Mittwoch, 20. September 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
02. Juni 2014

Optimierung der onkoplastischen Behandlungsmethoden - von der Innovation zur Routine

S. Paepke, M. Niemayer, J. Ettl, D. Müller, M. Kiechle, Interdisziplinäres Brustzentrum und Frauenklinik der Technischen Universität München, Roman Herzog Comprehensive Cancer Center.

Im Jahre 1991 wurde die hautsparende Mastektomie, skin sparing mastectomy (SSM) (Tab. 1) eingeführt und gilt mittlerweile als Alternative zur modifiziert radikalen Mastektomie (MRM). Sie erleichtert die Rekonstruktion und führt zu besseren kosmetischen Ergebnissen bei vergleichbarer onkologischer Sicherheit. Die Lokalrezidive liegen zwischen 0 und 10,4% für das operable Mammakarzinom einschließlich des DCIS (Tab. 2).

Anzeige:
 
 
Tab. 1: Übersicht über Haut/Nipple-sparende Mastektomie (SSM/NSM) und Rekonstruktion.
 

 

Tab. 2: Lokalrezidive bei hautsparender Mastektomie (SSM). mo=Monate, ab=absolut
 

Die SSM-basierte Rekonstruktion kann in zweizeitiger Vorgehensweise erfolgen. Überwiegend wird jedoch die Sofortrekonstruktion bevorzugt, die eine postoperative Beeinträchtigung der körperlichen Integrität reduziert. Des Weiteren besteht bei Makromastie oder ptotischer Brust die Möglichkeit einer Mammareduktionsplastik (Abb. 1 und 2).
 

Abb. 1: 26-jährige Patientin mit nachgewiesener BRCA-1 Mutation i.R. der Erkrankung der 32-jährigen Schwester. Präoperative Anzeichnung. Die Patientin wünscht einen augmentativen Aspekt i.R. der primär-prophylaktischen Mastektomie. Abb. 2: Postoperativ: Gesamtansicht und Schnittführung. Die Patientin nimmt an der PRO-Bra-Studie (Patient-Reported-Outcome; Verwendung des titanisierten Polypropylennetzes TiLoopBra(r); pfm medical ag, Köln) teil.

 

In der plastisch-rekonstruktiven Mammachirurgie stehen sowohl die operativ aufwändigeren Lappenplastiken, aber auch Expander- und Implantat-gestützte Operationstechniken vor neuen Ausgangsbedingungen. Dies ermöglicht für eine Vielzahl von Patientinnen den Erhalt des natürlichen Hautmantels und damit der anatomischen Grundgegebenheiten der Brust. Der verbliebene Hautmantel kann durch Volumina aus dem körpereigenen Fettgewebe (DIEP, TRAM, S-GAP) oder durch implantatgestützte Rekonstruktionen ersetzt werden (Tab. 3 und 4).

 

Tab. 3: Rekonstruktion mit Implantaten nach Mastektomie.
 

 

Tab. 4: Muskelfixation bei der primären Rekonstruktion nach Mastektomie.
 

Die SSM kann mit einer Rekonstruktion in zweizeitiger Vorgehensweise erfolgen. Überwiegend wird jedoch die Sofortrekonstruktion bevorzugt. Eine umfangreiche Datenlage qualifiziert die subkutane hautsparende Mastektomie und den Erhalt des Mamillen-Areola-Komplexes (MAK) als sichere und kosmetisch günstige Operationsvariante (NSM). Bei technisch exakter Durchführung verbleibt identisch viel Brustdrüsengewebe wie bei der nach Patey modifizierten radikalen Mastektomie (ca. 1,4%, 1-3%) mit einer identischen Rate lokaler Rezidive zentral (MAK-Bereich) und in der Peripherie (1,8-5,4%).

 

Tab. 5: Zeitpunkt der Rekonstruktion.
 

Auch wenn die Diskussion über die Präferenz primärer oder sekundärer Rekonstruktionsverfahren anhält, bestehen keine Bedenken in Bezug auf eine Sofortrekonstruktion unter Nutzung des verbliebenen Hautmantels (s. Tab. 5). Im Für und Wider werden diskutiert:

- Komplikationen mit den Problemen langfristiger Wundinfektionen
- Sekundärheilungen
- Nachoperationen mit Verzögerung einer notwendigen systemischen Therapie
- Probleme, die durch die lokale Strahlentherapie mit kurz- oder langfristigen Nebenwirkungen bedingt sein können und
- die psychischen Auswirkungen der Körperbildveränderung
- die häufig notwendige Angleichung der kontralateralen Seite
- die nach Expanderanlage notwendige Zweitoperation und
- die häufigen Nachkorrekturen.

Ohne dass exakte Daten vorliegen, wird die Implantateinlage sowohl vor als auch nach einer Strahlentherapie als eher ungünstig eingeschätzt.

Operationstechniken unter Nutzung von Expandern oder Implantaten haben gegenüber Verschiebelappentechniken die folgenden Vorteile:

- kürzere Operationszeit
- verkürzte postoperative Liegezeit
- günstigere Kostensituation sowie
- Korrigierbarkeit in eine Lappenplastik bei Komplikationen.

In diesem Kontext wurden in die Fachdiskussion Daten zu Techniken eingebracht, die die Verwendung von Netzen und azellulärer Dermis (ADM) unterstützen. Zur Verfügung stehen als Fremdmaterialien u.a. titanisierte Polypropylennetze (TiLoopBra®), über deren Einsatz bereits Brunnert und Warm 2008 berichteten und teilresorbierbare Polypropylennetze (Seragyn®BR). Die Idee hinter der Gestaltung des titanisierten Polypropylennetzes besteht in der Bildung eines inneren BHs, der Fixierung des Pectoralis und der damit garantierten Formstabilität bei weicher Lage des Implantats.

Alternativ stehen Materialien aus azellulärer Dermis porciner oder humaner Herkunft zur Verfügung, die bevorzugt bei Patientinnen nach häufigen Voroperationen oder nach Strahlentherapie Verwendung finden. Beide Materialgruppen gewährleisten eine weiche und nach der Zeit des Einwachsens harmonische Implantatkapselstruktur und damit eine weiche, glatte Kapselinnenseite, die eine optimale Bedeckung des Implantats ermöglicht. Die Arbeitsgemeinschaft Wiederherstellende Operationen in der Gynäkologie (AWO-Gyn) hat es sich zum Ziel gesetzt, die unterschiedlichen Fremdmaterialien in ihren Indikationen, den Erfolgsraten und den Nebenwirkungen in Registern und klinischen Untersuchungen sowie in Studienprotokollen zu analysieren. Dadurch wurde und wird die Anwendungssicherheit insgesamt deutlich erhöht. Für das titanisierte Polypropylennetz TiLoopBra® liegen die Ergebnisse einer multizentrischen Datenauswertung von Dieterich M et al. vor (12), die einen indirekten Vergleich zum Einsatz anderer Materialien ermöglichen (Tab. 6).

 

Tab. 6: Vergleich der Komplikationsraten Implantat-basierter Netz- oder ADM-unterstützter Rekonstruktionsoperationen.
 


 

 

Dr. med. Stefan Paepke

Ltd. OA Senologie
Interdisziplinäres Brustzentrum, Frauenklinik der Technischen Universität München
Roman Herzog Comprehensive Cancer Center
Ismaninger Str. 22
81675 München

E-Mail: stefan.paepke@lrz.tum.de



Abstract

S. Paepke, M. Niemayer, J. Ettl, D. Müller, M. Kiechle, Interdisziplinäres Brustzentrum und Frauenklinik der Technischen Universität München, Roman Herzog Comprehensive Cancer Center

The skin sparing mastectomy (SSM) was introduced in 1991 and is regarded as an alternative to the modified radical mastectomy. The SSM makes reconstruction of the breast easier and gives better cosmetic results. For operable breastcancer and DCIS the rate of local recurrence rate ist between 0 and 10,4%.

Keywords: skin sparing mastectomy, reconstruction of the breast



Literaturhinweise:
(1) Carlson GW, Bostwick J, Styblo TM et al. Skin-sparing mastectomy. Oncologic and reconstructive considerations. Ann Surg 1997; 225:570-575.
(2) Newman LA, Kuerer HM, Hunt KK et al. Presentation, treatment, and outcome of local recurrence after skin-sparing mastectomy and immediate breast reconstruction. Ann Surg Oncol 1998; 5:620-626.
(3) Kroll SS, Khoo A. Local recurrence risk after skinsparing and conventional mastectomy: a 6-year follow-up. Plast Reconstr Surg 1999; 104:421-25.
(4) Toth BA, Forley BG, Calabria R. Retrospective Study of the Skin-Sparing Mastectomy in Breast Reconstruction. Plast Reconstr Surg 1999; 104(1):77-84.
(5) Medina-Franco H, Vasconez LO, Fix RJ et al. Factors associated with local recurrence after skin-sparing mastectomy and immediate breast reconstruction for invasive breast cancer. Ann Surg 2002; 235:814-19.
(6) Spiegel AJ, Butler CE. Recurrence following treatment of ductal carcinoma in situ with skin-sparing mastectomy and immediate breast reconstruction. Plast Reconstr Surg 2003; 111:706-11.
(7) Carlson GW, Styblo TM, Lyles RH et al. Local recurrence after skin-sparing mastectomy: tumor biology or surgical conservatism? Ann Surg Oncol 2003; 10(2):108-12.
(8) Gerber B, Krause A, Reimer T et al. Skin-sparing mastectomy with conservation of the nipple-areola complex and autologous reconstruction is an oncologically safe procedure. Ann Surg 2003; 238:120-7.
(9) Downes KJ, Glatt BS, Kanchwala SK et al. Skinsparing mastectomy and immediate reconstruction is an acceptable treatment option for patients with high-risk breast carcinoma. Cancer 2005; 103:906-13.
(10) Gerber B, Krause A, Dieterich M et al. The oncological safety of skin sparing mastectomy with conservation of the nippleareola complex and autologous reconstruction: an extended follow-up study. Ann Surg 2009; 249:461-8.
(11) Dittmer S, Paepke S, Klein E et al. First Experience with the implementation of a Two Component Polypropylene Vicryl-Mesh (SeragynBr®) as Tissue-supporting Extraneous Material in Plastic Reconstructive Surgery. Eur J Cancer 2012; 8 Suppl 1:224.
(12) Dieterich M, Paepke S, Zwiefel K et al. Implant-based breast reconstruction using a titanium-coated polypropylene mesh (TiLOOP Bra): a multicenter study of 231 cases. Plast Reconstr Surg 2013; 132(1):8e-19e.
(13) Liu AS, Kao HK, Reish RG et al. Postoperative complications in prosthesis-based breast reconstruction using acellular dermal matrix. Plast Reconstr Surg 2011; 127:1755-1762.
(14) Chun YS, Verma K, Rosen H et al. Implant-based breast reconstruction using acellular dermal matrix and the risk of postoperative complications. Plast Reconstr Surg 2010; 125:429-436.
(15) Spear SL, Parikh PM, Reisin E, Menon NG. Acellular dermis-assisted breast reconstruction. Aesthetic Plast Surg 2008; 32:418-425.

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017