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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. Oktober 2015

Onkolytische Immuntherapie mit T-VEC wirkt lokal und systemisch

Für die lokoregionäre Therapie von Melanom-Metastasen stehen mehrere Methoden zur Verfügung. Dazu zählen die intratumorale Behandlung mit Interleukin-2 (IL-2), die spezifische Immunisierung mit Talimogene Laherparepvec (T-VEC) sowie die destruktiven Verfahren Elektrochemotherapie und Bengalrosa. Unter der lokoregionären Therapie mit T-VEC wird auch eine systemische Wirkung, ein sog. Bystander-Effekt, sichtbar, berichtete Prof. Claus Garbe, Tübingen.

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Lokoregionäre Metastasen und Fern-Metastasen beim Melanom sind fundamental unterschiedlich bezüglich Krankheitsstadien und Therapieansprechen. Bei lokoregionären Metastasen haben die Patienten eine Aussicht von etwa 50%, durch chirurgische Eingriffe geheilt werden zu können, betonte Garbe. Intraläsional verabreichtes IL-2 führt über T-Zellaktivierung zur Entzündung im unterspritzten Areal und Tumornekrose. Die Behandlung wird i.d.R. gut vertragen und führt zu einer ca. 70%igen Rückbildung der lokalen Metastasen. Im Stadium III ist das 5-Jahres-Überleben der Patienten mit 30-50% sehr günstig. Dabei macht es keinen Unterschied, ob viele oder wenige Metastasen vorhanden sind. Durch Zugabe von Imiquimod kann die Wirksamkeit möglicherweise noch gesteigert werden. Die lokale Therapie mit Dinitrochlorobenzol (DNCB) und sys-temisch Dacarbazin (DTIC) ist obsolet, so Garbe. Interessant seien die Elektrotherapie oder Bengalrosa, die auch gut bei größeren inoperablen Metastasen einzusetzen seien und die die hypotherme Extremitätenperfusion ersetzen.

Die onkolytische Immuntherapie basiert auf der Verwendung von Viren und induziert sowohl lokale als auch systemische Effekte, berichtete Dr. Per Sonne Holm, München. T-VEC ist ein gentechnisch modifiziertes onkolytisches Virus, das direkt in die Tumorläsion injiziert wird. In der Phase-III-Studie OPTiM führte T-VEC zu einer signifikant höheren und anhaltenden Ansprechrate (durable response rate; DRR) bei Patienten mit nicht resezierbarem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom der Stadien IIIB-IV im Vergleich zu einem Granulozyten-Makrophagen Kolonie-stimulierenden Faktor (GM-CSF) (16,3% vs. 2,1%; p<0,0001). Bei der letzten Auswertung war die Mehrzahl der Responder immer noch in Remission, berichtete Prof. Robert Andtbacken, Salt Lake City/USA. Die Wirksamkeit von T-VEC zeigte sich insbesondere in den lokal fortgeschrittenen Stadien IIIB und IIIC und im metastasierten Stadium ohne viszerale Erkrankung (Stadium IVA). Die Gesamtansprechrate (ORR) mit T-VEC betrug 26,4% (CR=10,8%; PR=15,6%) vs. 5,7% (CR=0,7%; PR=5,0%) im GM-CSF-Arm. 64% der injizierten Läsionen zeigten ein Ansprechen auf T-VEC mit 47% kompletten und 17,3% partiellen Remissionen. Ein Ansprechen zeigte sich aber auch bei den nicht-injizierten Läsionen, so Andtbacken, und es sprachen 15% der viszeralen Läsionen nach 10 Zyklen an (CR=9,0%; PR=6,2%). Patienten mit metastasiertem Melanom in Stadium III, die mit T-VEC behandelt wurden, lebten fast doppelt so lang wie die Patienten im Vergleichsarm (41,1 vs. 21,5 Monate), während sich bei Patienten im Stadium IV kein Unterschied im Überleben zeigte. Das Risiko, viszerale oder Knochenmetastasen zu entwickeln, reduzierte sich mit T-VEC um 59% im Vergleich zu GM-CSF.

Ein Vorteil der T-VEC-Therapie ist deren gute Verträglichkeit, die Kombinationen mit weiteren Therapien möglich macht. In einer laufenden Phase-Ib/II-Studie wird T-VEC +/- Ipilimumab untersucht. Garbe berichtete, dass Ende des Jahres auch eine Studie mit T-VEC und Pembrolizumab aufgelegt werden wird. Er erinnerte daran, dass etwa die Hälfte der Patienten nicht auf eine Anti-PD-1-Monotherapie ansprechen und alle Möglichkeiten genutzt werden müssen, um die Ansprechrate zu erhöhen.

(as)
Literatur:

Satellitensymposium „Onkolytische Immuntherapie in der Behandlung des Melanoms“, 11.09.2015, München; Veranstalter: Amgen

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