiten zu diesem Thema bestätigt werden. Dabei wurden 38 Patienten mit biochemischem Rezidiv (mittleres PSA 1,7 +/- 2,54 ng/ml) nach lokaler PCa-Behandlung (34 radikale Prostatektomie, 4 Radiatio, 12 mit beiden Verfahren) mittels F-18-Cholin-PET/CT und Ga-68-PSMA-PET/CT untersucht und bei 26 Patienten metastasenverdächtige Herde identifiziert. Bei mehr als der Hälfte (14/26) dieser Fälle waren die Metastasen nur im PSMA-PET/CT sichtbar und lieferten unauffällige F-18-Cholin-PET/CTs. Insgesamt wurden durch das PSMA-PET/CT 59 und durch das Cholin-PET/CT 29 Metastasen nachgewiesen (Unterschied signifikant, p<0,001). Bei 9 Patienten erfolgte eine histologische Abklärung der Herde, wobei alle PSMA-positiven Herde auch histologisch PCa-Nachweise ergaben (5). Der Vorteil der hohen Karzinomdetektionsrate bleibt insbesondere bei niedrigen PSA-Werten bestehen. Eine 2015 publizierte retrospektive Auswertung (3) von 319 Patienten mit biochemischem Rezidiv ergab folgende Detektionswahrscheinlichkeiten:

- PSA 0,2-0,5 ng/ml: 50% Metastasennachweis
- PSA 0,5-1,0 ng/ml: 60% Metastasennachweis
- PSA > 1,0 ng/ml: 70 bis > 90% Metastasennachweis

In der gleichen Arbeit konnte bei 42 Fällen auch ein Vergleich des PSMA-PET/CTs mit histologischen Proben (Biopsie oder Resektion) angestellt werden. Es fanden sich bei 416 metastasenverdächtigen Läsionen im PSMA-PET/CT keine falsch-positiven Herde und lediglich 30 Metastasen bei 4 verschiedenen Patienten, die im PSMA-PET/CT als falsch-negativ eingestuft wurden. Es ergab sich daher eine läsionsbasierte Sensitivität von 76,6%, eine Spezifität von 100%, ein negativ prädiktiver Wert von 91,4% und ein positiv prädiktiver Wert von 100%. PET/CT-positive Befunde wurden jedoch teilweise nur mit Hilfe gezielter Biopsie evaluiert und keine systematischen Resektionen (z.B. mittels definierter pelviner Lymphadenektomie) durchgeführt, sodass die Rate der falsch-negativen Befunde auch erheblich höher sein könnte. Weiterhin sind Angaben zu diesen Parametern auf patientenbasierter Grundlage nicht valide, da es im untersuchten Kollektiv keine Patienten ohne Prostatakarzinomrezidiv gab (sämtliche Patienten hatten ein biochemisches Rezidiv nach kurativ intendierter Behandlung) (3).

Eine weitere Arbeitsgruppe konnte hingegen bei ihrer retrospektiven Analyse auf die histologischen Ergebnisse von extendierten pelvinen Lymphadenektomien (epLA) zurückgreifen. Es wurden dabei 35 Patienten mit biochemischem Rezidiv nach kurativer Behandlung (n=25) oder vor kurativer lokaler Behandlung eines Hochrisiko-PCas (n=12) mittels Ga-68-PSMA-PET/CT abgeklärt. Bei 32 der 35 Patienten ließen sich metastasenverdächtige Herde darstellen. 17 Patienten mit lediglich oligometastatischer Lymphknotenbeteiligung erhielten im Anschluss eine epLA mit im Mittel 10 entfernten Lymphknoten bei den Rezidivpatienten und 12 entfernten Lymphknoten bei den Hochrisiko-PCa-Patienten. Im Vergleich mit der präoperativen Bildgebung fanden sich 2 falsch-positive und 1 falsch-negative Läsion im PSMA-PET/CT, sodass sich eine läsionsbasierte Sensitivität von 94%, eine Spezifität von 99%, ein positiv prädiktiver Wert von 89% und ein negativ prädiktiver Wert von 99,5% errechnen ließen (6).

Eine weitere Publikation mit vergleichbarem Ansatz (retrospektive Analyse von 28 PSMA-positiven PCa-Patienten mit biochemischem Rezidiv) jedoch mit ausgedehnterer Lymphknotenresektion (teilweise bis retroperitoneal) berichtete etwas geringere Werte. Es konnten eine Sensitivität von 86,9%, eine Spezifität von 93,1%, ein positiv prädiktiver Wert von 75,5% und ein negativ prädiktiver Wert von 96,6% erreicht werden (7).

Eine retrospektive Analyse von 130 Patienten wiederum, die vor einer radikalen Prostatektomie bei PCa mit intermediärem oder Hochrisikoprofil eine Staginguntersuchung mittels Ga-68-PSMA-PET/CT erhielten, kam ebenfalls zu leicht differenten Ergebnissen. Bei 41 Patienten waren metastasenverdächtige Lymphknoten nachzuweisen. Im Vergleich mit der standardisierten Lymphadenektomie bei allen Patienten ergaben sich Werte für die patientenbasierte Sensitivität von lediglich 65,9% und eine Spezifität von 98,9%, sowie für die läsionsbasierte Analyse eine Sensitivität von 68,3% und eine Spezifität von 99,1% (8).

Ähnlich wie bei der Evaluation des „Vorgängers“ F-18-Cholin-PET/CT offenbaren sich die Herausforderungen bei der Beurteilung dieser Publikationen und bei der Konzeption weiterer Untersuchungen. So gibt es bis dato keine prospektiven Daten, welche das bildgebende Verfahren PSMA-PET/CT auch histologisch verifizieren, sodass sich Angaben zu Sensitivität und Spezifität sowie zu positiv und negativ prädiktivem Wert nur mit Einschränkungen treffen lassen, da sie bislang aus retrospektiven Serien mit kleinen Fallzahlen abgeleitet wurden. Zudem ist es aufgrund der geringen Größe und der Lage der vermutlichen Metastasen teilweise technisch sehr schwierig und ethisch kaum vertretbar, stets eine histologische Sicherung durchzuführen. Des Weiteren ist ebenfalls noch nicht geklärt, inwieweit der Patient überhaupt von einer frühzeitigen Lokalisierung seiner Metastasen profitiert. Der Nachweis einer ausgedehnten Metastasierung, welche eine systemische Therapie indizieren kann, gelingt auch mit der konventionellen Diagnostik.

Das PSMA-PET/CT ist also nur für den Nachweis einer geringen Metastasenlast erforderlich, welche lokal behandelt werden könnte. Es ist jedoch strittig, ob es sich bei einer (nebenwirkungsbehafteten) Operation oder Bestrahlung um reine „PSA-Kosmetik“ handelt oder ob daraus auch eine Verlängerung der symptomfreien Zeit oder der Lebenszeit des Patienten resultiert. Prospektive Studien mit konventionell behandelter Vergleichsgruppe fehlen zu dieser Fragestellung bislang.


PSMA-gerichtete Therapie mit Radionukliden

Es bestehen grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, PSMA als Target zu nutzen. Bereits 2013 legten Tagawa et al. eine Phase-II-Studie (9) vor, in der 47 Patienten mittels eines monoklonalen Antikörpers (Lu-J591) behandelt wurden. Insgesamt zeigten 11% einen Rückgang des PSA-Werts von ≥ 50%, während 36% der Patienten eine Senkung von ≥ 30% erfuhren. Aufgrund der langen Zirkulation in Blut und Knochenmark wird bei allen Antikörper(fragment)-Therapien mit Radionukliden eine relevante Hämatotoxizität beobachtet. Die Blutbildveränderungen in dieser Studie bestanden nur vorübergehend.

Im Prinzip ist eine günstigere Pharmakokinetik von kleineren Molekülen zu erwarten, wie etwa bei den Peptiden einer Radioliganden-Therapie (RLT) mittels Somatostatin-Analoga. Da PSMA dem Enzym Glutamatcarboxypeptidase II entspricht, wurden sogenannte small molecules entwickelt, die als Substrate dieses Enzyms fungieren.

In einer ersten Serie mit 16 Patienten konnten Zechmann et al. 2014 zeigen, dass das Radiojod-markierte Molekül I-131-MIP-1095 gute Erfolgsaussichten aufwies (10). Die PSA-Werte verringerten sich durch die Therapie bei 61% der Patienten um > 50%.


Erste Erfahrungen mit kleinen PSMA-gerichteten Molekülen und Lu-177-Markierung

Im Jahr 2015 konnten Weineisen et al. das Prinzip der Lu-177-Radiopeptid-Therapie mit dem Liganden PSMA I&T an einigen Patienten erfolgreich anwenden (11) und 2016 wurden diese positiven Ergebnisse an einem Kollektiv von 56 Patienten bestätigt (12).

Parallel wurde die Lu-177-PSMA-Therapie in einer Kohorte von 10 Patienten (13) unter Verwendung des Liganden DKFZ-PSMA-617 eingesetzt. Die Studie ergab einen PSA-Rückgang bei 70% der Patienten (50% zeigten einen PSA-Rückgang von ≥ 50%), eine PSA-Progression wurde bei 3 Patienten beobachtet. Nebenwirkungen sofort nach der Injektion traten nicht auf. Eine relevante Hämatotoxizität (Grad 3/4) war bei 1 Patienten nach 7 Wochen aufgetreten. Es gab keine relevante Nephrotoxizität (Grad 3/4). Sicherheit und Verträglichkeit wurden jedoch nicht systematisch untersucht.

Die unten beschriebene Konsensusempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) (14) vereinheitlicht die Vorgaben für eine Therapie und Nachsorge mit eben diesem Liganden, insbesondere bzgl. Laborparametern zur systematischen Erfassung etwaiger Toxizitäten.


Konsensusempfehlung zur RLT mit Lu-177-markiertem PSMA-Antagonist DKFZ-PSMA-617


Indikation

Da es sich bisher um kein Routineverfahren handelt, erfolgt die Indikationsstellung patientenindividuell und nicht anhand systematisch festgelegter Einschlusskriterien. Die Experten-Runde spricht die Empfehlung aus, dass folgende Voraussetzungen im Regelfall vorliegen sollten:

• Histologisch nachgewiesenes Prostatakarzinom
• Nicht-resektable Metastasierung
• Tumorprogress unter leitliniengerechter Therapie (Kastrationsresistenz, nach Alpharadin/Abirateron/Enzalutamid, nach Docetaxel/Cabazitaxel oder „unfit for chemotherapy“ festgestellt gemäß Facharztstandard)
• Aktuelle PSMA-Bildgebung (bevorzugt PSMA-PET/CT)
• Ausreichende Knochenmarksreserve (Leukozytenzahl > 3.000/µl, Thrombozytenzahl > 75.000/µl)
• Allenfalls gering eingeschränkte Nierenfunktion: Kreatinin < 2-fach erhöht
• AST oder ALT < 5-fach erhöht
• 6 Wochen Abstand zur letzten myelosuppressiven Vortherapie

Es liegen keine ausreichenden Daten hinsichtlich möglicher Wechselwirkungen vor. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist für nachfolgende Begleittherapien wahrscheinlich, dass der beabsichtigte Zusatznutzen gegenüber dem möglichen Risiko einer Wechselwirkung überwiegt.


Durchführung der Lu-177- PSMA-Therapie

In Deutschland werden die Lu-177-basierten Therapieverfahren in aller Regel stationär durchgeführt und erfordern einen Aufenthalt von 2-3 Tagen. Dabei erfolgen zunächst 2 Therapiezyklen im Abstand von ca. 8 Wochen.

Pro Zyklus wird eine Standard-Aktivität von 6 GBq Lu-177-PSMA-Ligand intravenös verabreicht, die nach aktuellem Stand der Wissenschaft ohne nennenswerte Nebenwirkungen toleriert wird. Begleitende Hydrierung und ggf. Emesis-Prophylaxe können ebenfalls intravenös verabreicht werden. Als ein mögliches Risikoorgan können die Speicheldrüsen mit von außen angelegten Kühlpads versorgt werden, um damit ggf. den lokalen Blutfluss während und kurz nach der Infusion zu drosseln. Dieses soll die akkumulierte Aktivität und damit die Dosis in den Speicheldrüsen minimieren.

Die Risikoorgane werden zudem im Rahmen der mehrzeitigen Therapie-Szintigraphien erfasst und dosimetrisch analysiert, um Höchstdosen nicht zu überschreiten, wie etwa den Grenzwert von 23 Gy für die Nieren.

Nach Abschluss des 2. Behandlungszyklus und weiteren 4-7 Wochen Latenz ist dann eine erneute Staging-Untersuchung empfohlen, deren Ergebnis in die Entscheidung für einen etwaigen 3. Therapiezyklus einfließt (Abb. 1).
 
Abb. 1: Lu-177-PSMA-Scan im Verlauf von 2 Therapiezyklen.
Abb. 1: Lu-177-PSMA-Scan im Verlauf von 2 Therapiezyklen.


Dosimetrie von Lu-177-DKFZ-PSMA-617

An zu erwartenden Organdosen kann man die Speicheldrüsen als Risikoorgan bereits in der PSMA-PET/CT detektieren (Abb. 2). Delker et al. (15) konnten die zu erwartenden Organdosen wie folgt abschätzen: Die durchschnittlichen (+/- SD) absorbierten Dosen pro Zyklus waren 2,2 +/- 0,6 Gy für die Nieren (0,6 Gy/GBq), 5,1 +/- 1,8 Gy für die Speicheldrüsen (1,4 Gy/GBq), 0,4 +/- 0,2 Gy für die Leber (0,1 Gy/GBq), 0,4 +/- 0,1 Gy für die Milz (0,1 Gy/GBq) und 44 +/- 19 mGy für das Knochenmark (0,012 Gy/GBq). Die absorbierten Dosen boten zwischen den Therapie-Zyklen keine signifikanten Unterschiede. Die als kritisch angesehene absorbierte Dosis für die Nieren (23 Gy) wurde bei keinem Patienten erreicht. Die Tumordosen erreichten 1,2-47,5 Gy pro Zyklus.

Relevante Dosen im Speicheldrüsenbereich lassen sich bereits anhand des oben abgebildeten PSMA-PET/CTs (Abb. 2, Mitte) erahnen. In Abb. 3 aufgeführt zeigt sich das histopathologische Korrelat der intensiven PSMA-Positivität.
 
Abb. 2: Zeitlich nahezu synchrone Diagnostik bei Prostatakarzinom mit Skelettszintigraphie, PSMA-PET und dem Post-Therapie-Scan desselben Patienten.
Abb. 2: Zeitlich nahezu synchrone Diagnostik bei Prostatakarzinom mit Skelettszintigraphie
 
Abb. 3: Glandula parotis mit intensiver PSMA-Anfärbung in der Immunhistochemie (Bildquelle: W. Nimphius).
Abb. 3: Glandula parotis mit intensiver PSMA-Anfärbung in der Immunhistochemie.



Fazit

• Das Ga-68-PSMA-PET/CT ist eine äußerst sensitive nuklearmedizinische Methode. Die bislang publizierten Studien besitzen jedoch aufgrund geringer Fallzahlen oder retrospektiver Analyse nur eine eingeschränkte Aussagekraft.
• Das Ga-68-PSMA-PET/CT zeigt eine sehr niedrige Rate falsch-positiver Befunde und scheint aktuell die zuverlässigste bildgebende Methode bei niedrigen PSA-Werten zu sein.
• Als Indikationsstellung für ein diagnostisches Ga-68-PSMA-PET/CT steht momentan das biochemische Rezidiv nach radikaler Prostatektomie oder lokaler Radiatio im Fokus. (Die lokale Behandlung einer geringen Metastasenlast muss jedoch als individueller Heilversuch angesehen werden.)
• Aufgrund der noch fehlenden belastbaren Daten sollte das PSMA-PET/CT möglichst im Rahmen von prospektiven klinischen Studien weiter untersucht werden.
• Für Patienten mit einem metastasierten und systemisch bereits „ausbehandelten“ Befund ist die PSMA-Bildgebung und -Therapie ein vielversprechender und richtungsweisender Ansatz (16). So bietet sich bei Nachweis von PSMA-positiven Karzinomzellen bzw. Metastasen die Möglichkeit einer gezielten, PSMA-Radio-Liganden vermittelten Therapie.



 
Dr. med. Lennart Skrobek Dr. med. Lennart Skrobek

Klinik für Urologie und Kinderurologie
Universitätsklinikum Marburg

Tel.: 06421/586 9895
E-Mail: skrobek@med.uni-marburg.de










 
Dr. med. Andreas Pfestroff Dr. med. Andreas Pfestroff

Klinik für Nuklearmedizin
Universitätsklinikum Marburg

Tel.: 06421/586 2822
E-Mail: pfestrof@med.uni-marburg.de










 
ABSTRACT

L. Skrobek1, A. Hegele1, M. Luster2, R. Hofmann1, A. Pfestroff2, 1 Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Urologie und Kinderurologie, 2 Universitätsklinikum Marburg, Klinik für Nuklearmedizin
 

In case of biochemical PSA-relapse after therapy of localized prostate cancer early localising of the site of metastasis can be challenging. Even PET/CT with Choline (C-11 or F-18), which showed to be the most accurate diagnostic method, often fails when PSA-levels are low. Hence, identifying PSMA, which is highly expressed solely by PCa-cells, via radiotracer seems promising. Altough the method has been available just for a few years it might not only serve as a tool to diagnose relapse but also play an important role in the treatment of PCa in the future. Therefore, we here present and discuss the background and the current data for PSMA, both in diagnosis using gallium-68-PET/CT as well as in radio-ligand-therapy using lutetium-177.
 

Keywords: PSA-relapse, prostate cancer, PCa, PET/CT, PSMA, radio-ligand-therapy, gallium-68, lutetium-177
Literatur:

(1) Sweat SD, Pacelli A, Murphy GP, Bostwick DG. Prostate-specific membrane antigen expression is greatest in prostate adenocarcinoma and lymph node metastases. Urology. 1998;52(4):637-40.
(2) Mease RC, Foss CA, Pomper MG. PET imaging in prostate cancer: focus on prostate-specific membrane antigen. Curr Top Med Chem 2013 13:951-62.
(3) Afshar-Oromieh A, Avtzi E, Giesel FL et al. The diagnostic value of PET/CT imaging with the (68) Ga-labelled PSMA ligand HBED-CC in the diagnosis of recurrent prostate cancer. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2015 Feb.; 42(2):197-209.
(4) Afshar-Oromieh A, Zechmann CM. Comparison of PET imaging with a 68Ga-labelled PSMA ligand and 18F-choline-based PET/CT for the diagnosis of recurrent prostate cancer. Eur J Nucl Med and molecular Imaging 2014;41(1):11-20.
(5) Morigi JJ, Stricker PD, van Leeuwen PI et al. Prospective Comparison of 18F-Fluormethylcholine Versus 68Ga-PSMA PET/CT in Prostate Cancer Patients Who Have Rising PSA After Curative Treatment and ARE Being Considered for Targeted Therapy. J Nucl Med 2015;56:1185-1190.
(6) Hijazi S, Meller B, Leitsmann C et al. Pelvic lymph node dissection for nodal oligometastatic prostate cancer detected by (68) Ga-PSMA-positron emission tomography/computerized tomography. Prostate 2015;75 (16): 1934-40.
(7) Pfister D, Porres D, Heidenreich A et al. Detection of recurrent prostate cancer lesions before salvage lymphadenectomy is more accurate with 68Ga-PSMA-HBED-CC than with 18F-Fluoroethylcholine PET/CT. Eur J Nucl Med Mol Imaging. https://doi.org/10.1007/s00259-016-3366-9.
(8) Maurer T, Gschwend JE, Rauscher I et al. Diagnostic Efficacy of 68Gallium-PSMA Positron Emission Tomography Compared to Conventional Imaging for Lymph Node Staging of 130 Consecutive Patients with Intermediate to High Risk Prostate Cancer. J Urol 2016; 195(5):1436-43.
(9) Tagawa ST, Milowsky MI, Morris M et al. Phase II study of Lutetium-177-labeled anti-prostate-specific membrane antigen monoclonal antibody J591 for metastatic castration-resistant prostate cancer. Clin Cancer Res. 2013;19(18):5182-91. 
(10) Zechmann CM, Afshar-Oromieh A, Armor T et al. Radiation dosimetry and first therapy results with a (124)I/ (131)I-labeled small molecule (MIP-1095) targeting PSMA for prostate cancer therapy. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2014;41(7):1280-92.
(11) Weineisen M, Schottelius M, Simecek J, et al. 68Ga- and 177Lu-Labeled PSMA I&amp;T: Optimization of a PSMA-Targeted Theranostic Concept and First Proof-of-Concept Human Studies. J Nucl Med. 2015;56(8):1169-76.
(12) Baum RP, Kulkarni HR, Schuchardt C et al. Lutetium-177 PSMA Radioligand Therapy of Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer: Safety and Efficacy. J Nucl Med. 2016 Jan 21. pii: jnumed.115.168443.
(13) Ahmadzadehfar H, Rahbar K, Kürpig S et al. Early side effects and first results of radioligand therapy with (177)Lu-DKFZ-617 PSMA of castrate-resistant metastatic prostate cancer: a two-centre study. EJNMMI Res. 2015;5(1):114.
(14) Konsensusempfehlung zur Radioliganden-Therapie (RLT) mit Lutetium-177 markiertem PSMA-Antagonist DKFZ-PSMA-617. http://nuklearmedizin.de/docs/Lu-177-PSMA_160224.pdf
(15) Delker A et al. Dosimetry for 177Lu-DKFZ-PSMA-617: a new radiopharmaceutical for the treatment of metastatic prostate cancer. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2015 Aug 29.
(16) Pfestroff A, Luster M, Jilg CA et al. Radionuclide Therapy Committee of the European Association of Nuclear Medicine. Current status and future perspectives of PSMA-targeted therapy in Europe: opportunity knocks. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2015;42(13):1971-5.

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017