Dienstag, 24. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
08. Juli 2015

PARP-Inhibitor Olaparib zur Erhaltungstherapie bei BRCA-mutiertem Ovarialkarzinom zugelassen

Patientinnen mit Platin-sensitivem Rezidiv eines Ovarialkarzinoms mit BRCA-Mutation in Deutschland kann seit 1. Juni zum ersten Mal die zielgerichtete Erhaltungstherapie mit Olaparib (Lynparza™) angeboten werden. Der erste zugelassene Inhibitor der Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP) gilt als wichtiger Fortschritt für Patientinnen mit BRCA-mutiertem Ovarialkarzinom, deren Behandlungsmöglichkeiten bisher sehr begrenzt sind. Er nutzt Defekte im DNA-Reparaturmechanismus und bewirkte in der Zulassungsstudie eine Verlängerung des medianen progressionsfreien Überlebens auf 11,2 Monate gegenüber 4,3 unter Placebo. Voraussetzung für den Einsatz von Olaparib ist der validierte Nachweis einer BRCA1- und BRCA2-Mutation. Er sollte schon mit der Diagnosestellung anhand von Blut- und Tumorgewebeproben durchgeführt werden, damit den Patientinnen alle verfügbaren Optionen zur Verfügung stehen.

Anzeige:
 
 

Etwa 7.500 Frauen erkranken in Deutschland pro Jahr an einem Ovarialkarzinom (1). Der Tumor rezidiviert bei etwa 70% der erkrankten Frauen innerhalb von 3 Jahren, berichtete Prof. Jalid Sehouli, Berlin. Die Erkrankung hat mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 42% eine vergleichsweise schlechte Prognose (1) - vor allem, weil sie aufgrund unspezifischer Symptome und mangelnder Früherkennungsmöglichkeiten meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird (2).

Das Risiko, an einem Ovarialkarzinom zu erkranken, liegt in der Gesamtbevölkerung bei 1,3% (3). Für erblich belastete Frauen, d.h. Trägerinnen von Mutationen der Tumorsuppressorgene BRCA1 und 2 (BRCA = breast cancer suspectibility gene) ist es mit 40-60% bzw. 10-20% deutlich höher. Etwa zwei Drittel der diagnostizierten Tumore sind epitheliale, besonders aggressive high grade seröse Subtypen, erläuterte Sehouli. Und: Bei Ovarialkarzinompatientinnen mit Platin-sensitivem Rezidiv dieser Subtypen ist die Prävalenz von BRCA-Mutationen erhöht (38%) (4, 5).

Für diese Patientinnen waren die Therapieoptionen zur Langzeitkontrolle im fortgeschrittenen Stadium bislang laut Sehouli sehr eingeschränkt. Das ändert sich mit der Verfügbarkeit von Olaparib. Der PARP-Inhibitor tötet gezielt Krebszellen ab, indem er Defekte im DNA-Reparaturmechanismus nutzt, die aus BRCA1- und BRCA2-Mutationen entstehen können, erläuterte Prof. Andreas Dubois, Essen.

 

Risiko der Krankheitsprogression um über 80% reduziert

In der zulassungsrelevanten randomisierten, doppelblinden klinischen Phase-II-Studie 191 hatte Olaparib das progressionsfreie Überleben (PFS, primäres Studienziel) von Patientinnen mit Ovarialkarzinom und BRCA-Mutation auf 11,2 Monate gegenüber Placebo (4,3 Monate) verlängert (HR=0,18; 95%-KI 0,10-0,31; p<0,0001) (5). Die Hazard Ratio von 0,18, d.h. eine Risikoreduktion von über 80%, wurde laut Dubois bisher mit keiner anderen Substanz beim Ovarialkarzinom erreicht. Sein Statement: „Olaparib ist ein Wirkstoff mit einem sehr guten Potenzial für Patientinnen mit BRCA-assoziiertem Ovarialkarzinom“.

Das Gesamtüberleben der Patientinnen mit BRCA-Mutation betrug unter Olaparib 34,9 Monate (vs. 31,9 Monate unter Placebo). Zudem konnte die Zeit bis zur nächsten Folgetherapie (TFST) von 6,3 auf 15,6 Monate und die Zeit bis zur zweiten nachfolgenden Therapie (TSST) von 15,2 auf 23,8 Monate jeweils signifikant verlängert werden. Dabei war der Wirkstoff gut verträglich: die häufigsten - im Allgemeinen nicht zum Therapieabbruch führenden - Nebenwirkungen waren leicht bis mittelschwer. Am häufigsten wurden Schwindel, gefolgt von Fatigue, Erbrechen und Diarrhö beobachtet.

Eine Subgruppenanalyse der zulassungsrelevanten Studie zeigte inzwischen, dass die Lebensqualität der Patienten unter Olaparib bei 55,6% aller Studienteilnehmer unverändert blieb (versus 49,1% unter Placebo) und sich bei 27% sogar verbesserte (versus 20,8% unter Placebo) (6).

Da die Behandlung mit Olaparib eine nachgewiesene BRCA1- oder BRCA2-Mutation voraussetzt, forderten die Experten, die erforderliche Analyse anhand von Blut- und Tumorgewebeproben schon mit der Diagnosestellung durchzuführen. Nur so könnten alle zur Therapie des Ovarialkarzinoms verfügbaren Optionen bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf berücksichtigt werden.

Zugelassen ist Olaparib zur Monotherapie für die Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit Platin-sensitivem Rezidiv eines BRCA-mutierten (Keimbahn- und/oder somatisch) high grade serösen epithelialen Ovarial-, Eileiter- und Peritonealkarzinoms, die vollständig oder partiell auf eine platin-basierte Chemotherapie ansprechen

Ute Ayazpoor, Mainz
Launch-PK zur Markteinführung des PARP-Inhibitors Lynparza™ , 18.05.2015, Frankfurt am Main; Veranstalter: AstraZeneca
Literatur:

(1) Robert Koch-Insitut. Krebs in Deutschland 2009/2010. 9. Ausgabe (2013).
(2) Hennessy BT et al. Lancet 2009; 374(9698): 1371-82 Epub 2009/10/02.
(3) Mavaddat N et al. J Natl Cancer Inst 2013; 105(11): 812-822.
(4) Milne R et al. Ann Oncol 2011; 22(1): i11-i17.
(5) Ledermann J et al. Lancet Oncol 2014; 15(8): 852-861.
(6) Ledermann J et al. Ann Oncol 2014; 25 (suppl_4): iv305-iv326. 10.1093/annonc/mdu338.

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs