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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. Februar 2017 Seite 1/3

Neue Studiendaten und Therapieansätze in der gynäkologischen Onkologie und Update Antiemese

In der Therapie des metastasierten Hormonrezeptor-positiven (HR+) Mammakarzinoms zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Auf dem ESMO 2016 präsentierte Daten der MONALEESA-2-Studie zeigten eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) durch die Kombination der antihormonellen Therapie mit Letrozol und dem CDK4/6-Inhibitor Ribociclib. Im Bereich der Antiemese sind erstmals valide Daten zur Prophylaxe bei Radiochemotherapie verfügbar. Die Dreifachantiemese mit dem NK1-Rezeptorantagonist (NK1-RA) Fosaprepitant (IVEMEND®) verbesserte die Kontrolle der Emesis über die gesamte Therapiedauer von 5 Wochen signifikant (p=0,008). Auch der Vorteil durch die Dreifachantiemese mit Aprepitant (EMEND®) für Patienten unter Carboplatin-haltiger Chemotherapie wurde durch auf dem ESMO vorgestellte Daten erneut bestätigt. Seit Oktober steht Aprepitant außerdem als Pulver zur Herstellung einer Suspension für Babys ab 6 Monaten, Kleinkinder und Kinder bis 12 Jahren zur Verfügung. Komplementärmedizinische Verfahren ergänzen in jüngster Zeit zunehmend das therapeutische Armamentarium in der klinischen Onkologie, besonders bei der Behandlung von Patientinnen mit Mammakarzinom. Verfahren wie die Misteltherapie oder die Korrektur zu niedriger Blutspiegel an Selen oder Vitamin D durch Supplementation können dazu beitragen, Nebenwirkungen einer Tumortherapie zu vermindern und die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern.
Neuer Therapieansatz beim HR+ Mammakarzinom

Die Therapie des metastasierten HR+ Mammakarzinoms sollte so lange wie möglich antihormonell erfolgen, um der Patientin Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu ersparen. „Früher oder später entwickelt der Tumor jedoch eine Resistenz gegen die antihormonelle Therapie, u.a. dadurch, dass die Cyclin-abhängigen Kinasen 4/6 (CDK4/6) hochreguliert werden und auf den hemmenden Einfluss der antihormonellen Therapie nicht mehr reagieren“, berichtete Dr. Wolfgang Abenhardt, München. CDK4/6-Inhibitoren wie das kürzlich auch in der EU zugelassene Palbociclib oder Ribociclib verhindern die Aktivierung der nicht-proliferierenden Tumorzelle unter Hormoneinfluss durch das CDK4/6-System in die aktive G1-und S-Phase. Auf diese Weise wird der hemmende Effekt der antihormonellen Therapie wiederhergestellt. „Bisher werden CDK4/6-Inhibitoren nur bei HR+ Tumoren eingesetzt, am wirksamsten ist die Kombination mit dem Aromatase-Inhibitor Letrozol“, erläuterte Abenhardt. Die MONALEESA-2-Studie vergleicht in 234 Zentren bei 668 Patientinnen mit fortgeschrittenem/metastasiertem HR+/HER2- Mammakarzinom (mit messbaren Läsionen) in der Erstlinie Ribociclib (LEE011) in Kombination mit Letrozol mit Placebo plus Letrozol. Primärer Endpunkt ist das PFS nach lokaler und zentraler Beurteilung.

Die aktuelle Auswertung der Studie wurde beim ESMO-Kongress 2016 präsentiert und parallel dazu publiziert. Beide Studienarme waren hinsichtlich der Charakteristika der Patientinnen ausgewogen. 59% der Frauen in beiden Armen hatten viszerale Metastasen, alleinige Knochenmetastasen hatten 21% im Ribociclib-Arm und 23% im Placebo-Arm. Bereits vorzeitig zu dieser prädefinierten Interimsanalyse erreichte die Studie ihren primären Endpunkt und zeigte, dass im Ribociclib-Arm das PFS signifikant verlängert war. „Die Studie läuft aber noch verblindet weiter, da man noch abwarten will, bis der sekundäre Endpunkt Gesamtüberleben auswertbar ist“, erläuterte Abenhardt. Das mediane PFS betrug im Letrozol/Placebo-Arm 14,7 (13,0-16,5) Monate und wurde im Verum-Arm noch nicht erreicht (19,3-NR). „Der Unterschied war damit signifikant mit einer HR von 0,556 und einem p-Wert von p=0,00000329“, so Abenhardt. Sekundäre Endpunkte der Studie sind neben dem Gesamtüberleben die Gesamtansprechrate (ORR) und die Clinical Benefit Rate (CBR). Bei Patienten mit zu Studienbeginn messbarer Erkrankung waren sowohl die ORR mit 53% vs. 37% (p=0,00028) als auch die CBR mit 80% vs. 72% (p=0,02) signifikant erhöht. Alle Subentitäten profitierten in gleichem Maße von der Behandlung.

„Im Allgemeinen war die Therapie mit Ribociclib gut verträglich. Aufgrund der zytotoxischen Wirkung von Ribociclib war die wichtigste Nebenwirkung die Myelotoxizität, die aber mit Wachstumsfaktoren gut zu kontrollieren ist“, sagte Abenhardt. Bei 59% der Patientinnen kam es unter Letrozol/Ribociclib zu einer Neutropenie von Grad 3/4, eine Grad-3/4-Leukopenie trat bei 21% der Patientinnen auf. Febrile Neutropenien waren mit 1,5% jedoch sehr selten. „Auch geringgradige Alopezie kann – auch aufgrund der Kombination mit einer antihormonellen Therapie und gerade bei älteren Patientinnen – auftreten, worauf man die Frauen im Vorfeld hinweisen sollte“, so Abenhardt. Außerdem müsse man die Leberwerte der Patientinnen kontrollieren, erklärte er weiter.

„Auf dem ESMO wurde die Kombination Ribociclib/Letrozol aufgrund der Daten aus der MONALEESA-2 Studie als breakthrough therapy beim metastasiertem HR+ Mammakarzinom bezeichnet – die Untersuchung weiterer Kombinationen mit Ribociclib ist deshalb sicherlich ein vielversprechender Ansatz“, so Abenhardt. In der bereits abgeschlossenen MONALEESA-3-Studie wird die Kombination Fulvestrant +/- Ribociclib beim postmenopausalen HR+ metastasierten Mammakarzinom mit maximal einer antihormonellen Vortherapie (außer Letrozol) verglichen. Die noch rekrutierende MONALEESA-7-Studie vergleicht beim prämenopausalen HR+ metastasierten Mammakarzinom die Kombination antihormonelle Therapie (AH) + Goserelin +/- Ribociclib in der Erstlinie. „Auch prämenopausalen Frauen diesen Therapievorteil mit dem CDK4/6-Inhibitor anzubieten, ist ein hochinnovativer und sehr dankenswerter Ansatz“, kommentierte Abendhardt.

 
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