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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Juli 2013

Neue Erkenntnisse aus aktuellen Untersuchungen bekannter Substanzen

Liposomales Cytarabin, Sorafenib und Pazopanib sind etablierte Substanzen in der Therapie diverser Tumorentitäten. In München wurden im Rahmen eines Fachpresseworkshops aktuelle Untersuchungen vorgestellt, die den Einsatz im klinischen Alltag bestätigen bzw. neue Einsatzmöglichkeiten aufweisen und Fragen aus der Praxis beantworten.

Liposomales Cytarabin bei MN

Die Therapie bei Menigeosis neoplastica (MN) zielt auf eine Überlebensverlängerung der unbehandelt innerhalb weniger Wochen tödlich verlaufenden Komplikation ab. Dabei sollte die Lebensqualität durch die Therapie nicht zusätzlich eingeschränkt werden, bemerkte PD Dr. Karin Jordan, Halle-Wittenberg. Liposomales Cytarabin (DepoCyte®) muss im Gegensatz zu anderen Substanzen nur alle 2 Wochen gegeben werden. In einer retrospektiven Effektivitätsanalyse der Universität Halle (1) zeigte sich eine Verbesserung der neurologischen Symptomatik bei 58,1% der 48 auswertbaren Patienten. Bei 53% wurde ein zytologisches Ansprechen im Liquor beobachtet. Die Therapie kann sowohl mit einer Chemotherapie als auch mit einer Ganzhirnbestrahlung kombiniert werden.

Sorafenib beim HCC

Sorafenib ist laut aktuellen Leitlinien europäischer Fachgesellschaften Therapie der Wahl für Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (HCC) im BCLC-Stadium C mit Child-Pugh A. Den Stellenwert von Sorafenib (Nexavar®) im klinischen Alltag spiegelt die prospektive nicht-interventionelle Studie INSIGHT (2) wider. 618 Patienten der BCLC-Stadien A-D wurden mit Sorafenib behandelt. Das mediane Gesamtüberleben (OS) betrug in einer aktuellen Zwischenanalyse 17,1 Monate und die mediane Zeit bis Tumorprogress (TTP) 4,6 Monate. In der Subgruppe der Patienten mit Tumoren im Stadium BCLC C betrug das mediane OS 14,5 Monate. Laut Leitlinien wird für das Stadium BCLC B eine transarterielle Chemoembolisation empfohlen (TACE). Die Kombinationstherapie von TACE und Sorafenib wird zurzeit in 2 Phase-III-Studien bei nicht resektablem HCC und erhaltener Leberfunktion geprüft, berichtete PD Dr. Tom M. Ganten, Heidelberg.

Pazopanib beim Weichteilsarkom

Beim metastasierten Weichteilsarkom sind in der Zweitlinientherapie für die Behandlung der Lipo- und Leiomyosarkome und der Synovialsarkome Trabectedin sowie für nicht-adipozytische Weichteilsarkome Pazopanib (Votrient®) zugelassene Therapieoptionen. In der 2:1 randomisierten Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie PALETTE (3) wurde im Pazopanib-Arm eine signifikante Verlängerung des PFS (primärer Endpunkt) von median 1,6 auf 4,6 Monate (HR=0,31; p=0,0001) gezeigt. Das mediane OS war von 10,7 auf 12,5 Monate verlängert, erreichte aber nicht die Signifikanzgrenze (HR=0,86; p=0,2514). In der Erstlinientherapie des metastasierten Weichteilsarkoms bleibt Doxorubicin die Standardtherapie, die individuell mit Ifosfamid kombiniert werden kann. Für die Zweitlinie sind Trabectedin und Pazopanib zugelassene Optionen, folgerte PD Dr. Lars Lindner, München.

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23. Münchner Fachpresse-Workshop "Onkologie", 13.05.2013, München

Literaturhinweise:
(1) Jahn F, et al. ASCO 2012, Abstr. #e19579.
(2) Ganten TM, et al. ESMO 2012, Abstr. #778TiP.
(3) van der Graaf, et al. Lancet 2012;19:1879.

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