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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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14. Februar 2017

NSCLC: Highlights von der 17. World Conference on Lung Cancer (WCLC) in Wien

Thematisch konzentrierte sich die 17. World Conference on Lung Cancer (WCLC) der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) auf die aktive Prävention und die frühzeitige Diagnose. „Dies sind aufregende Zeiten in der Behandlung von Lungenkrebs“, eröffnete Prof. Dr. David Carbone, Ohio. „Es gibt noch viel zu tun, aber im Gegensatz zu den vergangenen 2 Jahrzehnten können wir heute den Patienten wirksame und minimal toxische, personalisierte Therapien anbieten. Wir müssen hart arbeiten, um das Ansprechen der Patienten in Heilung zu verwandeln“, so Carbone. Eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern sei hierzu notwendig.
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Staging: Veränderung der klinischen Praxis

Dr. Ramon Rami-Porta, Barcelona, erläuterte die Neuerungen der 8. Auflage der TNM-Klassifikation für Lungenkrebs, die die Kapazität, die Prognose zu präzisieren, erhöhen. Es sei wichtig, Studien zu fördern, die Tumor-Stratifizierung in zukünftigen Studien zu verbessern und die homogene Tumorklassifizierung und das Sammeln von prospektiven Daten zu erleichtern.

„All diese Neuerungen der 8. Edition erfordern eine präzise Messung der Tumorgröße, da sie einen prognostischen Einfluss hat“, so Rami-Porta. Zudem sei die Anzahl und die Position der Metastasen von großer Bedeutung, um Lungenkrebs mit multiplen Läsionen besser klassifizieren zu können. „Diese Neuerungen im Staging werden zu einigen Veränderungen in der klinischen Praxis führen“, sagte Rami-Porta.


Osimertinib reduziert das Progressionsrisiko

Die randomisierte Phase-III-Studie AURA3, in der Osimertinib mit einer Platin-basierten Chemotherapie-Doublette mit Pemetrexed verglichen wurde (1), hatte Dr. Vassiliki Papadimitrakopoulou, Texas, vorgestellt. Bei den Studienteilnehmern handelte es sich um Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit einer T790M-Mutation des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR), die nach einer Erstlinientherapie mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) progredient waren. Insgesamt wurden 419 Patienten mit dem EGFR-TKI der 3. Generation Osimertinib (n=279) oder Pemetrexed und Cisplatin/Carboplatin (n=140) behandelt. Die demografischen und charakteristischen Merkmale der Teilnehmer waren über beide Behandlungsgruppen hinweg ausgewogen, erläuterte Papadimitrakopoulou. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) – der primäre Studienendpunkt – verbesserte sich unter Osimertinib mit 10,1 Monaten signifikant gegenüber 4,4 Monaten unter Platin-basierter Permetrexed-Therapie (HR=0,30; 95%-KI: 0,23-0,41; p<0,001). Das verbesserte PFS konnte über alle zuvor definierten Subgruppen hinweg beobachtet werden. Ferner profitieren Patienten mit Metastasen des Zentralnervensystems von Osimertinib: das mediane PFS betrug 8,5 Monate im Gegensatz zu 4,2 Monaten bei Platin-basierter Pemetrexed-Therapie (HR=0,32; 95%-KI: 0,21-0,49). Zudem zeigte sich unter Osimertinib mit 71% eine signifikant bessere Ansprechrate (ORR) als unter Pemetrexed mit 31% (Odds ratio 5,39; 95%-KI: 3,47-8,48; p<0,001). Die mediane Ansprechdauer verlängerte sich durch Osimertinib (9,7 vs. 4,1 Monate).

Hinsichtlich des Nebenwirkungsprofils wurden unter Osimertinib niedrigere Grade beobachtet als unter Pemetrexed. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Diarrhoe, Rash und trockene Haut. Die geplante Analyse des Gesamtüberlebens (OS) wird zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert. „Osimertinib ist der neue Standard für EGFR-T790M-positive Patienten, die unter einer Erstlinien-EGFR-TKI-Therapie einen Krankheitsprogress erlitten haben“, schloss Papadimitrakopoulou.


Icotinib verbessert das PFS bei Hirnmetastasen

NSCLC-Patienten, deren Erkrankung sich bis zum Gehirn ausgebreitet hat, haben in der Regel 4-6 Monate zu leben. Nun verglich eine chinesische Phase-III-Studie eine Behandlung mit dem EGFR-TKI Icotinib mit der Standardtherapie einer Ganzhirnbestrahlung (WBI, whole brain irradiation) in Verbindung mit Chemotherapie (2). Bei allen Studienteilnehmern lagen eine EGFR-Mutation und bestätigte Hirnmetastasen mit mindestens 3 Läsionen vor. Das mediane intrakranielle PFS, der primäre Studienendpunkt, verbesserte sich unter Icotinib mit 10,0 Monaten signifikant im Vergleich zu 4,8 Monaten bei Patienten, die mit WBI+Chemotherapie behandelt wurden (HR=0,56; 95%-KI: 0,36-0,90; p=0,014), erklärte Dr. Yi Long Wu, Guangdong. Sekundäre Endpunkte der Studie, einschließlich PFS und ORR, zeigten unter Icotinib-Behandlung ebenfalls eine Verbesserung gegenüber WBI/Chemotherapie. Das mediane PFS betrug 6,8 Monate unter Icotinib und 3,4 Monate unter WBI/Chemotherapie (HR=0,44; 95%-KI: 0,31-0,63; p<0,001).

Die intrakranielle ORR betrug 67,1% vs. 40,9% (p<0,001) und die Gesamt-ORR 55,0% vs. 11,1% (p<0,001) unter Icotinib verglichen mit WBI/Chemotherapie. Nach 6 Monaten zeigten 72% der Patienten unter Icotinib keinen Progress der Hirnmetastasierung, aber nur 48% unter WBI/Chemotherapie. Ebenso fielen die Nebenwirkungen in der Icotinib-Gruppe geringer aus als in der WBI/Chemotherapie-Gruppe. „Icotinib zeigte ein Überlegenheit im PFS und im ORR bei gleichzeitig gut tolerierbarem Sicherheitsprofil bei EGFR-mutiertem fortgeschrittenen NSCLC mit Hirnmetastasen“, sagte Wu. „Dies ist sehr wahrscheinlich eine die Praxis verändernde Studie“, schloss Prof. Dr. Jacek Jassem, Danzig.


Ceritinib: Reduktion des Progressionsrisikos in der Erstlinie

In der randomisierten, weltweiten Phase-III-Studie ASCEND-4 wurde Ceritinib, das die anaplastische Lymphomkinase (ALK) inhibiert, bei ALK-positiven Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC in der Erstlinie (n=189) im Vergleich zu einer Platin-basierten Standardchemotherapie mit Pemetrexed (n=187) untersucht (3), erläuterte Dr. Gilberto De Castro, São Paulo. Patienten, die eine Ceritinib-Behandlung erhielten, zeigten eine 45%-ige Risikoreduktion im Vergleich zu Patienten, die die Chemotherapie erhielten. Der primäre Endpunkt, das PFS, konnte erreicht werden und verlängerte sich unter Ceritinib-Behandlung mit 16,6 Monaten signifikant gegenüber 8,1 Monaten unter Chemotherapie (HR=0,55; 95%-KI: 0,42-0,73; p<0,001). Der Vorteil von Ceritinib konnte über zahlreiche Subgruppen hinweg, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hirnmetastasen, Krankheitslast und Raucher-Vorgeschichte beobachtet werden. Zudem konnte in der Ceritinib-Gruppe eine signifikant höhere ORR erzielt werden als in der Chemotherapie-Gruppe (72,5% vs. 26,7%). Im Ceritinib-Arm brachen weniger Patienten die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab als im Chemotherapie-Arm (5,3% vs. 11,4%). Die unter Ceritinib auftretenden Nebenwirkungen wurden durch Dosis-Anpassungen, Behandlungsunterbrechungen oder -verzögerungen und entsprechende Begleitmedikation behandelt. Darüber hinaus verbesserte Ceritinib die Lebensqualität im Vergleich zur Chemotherapie. „Insgesamt sollte Ceritinib als Therapieoption in der Erstlinie für Patienten mit ALK-positivem fortgeschrittenen NSCLC betrachtet werden“, resümierte De Castro.

„Zweifellos wurden nun in weniger als einem Jahrzehnt äußerst schnelle Fortschritte bei der Etablierung effektiver Therapien für ALK-positive NSCLC-Patienten erzielt“, bemerkte Prof. Dr. Fiona Blackhall, Manchester. „Ceritinib stellt eine neue Therapieoption in der Erstlinie dar“, so Blackhall. Wie erklärt man sich nun die bessere Wirksamkeit von Ceritinib, einen ALK-Inhibitor der 3. Generation, gegenüber ALK-Inhibitoren vorheriger Generationen oder einer Chemotherapie? „Ceritinib hat eine 20-fach höhere Affinität an WT-ALK zu binden als beispielsweise Crizotinib“, so Blackhall. „Zudem ist die Penetration des Zentralnervensystems durch ALK-Inhibitoren der 2. und 3. Generation besser und sie wirken aktiv gegen Crizotinib-Resistenzmutationen“, erklärte Blackhall.


Kombination Ganetespib/Docetaxel: Keine bessere Wirksamkeit bei NSCLC

Die Phase-III-Studie GALAXY-2 untersuchte eine Kombinationstherapie aus dem Heat shock protein (HSP) 90-Inhibitor Ganetespib und Docetaxel im Vergleich zu einer Docetaxel-Monotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC (4). HSPs fungieren als Chaperone für mehrere onkogene Proteine, die für die Proliferation und das Überleben von NSCLC-Zellen wichtig sind, erklärte Dr. Rathi Pillai, Texas. Die Kombination Ganetespib/Docetaxel führte zu einem medianen OS von 10,9 Monaten. Hierbei zeigte sich kein signifikanter Unterschied zur Docetaxel-Monotherapie, unter der das OS 10,5 Monate betrug. Ebenso konnte hinsichtlich des medianen PFS keine Verbesserung durch die Kombinationstherapie gegenüber der Monotherapie beobachtet werden (4,2 vs. 4,3 Monate; HR=1,161). Die ORR von Ganetespib/Docetaxel betrug 13,7% im Vergleich zu 16% unter Docetaxel. „Die Ergänzung von Docetaxel durch Ganetespib führte zu keiner verbesserten Wirksamkeit bei Patienten mit NSCLC“, fasste Pillai zusammen.
 
(ma)
Presidential Symposium im Rahmen der IASLC 17th World Conference on Lung Cancer, 06.12.2016, Wien
Literatur:
(1) Papadimitrakopoulou VA et al. WCLC 2016, Abstr. PL03.03.
(2) Wu YL et al. WCLC 2016, Abstr. PL03.05.
(3) De Castro G et al. WCLC 2016, Abstr. PL03.08.
(4) Pillai R et al. WCLC 2016, Abstr. 5232.
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