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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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29. Dezember 2012

DGHO 2012 - Multiples Myelom

Multiples Myelom - Diagnostik und Therapie im Wandel

Prognose und Gesamtüberleben haben sich in in den letzten Jahren bei Patienten mit Multiplem Myelom deutlich verbessert. Zu verdanken ist dies Neuerungen in Diagnostik und Therapie, über die Prof. Monika Engelhardt, Freiburg, und Prof. Wolfram Pönisch, Leipzig, während des Mundipharma-Satellitensymposiums im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der DGHO in Stuttgart berichteten.

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Das mediane Gesamtüberleben von Patienten mit Multiplem Myelom liegt bei knapp 7 Jahren. Bei einem Viertel der Patienten ist es allerdings deutlich kürzer, was die Unterschiedlichkeit und klonale Varianz der Erkrankung widerspiegelt, erklärte Engelhardt.

Eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation (ASCT) ist für jüngere Patienten bis maximal 75 Jahre ohne schwere Begleiterkrankung immer noch State of the Art. Eine Erstlinientherapie mit ASCT beinhaltet Bortezomib-, Thalidomid- und Lenalidomid-haltige Kombinationen. Bei Patienten, die nicht für eine Hochdosischemotherapie geeignet sind, sind MPT (Melphalan/Prednison/Thalidomid), MPV (Melphalan/Prednison/Bortezomib) und Bendamustin zugelassen.

Im Rezidiv stehen neben Thalidomid-, Lenalidomid- und Bortezomib-haltigen Regimen neue Substanzen wie Drittgenerations-IMiDs, neue Proteasominhibitoren, Antikörper und Bendamustin-Kombinationen zur Verfügung.

Erhaltungs- und Konsolidierungstherapien sind noch kein Standard, werden aber in Studien weiter geprüft. Offene Fragen sind, in welcher Sequenz diese als Erhaltung oder erst im Rezidiv gegeben werden.

Wesentlicher Baustein in der Supportivtherapie sind Bisphosphonate. Zoledronat verlängert nicht nur den Knochenabbau, sondern verbessert im Vergleich zu Clodronat auch signifikant das Gesamtüberlegen bei Patienten mit Osteolysen.

Die Kombination Bendamustin/Prednison (BP) ist eine gut verträgliche Alternative zu Melphalan/Prednison (MP). In einer randomisierten Phase-III-Studie (1) über die Pönisch berichtete, zeigten sich noch weitere Vorteile von BP: Es wurden schnellere Remissionen erzielt, d.h. nach weniger Zyklen trat die maximale Response ein (BP: 6,8 +/- 3,4 vs. MP: 8,6 +/- 4,7; p<0,01). Die erzielten Remissionen waren qualitativ besser: Im Bendamustin-Arm wurden mehr komplette Remissionen (CR) erzielt (32% vs. 13%; p<0,01) und die Zeit bis zur Progression (TTP) war unter BP länger als unter MP (14 vs. 10 Monate; p<0,03). Die Lebensqualität, evaluiert mit EORTC-basiertem Fragebogen, war im Bendamustin-Arm ebenfalls besser. Kein Unterschied zeigte sich im Gesamtüberleben wegen des Cross-over-Designs und folgenden Salvage-Therapien. Evaluierbar waren in dieser Phase-III-Studie 131 Patienten, die Mehrzahl im Stadium III. Bendamustin ist gut verträglich. Pönisch verwies darauf, dass insbesondere weniger Neuropathien auftreten. Aufgrund der hepatischen Elimination kann Bendamustin auch bei Patienten mit eingeschränkter Niereninsuffizienz ohne Dosisanpassung eingesetzt werden. Wegen der guten Verträglichkeit bietet sich Bendamustin als erfolgsversprechender Kombinationspartner für Thalidomid, Bortezomib und Lenalidomid in der Rezidivtherapie des Multiplen Myeloms an. Rund 20 Arbeitsgruppen beschäftigen sich derzeit mit Kombinationstherapien, berichtete Pönisch.

as

Literaturhinweis:
(1) Pönisch W, et al. J Cancer Res Clin Oncol 132 (2006) 205-212.

Satellitensymposium „Lebensqualität sichern – Multiples Myelom erfolgreich therapieren“, 21.10.2012; Veranstalter: Mundipharma

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