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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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24. Juli 2012

ASCO 2012 – Metastasiertes Prostatakarzinom

Nicht-Unterlegenheit der intermittierenden Hormondeprivation nicht bestätigt

In der multizentrischen Kooperationsstudie SWOG 9346, in die über 3.000 Patienten mit hormonsensitivem metastasierten Prostatakarzinom eingeschlossen waren, konnte die Nicht-Unterlegenheit einer intermittierenden Hormondeprivation gegenüber einer kontinuierlichen Hormondeprivation nicht bestätigt werden. Die intermittierende Therapie erwies sich allerdings der kontinuierlichen als nicht unterlegen bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung (extensive disease). Dennoch gilt aufgrund dieser Ergebnisse, dass die kontinuierliche Hormondeprivation Therapiestandard beim metastasierten Prostatakarzinom bleibt, so das Fazit der Referentin Maha Hussain.

Ziel dieser auf den Nachweis der Nicht-Unterlegenheit ausgelegten Studie (non-inferiority trial) war es, einen relativen Risikoanstieg in der Mortalität von 20% und mehr durch die intermittierende Hormondeprivation (IAD=intermittend androgen deprivation) im Vergleich zur kontiniuierlichen Hormondeprivation (CAD=continuous androgen deprivation) auszuschließen und zwar in einem 95%igen Konfidenzintervall. Nach diesen definierten Kriterien erwies sich in der gesamten Studienpopulation die intermittierende Therapie als knapp unterlegen: Unter kontinuierlicher Therapie lebten die Patienten im Median 5,8 Jahre, unter intermittierender 5,1 Jahre (HR=1,09; 95% CI: 0,95-1,24). Da der obere Wert im Konfidenzintervall höher als 1,20 war, galt die Nicht-Unterlegenheit der intermittierenden Therapie als nicht bestätigt.

Bei Patienten mit minimal disease war ebenfalls keine Nicht-Unterlegenheit der intermittierenden Therapie nachweisbar (medianes Überleben: 7,1 vs. 5,2 Jahre; HR=1,23; 95% CI: 1,02-1,49), bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung (extensive disease) war hingegen die intermittierende Hormondeprivation der kontinuierlichen nicht unterlegen (medianes Überleben 4,4 vs. 5,0 Jahre; HR=0,96; 95% CI: 0,80-1,16).

Eingeschlossen wurden in diese Studie zwischen 1995 und 2008 3.040 Patienten mit neu diagnostiziertem hormonsensitiven metastasierten Prostatakarzinom mit einem PSA von 5 ng/ml oder höher und einem SWOG-Performancestatus von 0-2. Sie wurden stratifiziert nach Performance-Status, Ausmaß der Erkrankung und vorangegangener Hormontherapie. Die Patienten wurden 7 Monate lang mit Goserelin und Bicalutamid behandelt. Patienten, die ein PSA ≤ 4 ng/ml erzielten, wurden randomisiert in einen IAD- und einen CAD-Arm. Im IAD-Arm wurde die Therapie wieder aufgenommen bei einem Anstieg des PSA auf 20 ng/ml, oder wenn bei Patienten, bei denen der PSA-Ausgangswert niedriger als 20 ng/ml war, der PSA wieder auf den Ausgangswert anstieg. Normalisierte sich der PSA wieder (PSA ≤ 4 ng/ml), folgte erneut eine Beobachtungsphase, lag der PSA nach 6-7 Monaten über 4 ng/ml, erhielten die Patienten eine kontinuierliche Therapie bis zum Progress.
as

 

Prof. Dr. Wolf Wieland, Regensburg  Bei der intermittierenden Hormontherapie des metastasierten Prostatakarzinoms gibt es keinerlei Empfehlungen und Richtlinien, ab welchem PSA-Wert ein Wiedereinstieg erfolgen sollte. Das wird sehr individuell und unterschiedlich gehandhabt. Außerdem kann man eine intermittierende Hormontherapie wirklich nur dann empfehlen, wenn der Kastrationslevel erreicht wurde. Dann kann es sinnvoll sein, eine kontinuierliche in eine intermittierende Therapie umzuwandeln. Wenn der Patient keinen Kastrationslevel erreicht, ist eine intermittierende Therapie nicht zu vertreten. Ein ganz entscheidender Faktor bei einer Therapie mit GnRH-Analoga oder LHRH-Antagonisten ist die Mitbestimmung des Testosterons, um sicher zu gehen, dass die Werte wirklich unterhalb der Schwelle von 20 ng/dl liegen, da diese Substanzen bei einigen Patienten nicht perfekt resorbiert werden. Bei dieser Studie spielen so viele Unwägbarkeiten eine Rolle, dass sie meiner Meinung nach diese apodiktische Aussage nicht treffen kann. Bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom ist eine plastische Orchiektomie die absolut sicherere Methode.

 


Literaturhinweis:
(1) Hussain M, et al. J Clin Oncol 30, 2012 (suppl; abstr 4)
 

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