Dienstag, 24. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
06. Juli 2015

Wirksamkeit und Lebensqualität in der Zweitlinientherapie

NSCLC: Kombinationstherapie Nintedanib und Docetaxel bietet neue Möglichkeiten

Die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) in der Zweitlinie sind begrenzt. Mit dem oral verfügbaren 3-fach zielgerichteten Angiokinase-Inhibitor Nintedanib in Kombination mit Docetaxel steht seit Anfang des Jahres eine neue Option für Patienten mit Adenokarzinom-Histologie nach Versagen einer Erstlinien-Chemotherapie zur Verfügung. Die Zulassung von Nintedanib (Vargatef®) in Kombination mit Docetaxel basiert auf den Ergebnissen der globalen, multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie LUME-Lung 1 (1).

In die Zulassungsstudie LUME-Lung 1 wurden 1.314 erwachsene NSCLC-Patienten im Stadium IIIb/IV mit allen Histologien - unabhängig vom Mutationsstatus und Versagen einer Erstlinien-Chemotherapie - eingeschlossen. Die Behandlung erfolgte randomisiert mit Nintedanib (200 mg 2x tägl. oral) plus Docetaxel (75 mg/m2 KO i.v. alle 3 Wochen) oder mit Placebo plus Docetaxel (1).

Die Kombinationstherapie Nintedanib (Vargatef®) und Docetaxel zeigte bei allen NSCLC-Patienten im Vergleich zu Docetaxel alleine eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS; primärer Endpunkt) von 2,7 Monaten auf 3,4 Monate (HR 0,79; p=0,0019) - unabhängig von der Tumorhistologie (1). Für die präspezifizierte Subgruppe der NSCLC-Patienten mit Adenokarzinom der Lunge zeigte sich ein besonderer therapeutischer Nutzen: Der sekundäre Hauptendpunkt, das mediane Gesamtüberleben (OS), konnte von 10,3 auf 12,6 Monate (HR 0,83; p=0,0359) verlängert werden (Abb.1) (1). Mit Nintedanib und Docetaxel steht jetzt eine Kombinationstherapie zur Verfügung, die diesen Patienten nach fast 10 Jahren „Stillstand“ ohne neue zugelassene Therapieoptionen in der Zweitlinie einen signifikanten Überlebensvorteil bietet (1).

Abb. 1: Studie LUME-Lung 1: Verlängerung des Gesamtüberlebens für die präspezifizierte Subgruppe der NSCLC-Patienten mit Adenokarzinom-Histologie.
Abb. 1: Studie LUME-Lung 1: Verlängerung des Gesamtüberlebens für die präspezifizierte Subgruppe der NSCLC-Patienten mit Adenokarzinom-Histologie.

 

Ein NSCLC wird bei mehr als der Hälfte der Patienten erst im fortgeschrittenen oder im metastasierten Tumorstadium diagnostiziert (2). In fast allen Fällen kommt es nach einer Erstlinientherapie zur Progression. Die meisten NSCLC-Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Lungenkrebs werden dann in der Zweitlinie mit Chemotherapie-Regimen behandelt, unter denen nach Studienlage Überlebenszeiten von weniger als einem Jahr erzielt werden (3, 4). Darüber hinaus können starke Nebenwirkungen der Therapie die Lebensqualität der Patienten zusätzlich beeinträchtigen (4). Für NSCLC-Patienten mit fortgeschrittenem Tumorstadium besteht ein dringender Bedarf an wirksamen und gut verträglichen Optionen für die Zweitlinientherapie (5). Die Möglichkeit einer Verlängerung der Lebenszeit ohne weitere Beeinträchtigung der Lebensqualität hat einen hohen Stellenwert bei diesen Patienten.

In der LUME-Lung 1-Studie verlängerte Nintedanib in Kombination mit Docetaxel versus Docetaxel alleine das mediane Gesamtüberleben ohne zusätzliche Beeinträchtigung der Lebensqualität in der Zweitlinientherapie des Adenokarzinoms der Lunge (1). Die hämatologischen Nebenwirkungen waren unter der Kombinationstherapie Nintedanib plus Docetaxel vergleichbar mit jenen der Docetaxel-Monotherapie. Klassenspezifische Nebenwirkungen ≥ Grad 3 der anti-angiogenen Therapien traten im Kombinationstherapie-Arm nicht häufiger auf. Die Nintedanib-spezifischen Nebenwirkungen (≥ Grad 3) - vor allem Diarrhoe und eine Erhöhung von Leberenzymwerten (AST und ALT) - waren gut handhabbar (1).

„Die Erfassung der Lebensqualität muss ein wichtiger Bestandteil des Monitorings in der NSCLC-Zweitlinientherapie sein“, erklärt Prof. Christian Grohé, Berlin. Wichtig ist es, mögliche Nebenwirkungen zu antizipieren und deren Ausprägung mit einem proaktiven Management positiv zu beeinflussen, so der Experte (Abb. 2).

Abb. 2: LUME-Lung 1: Die häufigsten Nebenwirkungen* bei Adenokarzinom-Patienten (Präspezifizierte Subgruppe) - Grad ≥ 3 (1).
Abb. 2: LUME-Lung 1: Die häufigsten Nebenwirkungen* bei Adenokarzinom-Patienten (Präspezifizierte Subgruppe) - Grad ≥ 3 (1).

 

Die Auswertung von Standardfragebögen zur Lebensqualität zeigte, dass unter der Kombinationstherapie Nintedanib plus Docetaxel die Lebensqualität vergleichbar war wie unter der Docetaxel-Monotherapie. Mit jener Verlängerung des Überlebens unter der Nintedanib-Kombinationstherapie ging damit bei Patienten mit Adenokarzinom nicht zulasten der Lebensqualität (8).

Nintedanib, ein 3-fach zielgerichteter Angiogenese-Inhibitor, blockiert simultan die drei Rezeptor-Tyrosinkinasen, die bei der Tumorangiogenese und dem Tumorwachstum eine maßgebliche Rolle spielen (VEGFR 1-3, FGFR 1-3 und PDGFR alpha und beta) (1, 5). In der Zulassungsstudie LUME-Lung 1 zeigte die Kombination von Nintedanib und Docetaxel gegenüber einer Monochemotherapie mit Docetaxel bei Patienten mit Adenokarzinom eine signifikante Erhöhung der Krankheitskontrollrate, des progressionsfreien Überlebens und der Gesamtüberlebenszeit. Aufgrund dieser robusten Datenlage wurde die Kombinationstherapie mittlerweile in die aktuellen Leitlinien der DGHO aufgenommen (9).

 

Mit freundlicher Unterstützung von Boehringer Ingelheim

Stefanie Tofoté
Literatur:

(1) Reck M et al. Lancet Oncol 2014,15:143-155.
(2) http://seer.cancer.gov/csr/1975_2011/ (letzter Zugriff: 21.05.2015).
(3) Goeckenjan G et al. Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungen- karzinoms. Pneumologie 2010; 64, Supple-ment2:e1-e164.
(4) Giaccone G.The Potential of Antiangiogenic Therapy in Non-Small Cell Lung Cancer. Clin Cancer Res 2007;13(7): 1961-1970.
(5) Burris HA. Shortcomings of current therapies for non-small-cell lung cancer: unmet medical needs. Oncogene 2009;28(S1): 4-13.
(6) Data on file.
(7) Reck M et al. J Clin Oncol. 2014; 32(15 suppl):abstr 8100.
(8) Novello S et al. WCLC 2013, Analysis of patient-reported outcomes from the LUME-Lung 1 trial: a randomized, double-blind, placebo-controlled phase III study in second-line advanced non-small cell lung cancer patients.
(9) Griesinger F et al. Onkopedia Leitlinien: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, https://www.onkopedia.com (Stand; April 2015).

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs