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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Juli 2015

Nicht-plattenepitheliales NSCLC: Signifikante Überlebensvorteile der Erhaltungstherapie mit Pemetrexed

Interview mit Dr. Akin Atmaca, Frankfurt.

Die Erhaltungstherapie mit Pemetrexed (Alimta®) nach erfolgreicher Induktionsbehandlung mit Pemetrexed/Cisplatin ist heute ein Standard beim fortgeschrittenen, nicht-plattenepithelialen NSCLC (nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom). Das Behandlungsregime fußt auf den Daten der PARAMOUNT-Studie (1, 2). PARAMOUNT war die erste Studie, die eine Weiterführung der Therapie mit einer effektiven Komponente aus der Induktion untersucht hat, und die hierfür einen signifikanten Überlebensvorteil nachweisen konnte. Welche Bedeutung der kontinuierlichen Erhaltungstherapie mit Pemetrexed im klinischen Alltag zukommt, erläutert Dr. Akin Atmaca, Klinik für Onkologie und Hämatologie am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt.

Akin Atmaca, KölnJOURNAL ONKOLOGIE: Herr Dr. Atmaca, was ist aus Ihrer Sicht das wichtigste Resultat der PARAMOUNT-Studie?

Atmaca: Das wichtigste Ergebnis dieser Studie war die Erkenntnis, dass durch die kontinuierliche Erhaltungstherapie mit Pemetrexed nach einer Induktionsbehandlung mit Pemetrexed/Cisplatin beim fortgeschrittenen, nicht-plattenepithelialen NSCLC das progressionsfreie wie auch das Gesamtüberleben signifikant verbessert werden können. Die Ergebnisse weisen dieses Regime als eine der effektivsten Therapieoptionen beim nicht-platten-epithelialen NSCLC aus.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie steht es mit der Verträglichkeit?

Atmaca: Ein Vorteil der kontinuierlichen Erhaltungstherapie mit Pemetrexed liegt darin, dass die Patienten mit der effektiven und vergleichsweise gut verträglichen Substanz aus der Induktion weiterbehandelt werden. Das ist ein relevanter Aspekt, da die Erhaltungstherapie langfristig erfolgt.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Gibt es Unterschiede hinsichtlich einzelner Patientengruppen?

Atmaca: Dieser Frage wurde in einer Post hoc-Analyse (3) nachgegangen; dabei hat sich gezeigt, dass in allen Patientensubgruppen ein signifikanter prognostischer Vorteil beobachtet werden kann. Bemerkenswert ist, dass Patienten mit Tumorstabilisierung oder mit vollständiger oder partieller Response in gleicher Weise profitierten. Als einziges Patientenmerkmal war der als prognostischer Faktor bekannte Performance Status (PS) mit einer Überlebensverlängerung assoziiert. Bei einem Vergleich innerhalb der Pemetrexed-Gruppe konnte für die Patienten mit PS 0 im Vergleich zu jenen mit PS 1 ein längeres medianes Gesamtüberleben dokumentiert werden.

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Welchen Patienten bieten Sie eine Erhaltungstherapie mit Pemetrexed an?

Atmaca: Allen Patienten mit fortgeschrittenem Nicht-Plattenepithelkarzinom der Lunge, die auf die Induktionstherapie mit Pemetrexed/Cisplatin angesprochen und diese gut vertragen haben. Prinzipiell sollte sie mit jedem Patienten mit oben genannten Kriterien besprochen und nicht manchen Patienten vorenthalten werden, da sie die Möglichkeit einer verlängerten Tumorkontrolle bietet.

Vielen Dank für das Gespräch!


Mit freundlicher Unterstützung der Lilly Deutschland GmbH

 

PARAMOUNT-Studie
In der Phase-III-Studie wurden für die Erhaltungstherapie mit Pemetrexed nach Induktion mit Pemetrexed/Cisplatin signifikante Überlebensvorteile beim fortgeschrittenen, nicht-plattenepithelialen NSCLC dokumentiert (1,2). So erreichten die Patienten im Pemetrexed-Arm ein medianes Gesamtüberleben von 16,9 Monaten (gerechnet ab Beginn der Induktionstherapie) im Vergleich zu 14,0 Monaten bei Placebogabe. Dies entsprach einer Risikoreduktion von 22% zugunsten der Behandlung mit Pemetrexed (p=0,0191). Der Stellenwert einer Erstlinien-Erhaltungstherapie mit Pemetrexed nach Induktion mit Pemetrexed/Cisplatin in dieser Indikation spiegelt sich in der Bewertung der ESMO Consensus Conferences wider, in der dieses Therapieregime mit dem höchsten Empfehlungsgrad IA bewertet wird (4).
 
Christine Vetter, Köln
Literatur:

(1) Paz-Ares LG et al., Lancet Oncol 2012; 13 (3): 247-255.
(2) Paz-Ares LG et al., J Clin Oncol 2013; 31: 2895-2902.
(3) Reck M. et al., J Thorac Oncol 2014; 9: 205-213.
(4) Besse B et al., Ann Oncol 2014; 25: 1475-1484.

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